Abgeltungssteuer: Bei Riester geht’s auch ohne

Steuersparen mit ungeförderten Riester-Verträgen

Riester-Verträge lohnen sich meist aufgrund der staatlichen Förderung. Aber auch ohne dieses staatliche Bonbon kann Riestern attraktiv sein. Der Grund: Der Sparer kann beachtliche Beträge bei der Steuer einsparen. So genannte ungeförderte Riesterprodukte erleben deshalb einen kleinen Boom.

Steuer ohne Ende? Ungeförderte Riestersparer kommen oft besser wegSteuern sparen mit Riester: auch ohne staatliche Zuschüsse

Große Anbieter wie Union Investment, DWS oder die Deka Bank reiben sich die Hände: Das Geschäft mit ungeförderten Riester-Fondssparplänen läuft immer besser. Im Jahr 2010 gab es bei Union Investment sogar ein sattes Plus von 50 Prozent in diesem Segment. Nicht ganz überraschend, denn die Anbieter rühren auch eifrig die Werbetrommel. Sie weisen Sparer auf eine Sonderregelung hin, die Riesterprodukte in eine Reihe mit anderen Vorsorgeprodukten stellt: Unter bestimmten Voraussetzungen werden die Policen nämlich genauso günstig besteuert wie private Lebensversicherungen.

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So funktioniert das Steuersparen mit ungeförderten Riester-Verträgen

Im Grunde ist es nicht sehr kompliziert: Der Sparer muss zunächst einmal auf die staatlichen Zulagen verzichten. Das hört sich schlecht an, kann sich aber dennoch lohnen. Wie andere Riester-Produkte sind auch die Sparpläne von der Abgeltungssteuer (25 Prozent auf Dividenden, Zinsen und Verkaufsgewinne) befreit. Stattdessen wird im Alter die Hälfte der Gewinne versteuert. Das rechnet sich für manchen, denn im Alter wird der Berechnungssatz unter 25 Prozent bleiben. Die Halbierungsregel macht es möglich. Die Rechnung setzt natürlich voraus, dass es in der Gesetzgebung keine einschneidenden Änderungen gibt – zum Beispiel was den Höchststeuersatz angeht.

Einige Hürden auf dem Steuer-Spar-Weg

Einige Bedingungen sind zu beachten, damit die Vorteile wirksam werden. Eine wichtige Bedingung für die Steuervergünstigung ist die 12/60-Regel. Sie besagt, dass der Riester-Sparvertrag mindestens zwölf Jahre lang laufen muss und bis zum 60. Lebensjahr erhalten bleibt. Nur unter diesen Voraussetzungen klappt es mit der halben Versteuerung des Wertzuwachses.

Die Regelung gilt unabhängig davon, ob der Sparer später einen Auszahlplan in Anspruch nimmt oder sich den Betrag gleich komplett genehmigen möchte, wenn die Laufzeit vorbei ist.

Ein besonderer Fall ist die so genannte Leibrente. Sie tritt ab dem 85. Lebensjahr in Kraft. Dann ist in der Regel das gesparte Kapital aus dem Fonds verbraucht. Der Clou: Bei den folgenden Auszahlungen wird nur der rechnerische „Ertragsanteil“ für das Finanzamt angerechnet. Das ist dann oft weniger als die Hälfte des Gewinns.

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Gute Beratung mindert das Risiko

Experten gehen davon aus, dass ein durchschnittlicher Rentner bei ungeförderten Riester-Verträgen nur etwa 15 bis 20 Prozent der Gewinne versteuern muss. Das kann sich für viele lohnen; allerdings kennt keiner vorher den exakten Steuersatz, den er im Alter einmal haben wird. Genaue Prognosen lassen sich deshalb nicht erstellen. Eine fachkundige Beratung – wie sie auch über das Internet erfolgen kann – berücksichtigt aber viele persönliche Faktoren, so dass alle Entscheidungen zur privaten Altersvorsorge auf eine möglichst sichere Grundlage gestellt werden. Mehr geht nicht, denn selbst Fachleute verzweifeln manchmal an den Tücken der wirren Steuergesetzgebung.

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