Altersvorsorge: Nur genügend Kapital bringt satte Zusatzrente

Bei richtiger Vorsorge fließt genug Rente aus dem Sparkapital

Der durchschnittliche Arbeitnehmer geht früher in Rente als vom Staat vorgesehen. Das darf er auch. Aber er muss die frühere Auszahlung mit Rentenabschlägen bezahlen. Für Frührentner ist eine private Altersvorsorge deshalb besonders wichtig. Die Weichen sollten rechtzeitig gestellt werden. Denn nur wer genügend Kapital anspart, bezieht später eine auskömmliche Zusatzrente.

Ein Beschäftiger, der 45 Jahre lang Pflichtbeiträge geleistet hat, hat grundsätzlich Anspruch auf die volle gesetzliche Rente, wenn er das gesetzliche Renteneintrittsalter beachtet. Dieses wird bis 2031 schrittweise von 65 auf 67 Jahre hochgefahren. Wer früher in den Ruhestand gehen möchte, muss Einbußen hinnehmen: Für jeden fehlenden Monat gibt es 0,3 Prozent Abzug bei der Rente. Das macht im Jahr 3,6 Prozent. Wer vier Jahre früher aufhört, muss also mit 14,4 Prozent Abschlag kalkulieren – und das durchgängig bis zum Lebensende.

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Die Ansparphase: früh beginnen, kräftig streuen

Wer schon früh für die Altersvorsorge spart, profitiert besonders von Zins und Zinseszins. Doch mit den derzeitigen Niedrigzinsen ist nicht viel Staat zu machen. Eine durchdachte Altersvorsorge benötigt ein ausgewogenes Bündel an Anlageformen, das auch riskantere Arten einschließen kann.

Hierzu gehören Aktien, deren Entwicklung im Gesamtblick über Jahrzehnte nur eine Richtung kennt: nach oben. Wer früh mit dem Sparen beginnt, bestückt sein Vorsorgekonto gern mit einem Aktienanteil von über 50 Prozent. Eintretende Verluste kann er normalerweise langfristig mehr als ausgleichen. In späteren Jahren sollte der Aktienanteil geringer ausfallen, um keine hohen Risiken einzugehen.

Gold, Anleihen und Tagesgeld stabilisieren die Kapitalanlage. Der Goldpreis zeigt sich oft gerade in Zeiten schwächelnder Aktienmärkte besonders widerstandsfähig. Solide Anleihen bringen zusätzliche Sicherheit ins Portefeuille. Tagesgeld hält den Sparer bei unvorhergesehenen Ausgaben flüssig – so vermeidet er hohe Kreditzinsen.

Eine solch ausgewogene Mischung verhindert den GAU jeder Altersvorsorge: drastische Verluste des Kapitals oder sogar einen Totalverlust.

Die Auszahlphase: Kapital fließt in Rente

Ein üppiges Kapitalpolster sorgt für eine ausreichende Altersversorgung – selbst wenn die Berufstätigkeit schon mit 60 Jahren endet. Doch eine wichtige Frage stellt sich spätestens dann, wenn das Berufsleben endet: Wie verwandelt sich das Vermögen in eine Rente, die den Lebensstandard dauerhaft garantiert?

Drei Möglichkeiten bieten sich dafür an:

  1. Bank-Auszahlplan: Die Bank zahlt regelmäßig einen festen Betrag aus. Das verbliebene Kapital wird während der Laufzeit zu einem festgelegten Zinssatz verzinst. Die Kosten sind bei diesem Produkt niedrig, die Rendite ist mäßig.
  2. Fonds-Auszahlplan: Das Kapital wird in Fonds investiert. Sowohl Renditechancen als auch Risiken sind höher als beim Bank-Auszahlplan. Die Höhe der Rente ist also schwerer kalkulierbar.
  3. Sofortrente: Der Sparer zahlt auf einen Schlag eine höhere Summe ein und erhält dafür eine Police für eine lebenslange Rente. Das Produkt ist sicher und für den Sparer bequem, da er nichts weiter unternehmen muss. Dafür bietet es aber nur eine relativ niedrige Rendite.

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Altersvorsorge: Wer besonders alt wird, profitiert von der Sofortrente

Bank- und Fonds-Auszahlpläne werden oft mit Kapitalverzehr abgewickelt: Das Ersparte wird bis zu einem bestimmten Alter, zum Beispiel 90 Jahren, in Rente umgewandelt. Danach ist Schluss, und der Rentner muss von einem – hoffentlich vorhandenen – Notgroschen leben.

Eine Sofortrente bringt demjenigen die größten Vorteile, der besonders lange lebt. Er erhält seine regelmäßige Zahlungen, auch wenn er 100 Jahre alt wird. Wer beispielsweise mit 60 Jahren einen Betrag von 100.000 Euro einzahlt, bekommt von guten Anbietern eine garantierte monatliche Rente von 320 bis 335 Euro. Inklusive anfallender Überschüsse beträgt die monatliche Leistung etwa 430 bis 450 Euro – und das ein Leben lang.

Eines sollte man stets beachten: Die richtige Strategie für die Altersvorsorge hängt stark von den persönlichen Voraussetzungen ab. Der individuelle Rat von Experten ist unerlässlich, um alle Faktoren gebührend zu bewerten.