Aufgeschobene Rentenversicherung versus Kapitalleben

Die Aufgeschobene Rentenversicherung mausert sich zum neuen Vorzeigeprodukt

Unter Renditegesichtspunkten schneidet die aufgeschobene Rentenversicherung inzwischen besser ab als die Kapitallebensversicherung. Allerdings sind auch bei den Aufschubrenten die Renditen zurückgegangen, wie der aktuelle Map-Report aufzeigt. Der Renditerückgang war hier aber weniger stark als bei den Kapitallebensversicherungen.

Im Map-Report 774 standen sich die aufgeschobene Rentenversicherung und die klassische Kapitallebensversicherung im Anbieter-Vergleich gegenüber. Auf dem Prüfstand standen die Kapitalleistungen der beiden Vorsorgetypen zum Ablaufdatum 01.01.1992 und 01.01.2011. Für das erste Ablaufdatum konnten die Produkte von 10 Anbietern unter die Lupe genommen werden. Zum zweiten Datum ist die Anbieterzahl auf 23 angewachsen. Für den Vergleich wurde ein 43-jähriger männlicher Journalist, der einen vorschüssigen Jahresbeitrag von 1.200 Euro in die untersuchten Vorsorgetypen investierte, herangezogen. Als Vertragsdauer wurde eine Laufzeit von 20 Jahren unterstellt.

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Teils massive Unterschiede in der Ablaufleistung

Zum Ablaufdatum 1992 haben die klassischen Lebensversicherungen eine bessere Figur abgegeben. 7 der 10 Anbieter haben bei der Kapitalleben höhere Ablaufleistungen erzielt als bei der aufgeschobenen Rentenversicherung. Unter Renditegesichtspunkten sind demnach Verbraucher bei der Iduna, der Bayerischen Beamten und der Swiss Life mit der Aufschubrente besser gefahren. Bei den restlichen Anbietern, dazu zählen: Provinzial Rheinland, Hannoversche, Württembergische, Familienfürsorge, Asstel, Alte Leipziger und Neue Leben, waren sie mit der Kapitallebensversicherung im Renditevorteil.

Im Marktdurchschnitt dieser Anbieter lagen die beiden untersuchten Vorsorgetypen nah beieinander. Die Kapitalleben brachte mit durchschnittlich 48.777 Euro nur unwesentlich mehr ein als die aufgeschobene Rentenversicherung mit 48.322 Euro. In der Einzelbetrachtung waren die Unterschiede aber teils massiv: Ein Kunde bei Iduna hat mit 50.607 € eine um knapp 3.800 Euro höhere Ablaufleistung mit seiner Aufschubrente erhalten als sein Pendant bei einer Kapitalleben.

Aufgeschobene Rentenversicherung überholt Kapitalleben – trotz Renditerückgang

Zum Ablaufdatum 2011 hat sich das Bild gewaltig zugunsten der aufgeschobenen Rentenversicherungen gedreht. Von den 23 untersuchten Anbietern haben 21 bei den Aufschubrenten höhere Ablaufleistungen ausbezahlt als bei den Kapitallebensversicherungen. Dabei macht die Neue Leben in beiden Varianten die beste Figur: Bei der aufgeschobenen Rente haben Kunden 45.872 Euro und bei der Kapitalleben 44.411 Euro erhalten.

Allerdings sieht die Aufschubrente nur im Vergleich gut aus. Der Renditerückgang im Lebensversicherungsumfeld – getrieben durch das anhaltend niedrige Zinsniveau auf dem Anleihemarkt – macht auch vor ihr nicht halt.

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Bedarf geht vor Rendite

Nur war der Renditeverfall bei der Aufschubrente langsamer als bei der der Kapitalleben. Während die durchschnittliche Rendite der Ablaufleistungen im 92er Vergleich bei beiden Vorsorgetypen noch über 6,2 Prozent lag, steht im 2011er Vergleich bei beiden die 4 vor dem Komma. Mit durchschnittlichen 4,77 Prozent steht die aufgeschobene Rentenversicherung im Vergleich zu 4,44 Prozent bei der Kapitalleben aber eben noch relativ gut da.

Verbraucher sollten aber nicht nur auf die Renditen schauen, sondern vor allem auf ihren Bedarf. Als Beispiel sei der Familienvater genannt: Er muss an seine Hinterbliebenen denken. Einen Todesfallschutz bieten die reine Risikolebensversicherung oder eben die Kapitalleben. Einen echten Todesfallschutz bieten die Aufschubrenten in der Regel nicht. Für ihn bringt daher der Renditevorteil in der aufgeschobenen Rentenversicherung wenig.