Auszahlung der Riester-Rente: Wann, wie und wie viel?

Nicht nur die Höhe der Rente ist wichtig bei der Riester-Auszahlung

Wer einen Riester-Vertrag abgeschlossen hat, freut sich schon heute auf die zusätzliche Rente im Alter. Zurzeit sind die Auszahlungsbeträge noch gering, denn Riester-Verträge gibt es erst seit 2002. Wer jetzt schon Riester-Rente bezieht, hat meist weniger als 50 Euro monatlich. Auszahlung und Höhe der Rente hängen von vielen Faktoren ab.

Der Beginn der ersten Auszahlung ist grob festgelegt: Er fällt zusammen mit dem Beginn der regulären Altersrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Üblicherweise beginnt das Geld also zwischen dem 65. und 67. Lebensjahr zu fließen. Möglich ist eine Auszahlung aber schon ab dem 60. Geburtstag – zum Beispiel bei Frühverrentung. Wer möchte, kann auch einen späteren Beginn der Riester-Zahlungen vereinbaren; dann fallen die Beträge entsprechend höher aus. Übrigens: Bis zu dreißig Prozent können am Ende der Ansparphase sofort entnommen werden – müssen allerdings auch voll versteuert werden.

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Spannung bei der ersten Auszahlung: Wie hoch ist meine Riester-Rente?

Eine kleine Beispielrechnung: Bei einem Bruttoeinkommen von 25.000 Euro im Jahr, einer Jahres-Sparleistung von 1.000 Euro (gleich vier Prozent des Einkommens), einer 30-jährigen Anspardauer und einer Rentendauer von 18 Jahren ergeben sich etwa 470 Euro monatliche Riester-Rente. Dabei werden 4 Prozent jährliche Verzinsung angenommen und jährliche Gehaltssteigerungen von 3 Prozent – Werte, die derzeit eher selten erreicht werden. Der genannte Betrag von 470 Euro kann in der Realität sogar erheblich abweichen. Viele Faktoren spielen nämlich mit hinein:

  • Höhe der Einzahlungen,
  • Vertragslaufzeit,
  • Produktart,
  • Anbieterkosten,
  • Anlagegeschick des Anbieters,
  • Geschlecht (bei Verträgen bis 2006).
Bei klassischen Riester-Rentenverträgen steht die Höhe der Auszahlung teilweise schon vorzeitig fest, da eine Mindestgarantie besteht. Nur die Überschüsse sind ungewiss. Auch beim Banksparplan lässt sich die Höhe der Auszahlung annähernd vorab berechnen. Beim Fondssparplan und der fondsgebundenen Lebensversicherung ist die Höhe der Rente allerdings wesentlich schwieriger vorherzusagen.

Die Art des Produkts spielt eine wichtige Rolle

  • Fondssparplan: Vor allem bei Fondssparplänen gilt das „Prinzip Hoffnung“. Die Höhe der Auszahlung hängt stark von den erzielten Renditen ab. Nur die eingezahlten Beiträge und die Zulagen sind garantiert. Die Auszahlungen werden über einen Fondsentnahmeplan geregelt.
  • Fondspolice: Auch bei Fondspolicen weiß der Kunde erst einmal nicht, wie die Bescherung ausfallen wird. Erst am Ende der Sparphase werden die Fondsanteile verkauft und das Vermögen wird in sichere Anlagen umgeschichtet. Der Kunde erhält danach eine klassische Rente aus einer Einmalzahlung.
  • Banksparplan: Bei Banksparplänen hat der Kunde die Wahl zwischen einem Entnahmeplan und einer Sofortrente. Der Entnahmeplan bietet eine Besonderheit: Stirbt der Rentner vor Erreichen des 85. Lebensjahrs, steht das Restguthaben den Erben zur Verfügung.
Eine Gemeinsamkeit haben alle Riesterprodukte: Ab dem 85. Lebensjahr laufen sämtliche Auszahlungen ausschließlich über eine Rentenversicherung.

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Bei einer Minirente ist auch eine Sofortzahlung möglich

Riester-Verträge sind derzeit noch jung, werden sie doch nicht einmal seit zehn Jahren angeboten. Dementsprechend gering sind die Auszahlungen. Wird die „Geringfügigkeitsgrenze“ von 25,55 Euro monatlich (2010) nicht überschritten, hat der Sparer eine besondere Option: Er kann das Kapital auf einen Schlag entnehmen. Die Zulagen und Steuervorteile bleiben erhalten, aber der Betrag muss natürlich versteuert werden.

Das funktioniert auch dann, wenn ein Sparer mehrere Verträge besitzt – zum Beispiel weil er gewechselt hat. Bei unterschiedlichen Anbietern gilt die Geringfügigkeitsgrenze für jeden einzelnen Vertrag. Nur die Erträge vom selben Anbieter werden jeweils zusammengerechnet.

Fazit: Riester-Rente ist nicht gleich Riester-Rente. Die richtige Anlageform und den passenden Anbieter dazu zu finden, ist wichtig für die spätere Rentenhöhe. Als Verbraucher sollte man sich also vor dem Vertragsabschluss gut beraten lassen, damit die Auszahlungen im Alter wunschgemäß ausfallen.

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