Krankenversicherung / PKV: Rückkehrer belasten das Geschäft
Krankenversicherung: PKV leidet unter Gesundheitsreform
Die Gesundheitsreform meint es nicht gut mit der privaten Krankenversicherung (PKV). Zum einen gibt es aufgrund gesetzlicher Regelungen immer weniger Neumitglieder. Und zum anderen müssen Personen in die PKV aufgenommen werden, deren Zahlungsmoral zu wünschen übrig lässt. Der Jahresbericht 2007/2008 der PKV ist erschienen. Danach konnte die
private Krankenversicherung im ersten Halbjahr 2008 nur 23.400 Neuzugänge verbuchen. Im Jahr zuvor waren es 37.700 gewesen. Diese Zahlen gelten für die Mitgliedsunternehmen des
Verbandes der privaten Krankenversicherung und summieren die abgeschlossenen Vollversicherungen. Für das Gesamtjahr bedeutet das: Das rückläufige Ergebnis des Jahres 2007 dürfte nochmals unterschritten werden. Das berichtet das Versicherungsjournal. Hintergrund für die Misere sind die aufgestellten Hürden in der Gesundheitspolitik. Wer als Angestellter in die PKV wechseln will, darf das seit einiger Zeit nur dann, wenn sein Einkommen die
Versicherungspflichtgrenze drei Jahre in Folge überschreitet.
PKV: Nicht-Versicherte müssen aufgenommen werden
Allerdings ist das nicht das einzige Problem der
PKV. Man macht sich nämlich ebenfalls Sorgen über die Veränderungen in der Mitgliederstruktur. Denn seit einiger Zeit müssen nicht versicherte Personen, die früher einmal privat versichert waren, wieder aufgenommen werden. Viele hatten einst ihre private Krankenversicherung verlassen, weil sie die Beiträge nicht mehr aufbringen konnten. Seit dem 1. Januar 2007 dürfen sie wieder zurück. 5000 Personen haben bis Ende des Jahres 2007 von ihrem Recht Gebrauch gemacht. Ab dem 1. Januar 2009 besteht auch für den Rest die Pflicht zur Wiedereingliederung. Es ist nicht ganz klar, um wie viele Personen es sich dabei handelt.
Krankenversicherung: Zahlungsmoral der Mitglieder unterschiedlich
Klar ist allerdings, dass diese neuen Mitglieder von der
Krankenversicherung in vielen Fällen gar nicht herzlich empfangen werden. Viele von ihnen seien krank und betagt, sagte ein Sprecher der PKV. Ein Drittel der ehemals Nicht-Versicherten sei älter als 70 Jahre. Erschreckend ist vor allem die Ausfallquote bei den Beiträgen. Sie liege bei 13 Prozent. „Normale“ Mitglieder würden dagegen nur zu 0,1 für Ausfälle sorgen. Die ehemals Nicht-Versicherten liegen damit nach Angaben des Versicherungsjournals um das 130-fache über dem Durchschnitt.
(11.11.2008, gla)PKV & Krankenversicherung: Weitere Infos...
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