Ärger mit der Berufsunfähigkeitsversicherung wegen Asthma

Erfolgreiche Klage gegen die Berufsunfähigkeitsversicherung trotz verschwiegener Asthma-Erkrankung

Ein Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt (Az. 3 U 286/07) sorgt für Kopfnicken bei Verbraucherschützern. Im Streit mit der Berufsunfähigkeitsversicherung erhält eine Klägerin Recht, obwohl sie ihr Asthma bei Vertragsabschluss unter den Tisch fallen ließ. Entscheidend für den Ausgang des Urteils: Ihr konnte keine arglistige Täuschung angelastet werden.

Erfolgreiche Klage gegen die Berufsunfähigkeitsversicherung trotz verschwiegener Asthma-ErkrankungBerufsunfähigkeitsversicherung: Rente trotz verschwiegenem Asthma

Die Klägerin hatte sich 2003 gegen Berufsunfähigkeit versichert. Im Antragsformular gab sie dabei ihre Neurodermitis zu Protokoll. Ihre Asthma-Erkrankung ließ sie allerdings außen vor. Sie dachte, das Asthma sei eine Folge ihrer Hautkrankheit und bedürfe daher keiner gesonderten Anzeige. Die angegebene Neurodermitis führte zu einer Ausschlussklausel. Das heißt: Tritt eine Berufsunfähigkeit wegen oder infolge der Neurodermitis ein, zahlt die Versicherung nicht. Für die Versicherte schien so weit alles klar: Die Neurodermitis und das Asthma sind demnach vom Versicherungsschutz ausgeschlossen.

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Versicherung verweigert Rente wegen verschwiegenem Asthma

Dass aus der irrtümlichen Unterschlagung der Atemwegserkrankung noch ein Fallstrick werden würde, konnte die Betroffene da noch nicht ahnen. Doch als sie wegen einer Brustkrebserkrankung berufsunfähig wurde und bei der Versicherung Rentenleistungen beantragte, stolperte sie genau darüber. Die Versicherung verweigerte nach eingehender Prüfung die Auszahlung der Berufsunfähigkeitsrente. Begründung: Im Antrag hätte sie unvollständige Angaben zu ihren Krankheiten gemacht und somit ihre „Anzeigepflicht für Vorerkrankungen“ verletzt. Nach Erkrankungen der Atemwege wurde schließlich ausdrücklich gefragt.

Der Vorwurf: arglistige Täuschung. Damit war für die Versicherte der persönliche Gau perfekt. Den gesundheitlichen Problemen folgten finanzielle Schwierigkeiten - gerade gegen diese wollte sie sich ja absichern. Doch die Versicherte zog vor Gericht und wurde zur Klägerin - mit Erfolg.

Berufsunfähigkeitsschutz sauber ausgestalten

Denn das Gericht konnte keine bewusste oder arglistige Täuschung seitens der Klägerin feststellen. Ihre Annahme, dass die Asthma-Erkrankung im Zusammenhang mit ihrer Neurodermitis stehe, stufte das Gericht als glaubwürdig ein. Gestützt wurde die Sichtweise der Klägerin durch einen Wikipedia-Artikel. Dort wird der Zusammenhang zwischen den beiden Krankheiten explizit herausgearbeitet. Kurioserweise wurde dieser Artikel dem Gericht von der beklagten Versicherung selbst vorgelegt.

Im Ergebnis sieht das Gericht kein Täuschungsversuch, sondern allenfalls ein irrtümliches Verhalten. Da dieses aber nicht mit schädlichen Absichten verbunden war, wurde der Klägerin das Recht zugesprochen. Die Versicherung musste zahlten.

Auch wenn dieser Rechtsstreit zugunsten der Versicherungsnehmerin ausging: Gerade Menschen mit Vorerkrankungen sollten sich fachmännisch begleiten lassen, um den Berufsunfähigkeitsschutz sauber und nachhaltig auszugestalten.

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