Krankenversicherung: Zusatzbeitrag der GKV trifft viele Versicherte
Zusatzbeitrag GKV: Ist ein Wechsel der Krankenversicherung sinnvoll?
Millionen gesetzlich Versicherte müssen schon bald tiefer in die Tasche greifen: Einige Krankenkassen wollen demnächst einen Zusatzbeitrag von ihren Mitgliedern erheben. Meist sind acht Euro pro Monat fällig. Die Versicherten müssen diese Preiserhöhung jedoch nicht mitmachen. Sie können mit einem Wechsel der Krankenversicherung reagieren. Wenn die Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds die Kosten nicht decken, müssen die Krankenkassen Zusatzbeiträge erheben. Bisher planen acht
gesetzliche Krankenversicherungen, einen Zusatzbeitrag von ihren Versicherten zu fordern. Eine der größten
Versicherungen ist die DAK, die zusätzlich 8 Euro im Monat von ihren Mitgliedern verlangen will. Aber auch die Mitglieder der Deutschen BKK, der KKH
Allianz und einiger Betriebskrankenkassen müssen mit Beitragserhöhungen rechnen.
Sollten Versicherte ihre Krankenversicherung wechseln?
Die Krankenkassen begründen die Beitragserhöhungen mit gestiegenen Kosten. Versicherte können in diesem Fall von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen und die Kasse zügig wechseln. Aber was dann? Kommt man als Versicherungsnehmer eventuell vom Regen in die Traufe, wenn die neue Krankenkasse bald auch einen Zusatzbeitrag verlangt? Die Suche nach einer neuen
Krankenversicherung macht meist viel Mühe. Denn als Verbraucher müssen Sie neben den Beiträgen auch die Leistungen der neuen Krankenversicherung im Blick haben:
- Existieren Bonusprogramme im Leistungskatalog?
- Wie steht es um Angebote für chronisch Kranke?
- Zahlt die Kasse alternative Heilmethoden, wie zum Beispiel Akkupunktur oder Homöopathie?
Gibt es Kassen ohne Zusatzbeitrag?
Derzeit erheben noch nicht alle
gesetzlichen Krankenversicherungen einen Zusatzbeitrag. Laut einem Bericht von Krankenkassen.de denken über 50 Krankenversicherungen im Jahr 2010 nicht darüber nach, ihre Mitglieder zusätzlich zur Kasse zu bitten. Dazu gehören einige AOKen, Innungskrankenkassen oder Betriebskrankenkassen.
Mit der Gesundheitsreform 2009 erhalten alle gesetzlichen Krankenkassen einen Pauschalbeitrag pro Versichertem aus dem Gesundheitsfonds. Versichert eine Kasse viele Alte oder Kranke, bekommt sie darüber hinaus Zusatzzahlungen. Reichen die Mittel aus dem Fonds nicht aus, um die Mitglieder medizinisch zu versorgen, müssen die Kassen Zusatzbeiträge erheben. Das ist jetzt der Fall, fehlen im Gesundheitsfonds doch zirka 4 Milliarden Euro. Die Zukunft wird zeigen, wie viele Krankenversicherungen dem Beispiel der DAK folgen. Eines ist klar: Die zunehmende Überalterung der Gesellschaft, Kosten für Arzneimittel, Ärzte und Krankenhausvergütungen, werden die Kosten einer umfassenden Gesundheitsversorgung weiter steigen lassen.
Fazit: Als Verbraucher sollten Sie die Krankenkasse wählen, die ihren persönlichen Bedürfnissen am besten entspricht. Wenn Sie mit dem Kosten-/ Leistungsverhältnis ihrer Krankenversicherung unzufrieden sind, sollten Sie die Angebote anderer Kassen eingehend prüfen.
(29.1.2010, alc)Krankenversicherung & Zusatzbeitrag: Weitere Infos...
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