Auslandsbehandlung: Krankenkasse zahlt nicht immer

Wer eine Behandlung im Ausland plant, sollte zuvor seine Krankenkasse kontaktieren

Reisen gesetzlich Krankenversicherte ins EU-Ausland, sind sie gegen Krankheitskosten versichert. In der Regel empfiehlt es sich allerdings, vor Antritt der Reise Kontakt mit der Krankenkasse aufzunehmen. Das bringt Sicherheit, am Ende nicht doch auf den Kosten sitzenzubleiben. Dies gilt vor allem, wenn die Reise ausschließlich ein Ziel hat: den Besuch beim Arzt.

Privat Versicherte können sich problemlos im Ausland behandeln lassen und bekommen die Kosten erstattet. Bei langen Auslandsaufenthalten sollten sie allerdings zuvor ihren Krankenversicherer kontaktieren. Kassenpatienten haben seit 2004 das verbriefte Recht auf Auslandsbehandlung in EU-Ländern. Eine neu eingerichtete Kontaktstelle hilft beim Procedere: Auf eu-patienten.de stehen Informationen und Formulare rund um das Thema Gesundheitsleistungen im europäischen Ausland bereit.

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Behandlungen im europäischen Ausland: Meistens zahlt die Kasse

Eine Faustregel sollte jeder Auslandsreisende kennen: Die Krankenkasse übernimmt grundsätzlich nur die Kosten, die bei einer entsprechenden Behandlung auch im Inland fällig würden. Von der Regelung sind alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz betroffen.

Wer im Urlaub plötzlich erkrankt, dürfte kaum Probleme mit der Gesundheitskarte seiner Krankenkasse haben: Die meisten EU-Ärzte erkennen sie an. Der Patient muss in der Regel also nicht in Vorlage treten.

Viele Deutsche zieht es allerdings auch regelmäßig ins Ausland, um dort (bereits bestehende) Krankheiten behandeln zu lassen. Beispiel: So mancher lässt sich in Ungarn oder Polen seine Zähne sanieren, da in diesen Ländern besonders kostengünstig gearbeitet wird. Aber da ist Vorsicht angebracht: Die Krankenkasse muss zuerst den Heil- und Kostenplan des ausländischen Zahnarztes genehmigen, sonst zahlt sie keine Zuschüsse zu Brücken oder Kronen.

Krankenkasse ins Boot holen

Zum Arzt ins Ausland fahren liegt im Trend. Generell haben gesetzlich Krankenversicherte zwei Möglichkeiten, eine ärztliche Behandlung in EU-Ländern zu planen:

  1. Sie holen sich vorab bei ihrer Krankenkasse eine Genehmigung ein. Hierzu ist der Vordruck E 112 oder S2 erforderlich. Die Kassen rechnen anschließend die Leistungen direkt mit den ausländischen Partnern ab.
  2. Sie legen die Kosten zunächst selbst aus, handeln also insofern wie Privatpatienten. Die Kasse erstattet ihnen später den Betrag, der auch im Inland fällig geworden wäre.
Vor Antritt der Reise sollte auf jeden Fall der Kontakt zur Krankenkasse gesucht werden. Denn es werden nicht alle Untersuchungs- und Behandlungsmethoden übernommen. Wer für medizinisch unnötige kosmetische Eingriffe oder zum Augenlasern ins Ausland fährt, wird auf den Kosten sitzen bleiben – solche Eingriffe werden auch in Deutschland nicht bezahlt.

Für Reisen außerhalb Europas empfiehlt es sich grundsätzlich, eine Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen.

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