Krankenversicherung: Krankenkassen mit Defizit im 1. Halbjahr
Krankenversicherung / Krankenkassen: Knapp eine Milliarde Verlust
Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) hat in den ersten 6 Monaten 2008 ein beträchtliches Defizit erwirtschaftet. Für das Gesamtjahr sieht das Bundesgesundheitsministerium dagegen keine Verluste. Die Krankenkassen profitieren nämlich vor allem von der Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte, heißt es. Obwohl die Beitragseinnahmen der Krankenkassen gestiegen sind, hat sich die
gesetzliche Krankenversicherung in den ersten sechs Monaten 2008 negativ entwickelt. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums beläuft sich das Defizit auf 944 Millionen Euro. Die Einnahmen betrugen 78,3 Mrd. Euro, während die Ausgaben mit 79,24 Mrd. Euro angegeben wurden. Das Problem: Die Leistungsausgaben sind in diesem Zeitraum um 4,5 Prozent gestiegen.
Krankenversicherung zum Jahresende mit ausgeglichener Bilanz?
Das Bundesgesundheitsministerium sieht die Entwicklung dennoch gelassen: Die gesetzliche
Krankenversicherung steuere auf ein annähernd ausgeglichenes Finanzergebnis im Gesamtjahr 2008 zu, heißt es in einer Pressemitteilung. Durch die Berücksichtigung der Einmalzahlungen (Weihnachtsgeld) erhielten die Krankenkassen in der 2. Jahreshälfte deutlich höhere Beitragseinnahmen. Mit denen könne der Ausgabenüberhang des 1. Halbjahres ausgeglichen werden. Damit seien alle Voraussetzungen dafür gegeben, dass die
GKV nach Überschüssen in den letzten vier Jahren auch in diesem Jahr keine roten Zahlen schreiben werde, heißt es in der Mitteilung. Die Entschuldung der Krankenkassen könne somit erfolgreich abgeschlossen werden.
Krankenkassen leiden unter steigenden Kosten
Letztlich ist eine negative Entwicklung in der
gesetzlichen Krankenversicherung aber nicht zu übersehen. So konnten die Krankenkassen im ersten Halbjahr 2008 noch einen Gewinn von 307 Millionen Euro verbuchen. Das ist insofern bemerkenswert, da das Beitragsaufkommen 2008 gegenüber 2007 um 2,9 Prozent gestiegen ist. Ganz offenbar sind also die Kosten zuletzt sehr stark angestiegen, was auch vom Ministerium bestätigt wird: Die Kosten für ambulante Behandlungen stiegen beispielsweise um 3,5 Prozent und die für
Krankengeld um 7,5 Prozent. Auch für die Krankenhäuser wurde mehr ausgegeben – die Kosten stiegen hier um 3,0 Prozent. Die Zahlen zeigen, dass sich die Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung im Jahr 2009 auf einen happigen Einheitsbeitragssatz einstellen müssen.
(5.9.2008, gla)Krankenversicherung & Krankenkassen: Weitere Infos...
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