Indexfonds ergänzen die Altersvorsorge

Ergänzende Altersvorsorge: Indexfonds schlagen Rentenversicherung & Co.

Eine private Rentenversicherung muss nicht unbedingt schlecht sein. Sie bietet zwar wenig Rendite, aber dafür viel Sicherheit. Wer eine solche Grundabsicherung im Alter nicht benötigt, hält nach Alternativen Ausschau. Beim Immobiliensparplan springt am Ende eine eigene Wohnung heraus. Aber auch Fonds eignen sich zur Altersvorsorge – wenn man's richtig anpackt.

Altersvorsorge ist ein schwieriges Geschäft und wird es auch bleiben. Irgendein Haken findet sich immer: mal zu wenig Rendite, mal zu hohes Risiko, mal zu unflexibel. Wie man es macht, kann es falsch sein. Immobilien? Die Bundesbank warnte Anfang 2014 vor einem überhitzten Preisgefüge speziell in Ballungsgebieten.

DAX-Aktien? Ein Indexstand von 10.000 Punkten erscheint manchem Anleger gespenstisch hoch für den Einstieg. Mehr sparen? Die Sparquote der Deutschen ist eher im Tiefflug, 2013 ist sie unter zehn Prozent gesunken. Was also tun? Empfehlenswert ist es erst einmal, die wichtigsten Arten der Altersvorsorge zu kennen und zu vergleichen.

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Private Rentenversicherung: viel Sicherheit, wenig Ertrag

Alle folgenden Beispiele beziehen sich auf einen verheirateten Angestellten Anfang 50, nennen wir ihn Ulrich. Er ist gesetzlich rentenversichert und besitzt ein abbezahltes Eigenheim. Monatlich möchte er 1.000 Euro sparen, um die Altersvorsorge zu ergänzen. Deshalb sucht er einen Sparvertrag mit einer Laufzeit über 15 Jahre.

Für manchen sind sie erste Wahl: private Rentenversicherungen. Sie garantieren eine bestimmte Summe im Alter, ohne dass man sich um etwas kümmern muss. Sie sind deshalb eine Möglichkeit für bequeme Sparer, die ihren späteren Grundbedarf abdecken wollen – vor allem wenn die gesetzliche Rente nicht ausreicht.

Doch die Sicherheit hat ihren Preis: Die Verzinsung des Sparvertrags dürfte mit Müh' und Not 3 Prozent erreichen. Der Grund liegt vor allem in den niedrigen Erträgen aus festverzinslichen Wertpapieren. Abschlusskosten, Provisionen und Verwaltungskosten drücken die Rendite zusätzlich. Da Ulrich bereits über eine ordentliche Grundabsicherung verfügt, ist eine (sicherheitsorientierte) private Rentenversicherung für ihn kein Thema.

Teure Fondspolicen

Ulrich sucht nach besseren Alternativen für die Altersvorsorge. Er wird auf das Angebot einer Versicherung aufmerksam. Sie bietet Fondspolicen an. Die Kombination von Fondssparen und privater Rentenversicherung wird mit knapp 6 Prozent Zinsen in Aussicht gestellt. Doch das ist nur die halbe Wahrheit.

Das Geld wandert in diverse Fonds (insbesondere Aktien). Die laufende Abwicklung verschlingt 1,5 bis 2 Prozent der Summe an Verwaltungskosten. So wird es schon einmal nichts mit dem versprochenen Ertrag. Es kommt noch schlimmer: Väterchen Staat möchte auch seinen Anteil. Der ganze Vertrag unterliegt der Abgeltungssteuer – also noch einmal ein Minus.

Nur in besonderen Fällen kommt es zur (günstigeren) nachgelagerten Besteuerung der Erträge über die Einkommenssteuer:

  • Fälligkeit der Police erst, nachdem Ulrich das 62. Lebensjahr erreicht hat und
  • Einschluss einer Risikolebensversicherung, deren Summe mindestens 50 Prozent der Prämien ausmacht.
Zu allem Überfluss mindert auch noch eine Abschlussprovision die Rendite. Ulrich sucht deshalb nach anderen geeigneten Produkten.

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Oft eine gute Altersvorsorge: Immobiliensparplan

Ein Freund empfiehlt ihm einen Immobiliensparplan zur privaten Altersvorsorge. In diesem Fall erwirbt Ulrich eine Wohnung auf Kredit. Er überlegt: Kann er die Wohnung in einer mittelgroßen Stadt günstig kaufen und vermieten, tragen sich die Kreditbelastungen möglicherweise von selbst – und am Ende besitzt er eine weitere schuldenfreie Immobilie, über die er frei verfügen kann.

Der Freund rechnet ihm eine Verzinsung von beinahe 6 Prozent nach Steuern vor. Dabei sind alle entstehenden Kosten eingerechnet, beispielsweise Maklergebühren, Kreditzinsen (3,5 Prozent), Steuern und Erhaltungsmaßnahmen. Das hört sich gut an. Trotzdem entscheidet sich Ulrich dagegen: Der Arbeitsaufwand, den ein weiteres Haus inklusive Vermietung erfordert, ist ihm zu hoch.

Ulrich ist am Ziel – mit Indexfonds

Ulrich recherchiert nun selbst im Internet. Dabei stößt er auf Indexfonds. Solche Investmentfonds bilden einen Börsenindex (zum Beispiel den DAX) im Verhältnis 1:1 (annähernd) nach. Das Risiko ist durch die breite Streuung überschaubar. Vor allem: Die Kosten sind günstig, da solche Fonds nicht aktiv gemanagt werden müssen.

Das fehlende Management ist oft kein großer Verlust: Experten weisen darauf hin, dass Indexfonds bei der Performance nicht selten besser abschneiden als gemanagte Fonds. Eine Verzinsung von sechs Prozent ist auf lange Sicht durchaus realistisch. Ein weiteres Plus: Ulrich muss nicht zu viel Aufwand bei seiner Altersvorsorge betreiben. Er entscheidet sich deshalb schlussendlich für Indexfonds.

Nicht jeder muss Ulrich folgen. Anleger sollten vor der Entscheidung die eigenen Bedürfnisse und die konkrete Sparfähigkeit klären. Dann gilt es, ein günstiges Angebot zu finden, den Vertrag abzuschließen – und durchzuhalten! Wer ein hochwertiges Altersvorsorge-Produkt finden möchte, sollte zusätzlich einen erfahrenen Experten hinzuziehen.