bAV: Pflicht für Arbeitgeber, Plus für Arbeitnehmer

Die 5 Wege zur betrieblichen Altersvorsorge (bAV)

Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) wird gern als „dritte Säule“ der Altersvorsorge bezeichnet. Neben der gesetzlichen Rentenversicherung und der privaten Vorsorge nimmt sie einen wichtigen Platz ein: staatlich gefördert (vor allem durch Steueranreize), durchgeführt mit Hilfe des Arbeitgebers und manchmal sogar finanziell unterstützt von ihm.

Die bAV zeichnet sich grundsätzlich durch hohe Sicherheit aus. Die eingezahlten Beträge stehen zu Rentenbeginn auf jeden Fall zur Verfügung (Beitragsgarantie). Diese Sicherheit ist wichtig, da die gesetzliche Rente häufig nicht mehr ausreicht und feste Einkünfte im Alter lebensnotwendig sind. Investitionen des Arbeitnehmers in die bAV können also helfen, eine drohende Versorgungslücke zu schließen. Bei der Durchführung dieser Absicherung sollten Arbeitnehmer und Arbeitgeber eng zusammenarbeiten; das beinhaltet auch eine umfassende Beratung durch den Arbeitgeber.

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Fünf Wege führen zur bAV

Bei der betrieblichen Altersvorsorge werden fünf verschiedene „Durchführungswege“ unterschieden. Der Arbeitgeber wählt einen aus und entscheidet damit auch über die angebotenen Tarife.

  • Direktzusage: Bei dieser traditionellen, noch häufig vorkommenden Form der bAV verpflichtet sich der Arbeitgeber zur späteren Zahlung einer Betriebsrente an seine Mitarbeiter. Er haftet mit seinem Betriebsvermögen dafür.
  • Unterstützungskasse: Auch hierbei haftet der Chef mit seinem Betriebsvermögen für die spätere Betriebsrente seiner Mitarbeiter.
  • Direktversicherung: Der Arbeitgeber schließt eine Rentenversicherung für seinen Arbeitnehmer ab. Der garantierte Mindestzins beträgt derzeit 2,25 Prozent.
  • Pensionskassen: Dies sind Versorgungseinrichtungen, die Beiträge überwiegend in relativ sichere Zinspapiere investieren.
  • Pensionsfonds: Sie sind in den gesetzlichen Regelungen freizügiger ausgelegt und können sogar bis zu 100 Prozent des Kapitals in Aktien anlegen.

Die drei letzten Formen sind typische Versicherungsformen und vor allem bei Neuabschlüssen weit verbreitet. Sie unterliegen der staatlichen Aufsicht durch die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht).

Manche Arbeitgeber schenken Geld dazu

Was sich noch nicht bei allen Arbeitnehmern herumgesprochen hat: Seit 2002 hat jeder Arbeitnehmer ein gesetzliches Recht auf die so genannte Entgeltumwandlung. Das bedeutet, dass ein Teil seines Gehalts umgewandelt wird in Beiträge zur Altersvorsorge. Der maximale Betrag für die Umwandlung beträgt vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung.

Bietet der Arbeitgeber weder Pensionskasse noch Pensionsfonds für die Durchführung an, kann der Arbeitnehmer auf einer Durchführung per Direktversicherung bestehen.

Viele Arbeitnehmer haben Vorteile von einer Entgeltumwandlung. Sie profitieren davon, dass die Arbeitgeberbeiträge steuerfrei sind. Diese Beiträge stammen immer „aus dem Brutto“; für den Arbeitnehmer sinkt dementsprechend das zu versteuernde Einkommen. In einzelnen Fällen schießt der Chef sogar noch freiwillig Geld dazu. Dann lohnt sich das bAV-Engagement doppelt.

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Gut überlegen und Expertenrat einholen

Trotz vieler Vorteile sollte sich jeder Arbeitnehmer genau überlegen, ob er sich an der bAV beteiligen möchte. Er muss nämlich berücksichtigen, dass die Rentner mittlerweile den vollen Krankenkassen- und Pflegeversicherungssatz auf ihre betriebliche Rente zahlen müssen. Bis 2004 war nur der halbe Satz erforderlich. Privat Versicherte sind allerdings fein raus aus dem Schneider: Sie zahlen gar nichts.

Nicht ganz risikolos kann auch Wechsel oder Verlust des Arbeitsplatzes sein. Beim Verlust des Arbeitsplatzes ist meist eine Beitragsfreistellung empfehlenswert; beim Wechsel kann es problematisch werden, wenn der neue Arbeitgeber einen anderen Durchführungsweg anbietet. Selbst eingezahlte Beträge bleiben zwar erhalten; Zuschüsse vom Chef können aber teilweise verfallen. Ebenfalls unangenehm: Bei Verträgen mit hohen Abschlussprovisionen kann der Kunde im Einzelfall mit fast leeren Händen dastehen, falls der Wechsel bereits innerhalb der ersten Vertragsjahre stattfindet.

Da die Materie recht schwierig und unübersichtlich ist, sollte sich jeder BAV-Interessent fachkundig beraten lassen. Nur Experten sind in der Lage, alle individuellen Belange zu berücksichtigen und eine maßgeschneiderte Lösung zu finden.

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