Krankenkassenwechsel zu den Privaten rückwirkend erschwert
Krankenkassenwechsel rückwirkend erschwert
Je unattraktiver die eigene gesetzliche Krankenversicherung - desto wahrscheinlicher wird ein Krankenkassenwechsel zu einem privaten Anbieter. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt will diesen Wechsel jetzt allerdings erschweren - und zwar rückwirkend. Nach den Vereinbarungen der großen Koalition wird es in Zukunft schwerer sein, von der gesetzlichen in die
private Krankenversicherung zu wechseln. Wer bislang zum ersten Mal die Einkommensgrenze von 47.250 Euro im Jahr überschritt, bekam in der Regel Post von seinem Arbeitgeber, dass der
Krankenkassenwechsel jetzt möglich ist. Manch einer hat jahrelang auf die entscheidende Gehaltserhöhung gewartet, um diese Hürde zu überspringen.
Höhere Beiträge durch verspäteten Krankenkassenwechsel
Die große Koalition macht allerdings manch einem Wechselwilligen einen Strich durch die Rechnung: Künftig muss der Sprung über die
PKV-Marke drei Jahre in Folge gelingen, um für einen Krankenkassenwechsel legitimiert zu sein. Das bedeutet für die Versicherten nicht nur, dass sie länger warten müssen. Zudem müssen sie aufgrund ihres „fortgeschrittenen“ Alters mit höheren Beiträgen rechnen.
Private Krankenversicherung wird zunehmend abgeschottet
Zudem setzt Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) jetzt noch einen drauf: Sie plant diese Regelung zum Krankenkassenwechsel nämlich rückwirkend zum 4. Juli, dem Tag, an dem die Eckpunkte zur Reform verabschiedet wurden. Was ihre Beweggründe angeht - da ist Schmidt vollkommen offen: Nur so könne man verhindern, "dass eine große Zahl der von der Neuregelung Betroffenen von der Wechselmöglichkeit zur
privaten Krankenversicherung noch kurzfristig Gebrauch machen würde". Offensichtlicher kann man die Mauer um die private Krankenversicherung nicht bauen.
(13.10.2006, gla)Krankenkassenwechsel & private Krankenversicherung: Weitere Infos...
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