Altersvorsorge: Stiftung Warentest berechnet drei Modellfälle

Stiftung Warentest: Gutverdienende müssen sich bei ihrer Altersvorsorge besonders anstrengen

Rund 80 Prozent des letzten Nettoeinkommens soll sie erbringen, die Altersrente. So lauten jedenfalls gängige Empfehlungen (zum Beispiel der Stiftung Warentest), um den Lebensstandard aufrechterhalten zu können. Dass die gesetzliche Rente dazu nicht ausreicht, ist klar. Aber welche zusätzliche Altersvorsorge ist nun für wen die richtige?

Stiftung Warentest: Gutverdienende müssen sich bei ihrer Altersvorsorge besonders anstrengenAltersvorsorge: Stiftung Warentest berechnet drei Modellfälle

Die Stiftung Warentest hat es mal anhand von drei Modellfällen nachgerechnet. Fazit: Geringverdienende schaffen es leichter, mit Riester & Co. ihren (ohnehin geringeren) Lebensstandard zumindest einigermaßen sicher zu erhalten. Bei Besserverdienenden sieht es da schlechter aus: Sie müssen weit eher mit deutlichen Einbußen rechnen, falls sie nicht besondere Anstrengungen für ihre Altersvorsorge unternehmen. Die angestrebten 80 Prozent rücken bei ihnen zunächst einmal in weite Ferne.

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Gering- bis Mittelverdiener: Altersvorsorge mit Riester in trockenen Tüchern

Modellfall Sandra (35), Chemielaborantin, ledig mit einem Kind, verdient netto 1134 Euro monatlich plus 184 Euro Kindergeld. Nach heutigen Berechnungen hätte sie einen Rentenanspruch von netto 751 Euro. Aufgrund großzügiger Einzahlungen kann sie auf eine zusätzliche Netto-Riester-Rente von 164 Euro hoffen. Insgesamt wären dann mit 915 Euro rund 80 Prozent des letzten Nettoeinkommens erreicht. Zusätzlich rechnet sie mit Erträgen aus Betriebsrente, einem Banksparplan und Aktienfonds.

Ronnie (29) ist Großhandelskaufmann und ledig. Netto 1302 Euro Gehalt ergeben bei ihm hochgerechnet 795 Euro Nettorente. Auch Ronnie riestert: Das mögliche Nettoplus bei der Rente beträgt 265 Euro. Macht insgesamt 1060 Euro Rentenerwartung (netto). Das 80-Prozent-Ziel ist damit erreicht. Um mögliche Wertverluste der Riester-Rente durch Inflation auszugleichen, investiert er zusätzlich in einen Fondssparplan.

Besserverdiener: Mehr Vorsorge nötig für gleichen Lebensstandard im Alter

Anders sieht die Situation für Besserverdienende aus. Nach den Berechnungen der Stiftung Warentest müssen sie sich verstärkt um ihre Altersvorsorge bemühen, wenn sie ihren (höheren) Lebensstandard im Alter aufrechterhalten wollen. Als Modellfall wählt die Stiftung Warentest den verheirateten Informatiker Thomas (36) mit zwei Kindern. Er verdient netto 3069 Euro. Das könnte eine Nettorente von 1446 Euro ergeben – weniger als die Hälfte des jetzigen Nettoeinkommens. Auch mit möglichen zusätzlichen 383 Euro netto durch Riester wären erst 63 Prozent erreicht. Aber: Während der dreijährigen Erziehungszeit wird der Riestervertrag auch bei seiner Frau gefördert. Und danach möchte sie wieder arbeiten gehen – das bessert die Aussichten für die Familie. Zusätzlich rät Warentest dem Informatiker, eine höhere Betriebsrente auszuhandeln.

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Stiftung Warentest: Auch bei hohem Einkommen ist Altersvorsorge ein Muss

Wer sich als Besserverdiener bisher wenig Sorgen um seine Altersvorsorge machte, sieht sich nun durch die Stiftung Warentest eines Besseren belehrt. Sie empfiehlt jedem, sich intensiv um die Vorsorge für sein Rentenalter zu kümmern. Während Geringverdiener es gelernt haben, mit einem etwas geringeren Lebensstandard zurechtzukommen, müssen sich Lohnempfänger mit hohem Einkommen im Alter gehörig umstellen – falls sie keine geeignete Altersvorsorge betreiben. Und: Vielleicht müssen ja sogar noch Schulden für ein Eigenheim abgezahlt werden!

Die Stiftung Warentest empfiehlt grundsätzlich Riester-Verträge in Kombination mit anderen Produkten wie Banksparplänen oder Fonds. Nachzulesen ist übrigens alles in der Zeitschrift Finanztest Heft 5/2010, S. 20 ff.

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