Basistarif der Krankenversicherung kaum genutzt

Krankenversicherung: Nur wenige wählen PKV-Basistarif

Jeder privat Versicherte hat das Recht, sich im Basistarif zu versichern. Der Anteil der dort Versicherten ist allerdings geringer als mancher vermutet: Im Vergleich zur Zahl der Vollversicherten liegt er bei nur 0,29 Prozent (Stand Ende 2011). Die meisten Basistarif-Versicherten hat der Debeka Krankenversicherungs-Verein a.G.

Der Basistarif wurde im Zuge der Gesundheitsreform im Jahre 2009 eingeführt. Alle privaten Krankenversicherer müssen ihn seitdem anbieten. Zudem besteht ein Annahmezwang, das heißt: Bis auf wenige Ausnahmen müssen Versicherer jeden Antrag annehmen. In Umfang und Leistung ist er kein typischer PKV-Tarif, sondern entspricht in vielen Regelungen der gesetzlichen Krankenversicherung.

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Viele Parallelen zur gesetzlichen Krankenversicherung

Der maximale Monatsbeitrag des Basistarifs entspricht etwa dem durchschnittlichen Höchstbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Er ändert sich nicht mit sinkendem Einkommen. Vorerkrankungen oder Risikofaktoren haben keinen Einfluss auf die Höhe des Beitrags – anders als sonst in der PKV üblich.

Nicht nur die Tarife, sondern auch die Leistungen des Basistarifs entsprechen weitgehend den Regelungen bei den gesetzlichen Krankenkassen. Leistungskürzungen in der GKV ziehen unweigerlich entsprechende Kürzungen auch beim Basistarif nach sich.

Eher GKV-untypisch ist der Verzicht auf Familienversicherungen: Angehörige ohne eigenes Einkommen müssen einen eigenen Beitrag bezahlen.

Basistarif kann letzter Ausweg sein

Die vielen Nachteile des Basistarifs mögen der Hauptgrund dafür sein, dass von fast neun Millionen Vollversicherten in der PKV nur 26.100 Menschen diesen Tarif gewählt haben – beziehungsweise vom Versicherer dort eingestuft wurden: Rückständige Beitragszahlungen führen oft zu einer Zwangseinstufung.

Alle PKV-Unternehmen haben einen ähnlich hohen Anteil an Basistarif-Versicherten. Naturgemäß liegen also die Branchenriesen Debeka und DKV auch in diesem Bereich vorn: Ende 2011 befanden sich 5.514 Personen bei der Debeka und 2.774 bei der DKV in dieser Tarifgruppe. Größere Abweichungen vom Durchschnittswert (0,29 Prozent) gab es nur beim Münchener Verein (0,8 Prozent), der Signal (0,49 Prozent) und der Huk-Coburg (0,48 Prozent).

Fazit: Der Basistarif spielt bei allen privaten Krankenversicherungen eine Nebenrolle. Er ist am ehesten eine Option für Menschen, die nicht mehr zurück in die GKV können, aber aufgrund von Vorerkrankungen mit hohen Risikozuschlägen in der PKV rechnen müssen.

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