Altersvorsorge: Bei Scheidung heißt es aufgepasst

Jede Scheidung hat Folgen – auch für die Altersvorsorge

Im Zuge einer Scheidung werden gemeinsam erworbene Werte aufgeteilt. Bei der Altersvorsorge gelten dabei die Grundsätze zum Versorgungsausgleich. Oft profitiert ein Partner davon – aber Obacht geben müssen beide.

Als Grundsatz gilt: Jeder Ehepartner darf nach einer Scheidung die Hälfte dessen beanspruchen, was während der Ehe erspart oder erworben wurde. Beim Kapital ist das noch vergleichsweise einfach: Angesammeltes Vermögen wird per Zugewinnausgleich aufgeteilt. Das kann sehr einfach und flexibel vonstattengehen: Vermögen, erworbene Sachwerte, aber auch Geldwerte eines Vertrags werden gegen andere angesparte Werte aufgerechnet. Bestehende Verträge müssen nicht oder nur geringfügig geändert werden. Schwieriger wird es allerdings bei Ansprüchen im Bereich der Altersvorsorge.

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Versorgungsausgleich regelt Ansprüche auf Altersvorsorge

Geht es um Rentenansprüche, kommt der Versorgungsausgleich ins Spiel. Nach einer Scheidung hat jeder Partner anteilig Anspruch auf Anwartschaften, die der andere während der Ehe erworben hat. Das bedeutet: Arbeitet der Mann beispielsweise als Arzt und die Frau als Angestellte, bekommt der Mann Rentenpunkte (seiner Gattin) der gesetzlichen Rentenversicherung. Die Frau darf sich im Gegenzug darüber freuen, dass sie Anwartschaften (Ihres Mannes) beim Versorgungswerk für Ärzte erhält. Je nach Einzelfall steht der eine unterm Strich besser da als der andere.

Eine neue Regelung sieht seit 2009 vor, dass alle erworbenen Altersvorsorgeansprüche bereits zum Zeitpunkt der Scheidung aufgeteilt werden. Früher wurde damit bis zum Beginn des Rentenalters gewartet. Betroffen sind sämtliche Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung sowie der berufsständischen, betrieblichen oder privaten Altersvorsorge. Auch die Beamtenversorgung fällt hierunter.

Nicht nur die Altersvorsorge gehört auf den Prüfstand

Nach einer Scheidung sollten auch alle weiteren vorhandenen Verträge gründlich durchleuchtet werden. Oft ergeben sich wichtige Änderungen. Ein knapper Überblick:

  • Gesetzliche Krankenversicherung: Eine Familienversicherung endet, sobald das Scheidungsurteil rechtskräftig geworden ist. Der kostenlos Mitversicherte muss seine Krankenkasse informieren und sich um eine Neuversicherung kümmern.
  • Private Krankenversicherung: Waren die Partner gemeinsam privat versichert, müssen die Policen entsprechend umgestellt werden.
  • Private Haftpflicht: Nach einer Scheidung genießt nur noch derjenige Ehegatte Versicherungsschutz, der in der Police als Versicherungsnehmer genannt ist.
  • Risikolebensversicherung: Soll der frühere Ehepartner nicht mehr begünstigt sein, muss die Police angepasst werden.
  • Kfz-Versicherung: Läuft die Police auf das jeweilige Auto weiter, ändert sich nichts.

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Sonderfall: Lebensversicherung

Einen Sonderfall bilden klassische Lebensversicherungen. Wie bei einer Risikolebensversicherung ist es möglich, den Begünstigten zu ändern. Das kann sinnvoll sein: Ist der „jeweilige Ehegatte“ Berechtigter und belässt man es so, würden nach einer Scheidung automatisch die Erben an dessen Stelle treten.

Während generell die Altersvorsorge unter den Versorgungsausgleich fällt, ist das bei einer Lebensversicherung anders. Sie untersteht dem Zugewinnausgleich. Das bedeutet: Die Hälfte des erzielten Zugewinns kann gegen andere Vermögenswerte verrechnet werden. Das ist oft für beide Beteiligten vorteilhaft.

Teilen die Ex-Ehepartner hingegen den Vertrag in zwei Einzelverträge auf, zum Beispiel aufgrund einer Klage auf Versorgungsausgleich, entstehen erhebliche Nachteile:

  1. Der Vertrag mit der geringeren Versicherungssumme wird häufig unattraktiv.
  2. Beim Erstvertrag fällt automatisch die Versicherungssumme. Die dafür gezahlte Provision steht dann in einem Missverhältnis zu der Summe, die am Ende herauskommt.

Scheidung kann Versorgungslücke verursachen

Es lohnt sich für beide Partner, wenn sie sich bei einer Scheidung zusammenraufen und auch Themen der Altersvorsorge vernünftig klären. Bei einem Scheidungskrieg gewinnen oft nur die Rechtsanwälte. Die Beteiligten selbst erleiden dagegen unter Umständen erhebliche Nachteile.

Zumindest für einen Partner kommt häufig ein weiteres Problem dazu: Aufgrund des Ausgleichs der Anwartschaften kann eine Versorgungslücke entstehen. So wird es unter Umständen notwendig, die Altersvorsorge zu ergänzen. Es ist deshalb wichtig, alle vorhandenen Verträge für die private Altersvorsorge genau unter die Lupe zu nehmen. Eventuell müssen Betroffene aufstocken oder sogar eine neue Police abschließen.