Betriebliche Altersvorsorge: Entgeltumwandlung ist umstritten

Vor- und Nachteile der Entgeltumwandlung in der bAV

Die gesetzliche Rentenversicherung ist wackelig – also müssen sinnvolle Ergänzungen her. Eine davon ist die Entgeltumwandlung. Dabei fließen Teile des Gehalts direkt in die betriebliche Altersversorgung (bAV). Das scheint Umfragen zufolge auch in Zukunft beliebt zu bleiben. Die Frage ist allerdings, ob die Entgeltumwandlung tatsächlich besser ist als andere Formen der Altersvorsorge.

Die Unternehmensberatung Towers Watson befragte kürzlich 2.100 Arbeitnehmer. Etwa jeder Vierte der Interviewten unter 25 Jahren nannte die betriebliche Altersversorgung als bedeutendste Einkommensquelle für das Rentenalter. 83 Prozent sind bereit zu einer Entgeltumwandlung. Und beachtliche 63 Prozent bekunden ihr Interesse sogar dann, wenn der Arbeitgeber selbst nichts dazu gibt.

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Umstrittene Qualität

Experten streiten sich seit geraumer Zeit über die Rentabilität der Entgeltumwandlung. Manche bezweifeln die Überlegenheit der betrieblichen Altersvorsorge gegenüber anderen Vorsorgeformen (zum Beispiel private Rentenversicherung). Andere halten die Entgeltumwandlung für ein probates Mittel, in der aktiven Berufszeit auf sichere Weise fürs Alter vorzusorgen. Auch die Regierung stößt in dieses Horn.

Wie so oft hat jeder der Kontrahenten ein bisschen Recht. In vielen Fällen kann die bAV sinnvoll und nützlich sein, indem sie die unzureichende gesetzliche Rente deutlich aufbessert. Der entscheidende Punkt ist aber, ob sie mehr Vorteile bietet als andere Formen der privaten Altersvorsorge.

Vorteile einer Entgeltumwandlung

  • Der vom Arbeitnehmer eingezahlte Anteil bleibt steuer- und sozialabgabenfrei. Dieser Anteil beträgt maximal vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung. Bei Einzahlungen in Versicherungen bleiben zusätzliche Beiträge bis zu 1.800 Euro steuerfrei.
  • Jeder Arbeitnehmer hat einen Rechtsanspruch auf eine betriebliche Altersvorsorge, wenn er einen Teil seines Gehalts dafür einsetzt. Der Arbeitgeber kann also nicht einfach „Nein“ sagen.
  • Bei einem Wechsel des Arbeitsplatzes können Beschäftigte die erworbenen Ansprüche auf den neuen Arbeitgeber übertragen; die Ansprüche müssen aufgrund einer ab 2005 abgeschlossenen Versicherungsform bestehen.

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Nachteile einer Entgeltumwandlung

  • Rentner müssen die Betriebsrente im Alter versteuern. Bis zum Jahr 2040 wird der Staat den geltenden Versorgungsfreibetrag schrittweise abbauen; danach berücksichtigt der Fiskus die komplette Betriebsrente als Teil der Einkünfte.
  • Die in der aktiven Zeit abgezogenen Lohnanteile fehlen bei der Berechnung der gesetzlichen Rente. Dadurch kommt es zu einer niedrigeren Auszahlung.
  • Bei einem Wechsel des Arbeitsplatzes können sich die Vertragsbedingungen ungünstig gestalten, da der neue Chef den bAV-Anbieter bestimmen darf.

Auf der Suche nach der besten Altersvorsorge

Die Auflistung von Vor- und Nachteilen der bAV zeigt, dass eine pauschale Beurteilung fast unmöglich ist: Viele individuelle Faktoren bestimmen, ob die Entgeltumwandlung für den einzelnen Arbeitnehmer eine lohnende Form der privaten Altersvorsorge ist. Einige Tendenzen lassen sich dennoch feststellen:

  • Eine bAV lohnt sich vor allem dann, wenn auch der Arbeitgeber einzahlt.
  • Privat Krankenversicherte profitieren davon, dass im Ruhestand keine Sozialabgaben auf die Bezüge aus der bAV anfallen.
  • Das Einkommen ist im Rentenalter meist geringer als in der Erwerbszeit; daraus ergibt sich eine eher mäßige Steuer. Durch Progression kann die Belastung aber ansteigen; in diesem Fall punktet eine private Rentenversicherung, da nur der Ertragsanteil versteuert wird.
Um die individuell passende Altersvorsorge-Lösung zu finden, sollte man sich als Verbraucher an einen unabhängigen Fachmann wenden.

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