Betriebsrente: Gesetzlicher Anspruch ist Vielen unbekannt

Arbeitnehmer haben einen Anspruch auf Betriebsrente

Umfragen bringen es immer wieder an den Tag: Viele Beschäftigte kennen ihren gesetzlichen Anspruch auf eine betriebliche Altersvorsorge nicht. Dabei werden zahlreiche Angebote der Betriebsrente staatlich gefördert. Vorsorge & Finanzen informiert über die verschiedenen Varianten.

Beschäftigte sollten ihren Anspruch bei der Betriebsrente durchsetzenBetriebsrente: Arbeitnehmer sollten Ihre Ansprüche durchsetzen

Die Betriebsrente wird häufig als Direktversicherung angeboten, die Arbeitgeber individuell für ihre Beschäftigten abschließen. Sie ist nicht zu verwechseln mit der Direktzusage, mit der vor allem Großunternehmen ihren Mitarbeitern eine bestimmte Betriebsrente aus Firmenmitteln gewähren. Daneben existieren weitere Formen wie Unterstützungskassen, Pensionskassen und Pensionsfonds. Als Arbeitnehmer haben Sie zwar keinen Anspruch auf die ein oder andere Variante, wohl aber auf eine Form der Betriebsrente. Ihre Vorteile: Die vom Betrieb organisierten Sparverträge bieten meist relativ niedrige Kosten und eine ordentliche Rendite. Steuerliche Vorteile ergeben sich dadurch, dass Teile des Gehaltes direkt (steuerfrei) in eine geförderte Betriebsrente umgeleitet werden. Diese so genannte „Entgeltumwandlung“ ist für viele sehr attraktiv.

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Entgeltumwandlung: mehr als 4.000 Euro steuerfrei ansparen

Entgeltumwandlung bedeutet also, dass Entgelt (Lohn, Gehalt, Prämien usw.) ohne den Umweg auf das Privatkonto in die Altersvorsorge fließt. Ihren Anspruch hierauf sollten Arbeitnehmer tunlichst wahrnehmen, es lohnt sich: Bis zu vier Prozent des Bruttogehalts können pro Jahr steuer- und sozialabgabenfrei eingezahlt werden; das Maximum beträgt 2.544 Euro jährlich. Weitere 1.800 Euro sind zusätzlich einzahlbar, sind allerdings „lediglich“ von der Steuer befreit. Die Auszahlungen in der Rentenzeit werden zwar grundsätzlich besteuert; meist ist der persönliche Steuersatz dann aber deutlich niedriger als in der aktiven Berufszeit, so dass unterm Strich ein ansehnlicher Steuervorteil entsteht.

Jeder Arbeitgeber muss zumindest eine Direktversicherung anbieten

Die staatlich geförderte Betriebsrente lohnt sich also. Verzichtet ein Beschäftigter auf seinen Anspruch, gibt er damit eine wichtige Säule seiner privaten Altersvorsorge auf. Wer eine Betriebsrente abschließen möchte, sollte seinen Chef darauf ansprechen. Dabei braucht er sich nicht mit einem „Nein“ abspeisen lassen. Denn jeder Arbeitgeber ist verpflichtet, zumindest ein Vorsorgemodell, die Direktversicherung, anzubieten. Sie wird individuell für jeden Arbeitnehmer abgeschlossen.

Grundsätzlich kann der Arbeitgeber Kombinationen aus Renten-, Berufsunfähigkeits- und Hinterbliebenenversicherungen abschließen; ebenso ist eine Einzelversicherung möglich. Frühestens mit dem 60. Lebensjahr beginnt die Auszahlphase.

Und was passiert bei einem Wechsel des Arbeitsplatzes? Dann kann der neue Chef den Vertrag übernehmen oder einen neuen für Sie abschließen. In jedem Falle kann der Arbeitnehmer – auch bei Verlust des Arbeitsplatzes – den Vertrag privat weiterführen. Alternativ ist es auch möglich, den Vertrag beitragsfrei zu stellen.

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Betriebsrente: keine Mildtätigkeit, sondern Einlösung eines Anspruchs

Angesichts der vielen Vorteile der Betriebsrente überrascht es umso mehr, dass viele Arbeitnehmer diese Chance nicht nutzen. Doch auch Selbständige ahnen oft nichts von ihrem Glück. Tritt die Selbständigkeit im Anschluss an ein Beschäftigungsverhältnis ein, dürfen sie ihren Vertrag privat fortführen. So können auch sie gelassen dem Alter entgegensehen. Fazit: Die staatliche Förderung der betrieblichen Altersvorsorge sollte sich niemand entgehen lassen. Das Spektrum an Möglichkeiten ist dabei so weit gesteckt, dass es auf jeden Fall empfehlenswert, fachkundige Berater zur Auswahl der passenden Variante mit ins Boot zu nehmen.

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