Beamte aufgepasst: Bei Dienstunfähigkeit kann es knifflig werden

Dienstherr behandelt Beamte bei Dienstunfähigkeit je nach Status

Durch ihre Pension haben Beamte fürs Alter meist ausgesorgt und benötigen zusätzliche Absicherungen nur, um ihren (oft hohen) Lebensstandard aufrecht zu erhalten. Was aber, wenn Beamte dienstunfähig werden? Nicht immer bleibt der Lebensstandard dann garantiert. Die staatliche Unterstützung bei Dienstunfähigkeit variiert je nach Status des Beamten.

Beamte auf Lebenszeit erhalten bei Dienstunfähigkeit ein Ruhegehalt. In der Regel können sie davon leben, allerdings nicht ihren vorherigen Lebensstandard behalten. Wer als 40-Jähriger 4.000 Euro brutto verdient und seinen Dienst 1995 begonnen hat, erhält etwa 1.900 Euro Ruhegehalt. Wer jünger ist bzw. später den Dienst aufgenommen hat, erhält entsprechend weniger. Beamte auf Lebenszeit müssen sich also bei Dienstunfähigkeit keine allzu großen Sorgen machen, können aber dennoch zur Wahrung ihres Lebensstandards eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen.

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Alter und Status spielen für Beamte eine wichtige Rolle

Schwieriger ist die Sachlage bei Beamten auf Widerruf. Sie können keine Leistungen ihres Dienstherren beanspruchen. Werden sie dienstunfähig, so werden sie aus dem Dienst entlassen und dann in der gesetzlichen Rentenversicherung nachversichert. Im Leistungsfall werden sie genauso behandelt wie gesetzlich Versicherte, das bedeutet: Die Ansprüche sind deutlich geringer als bei Kollegen, die fest verbeamtet sind. Nur wenn die Dienstunfähigkeit in dienstlichem Zusammenhang entstand, haben die Beamten auf Widerruf Anspruch auf Ruhegehalt.

Ähnlich verhält es sich bei Beamten auf Probe. Der Dienstherr versetzt sie bei Dienstunfällen generell in den Ruhestand; in anderen Fällen kann der Dienstherr nach eigenem Ermessen seine Entscheidung treffen.

Grundsätzlich ist also eine private Dienst- oder Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll, um nicht vom Wohlwollen des Dienstherren abhängig zu sein. Auch für jüngere Beamte auf Lebenszeit ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung empfehlenswert: Erst nach fünf Jahren Dienstzeit haben sie nämlich Anspruch auf Ruhegehalt. Deshalb sind Policen nützlich, die für fünf Jahre eine besonders hohe Versicherungsleistung vorsehen. Eine ergänzende Police könnte später die mögliche Lücke zwischen aktuellen Bezügen und Ruhegehalt schließen.

Echte und unechte Dienstunfähigkeit?

Ein wichtiger Bestandteil aller BU-Policen bei Beamten ist die so genannte Beamtenklausel. Nur eine echte Dienstunfähigkeitsklausel garantiert nämlich, dass Dienstunfähigkeit gleichgesetzt wird mit Berufsunfähigkeit. In diesem Falle leistet die Versicherung ohne weitere Prüfungen. Andere, geringwertige Klauseln können bewirken, dass der Antragsteller auf andere Tätigkeiten verwiesen werden kann; in diesem Falle ginge er bei Dienstunfähigkeit leer aus.

Andere Klauseln sehen Leistungen nur bei Versetzung in den Ruhestand (aufgrund einer allgemeinen Dienstunfähigkeit) vor; Beamte auf Widerruf oder auf Probe haben dann Pech, da sie bei Dienstunfähigkeit ja entlassen werden – und damit entfällt der Anspruch auf Leistungen.

Aufgrund der vielen vertrackten Regelungen sollten sich gerade Beamte gut beraten lassen, wenn sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Unabhängige Berater helfen bei der Entscheidung. Sie geben auch einzelnen Berufsgruppen Tipps: Polizisten, Feuerwehr- und Justizvollzugsbeamte benötigen beispielsweise Policen mit Extraregelungen.

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