Krankenversicherung: Arbeitgeber und Gewerkschaften zur GKV
Krankenversicherung / GKV : Streit über Krankenhausfinanzierung
Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat sich zum Thema gesetzliche Krankenversicherung (GKV) geäußert. Reflexartig reagierte man damit auf die Kritik von Arbeitsgeberpräsident Hundt zur Krankenhausfinanzierung. Die
gesetzliche Krankenversicherung wird immer teurer. Mittlerweile wird deutlich, dass der in allen Krankenkassen vereinheitlichte Beitragssatz im Jahr 2009 wohl doch nahe der 16 Prozent liegen wird. Das belastet Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Arbeitgeberpräsident Hundt hat sich deshalb zu Wort gemeldet und scharfe Kritik geäußert: „Der Kabinettsbeschluss zur Krankenhausfinanzierung und die von der Politik zu verantwortende Honorarerhöhung für die niedergelassenen Ärzte belasten die Beitragszahler ab 2009 jährlich mit rund 5 Mrd. €. Das ist das teuerste sozialpolitische Paket der gesamten Legislaturperiode.“, heißt es in einer Pressemitteilung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) zur
GKV.
Krankenversicherung: Gewerkschaften kritisieren Arbeitgeber
Etwas überraschend war dann doch die reflexartige Reaktion des Deutschen Gewerkschaftsbundes, der damit zumindest indirekt steigende Beiträge in der GKV verteidigte: „Der Deutsche Gewerkschaftsbund hält die Kritik des Arbeitgeberpräsidenten Dieter Hundt an der Krankenhausfinanzierung für verfehlt.“ Das ist verwunderlich – belasten doch die Mehrkosten in der
gesetzlichen Krankenversicherung gerade den kleinen Mann. Denn wer privat versichert ist, den juckt das alles nicht. Und wer als Mitglied der gesetzlichen Krankenversicherung jenseits der
Beitragsbemessungsgrenze verdient, ebenfalls nicht. Insofern sind es vor allem Gering- und Mittelverdiener, die von der Kabinettsentscheidung negativ betroffen sind.
GKV: Gleiche Interessen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern?
Zudem wirft der DGB den Unternehmen vor, selbst schuld an den hohen Gesundheitsausgaben zu sein. In der Presseerklärung heißt es wörtlich: „Die
Gesetzliche Krankenversicherung wird jedes Jahr um mindestens zwei Milliarden Euro durch arbeitsbedingte Erkrankungen belastet. Statt die ohnehin sehr maßvolle Finanzspritze für die Krankenhäuser mit Wortgewalt zu kritisieren, sollten die Arbeitgeber dafür sorgen, dass die Beschäftigten nicht durch ihre Arbeit krank werden.“ Eigentlich sollten sowohl Arbeitgeber als auch Gewerkschaften daran interessiert sein, dass die Beiträge möglichst niedrig ausfallen. Insofern wurde hier eine Chance vertan, gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Das ist jedenfalls wirkungsvoller als gegenseitige Schuldzuweisungen.
(30.9.2008, gla)Krankenversicherung & GKV: Weitere Infos...
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