Berufseinsteiger erhalten BU-Policen zu speziellen Tarifen

Oft zu früh gefreut: Viele Berufseinsteiger zahlen später bei ihrer „günstigen“ BU-Police drauf

Wer in der Ausbildung steckt oder studiert, ist in der Regel kein Krösus. Die meisten jungen Leute sparen, wo sie nur eben können. Anbieter von BU-Policen haben sich darauf eingestellt und bieten Berufseinsteigern besonders günstige Tarife an. Solche „Einsteigertarife“ können eine akzeptable Alternative sein – gegenüber gar keiner Versicherung.

Immer mehr Anbieter von Berufsunfähigkeitsversicherungen springen auf den fahrenden Zug auf. Mal heißen die Einsteigertarife Perfect Start, mal Ego young und mal Profi Care; allen ist gemeinsam, dass sie zu Beginn sehr niedrige Beiträge vorsehen. Das ändert sich allerdings in späteren Jahren, denn dann holen diese Tarife auf – und das nicht zu knapp.

Tarif-Check: Die besten BU-Tarife im Vergleich
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Stempel Info Service

BU-Police ist schon für Berufseinsteiger wichtig

Grundsätzlich ist eine besonders preisgünstige BU-Police für Berufseinsteiger eine vernünftige Sache. Junge Leute verdienen zunächst kaum eigenes Geld, so dass sie auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung in der Regel erst einmal verzichten (müssen). Andererseits ist aber ein geeigneter Berufsunfähigkeitsschutz schon für Studenten und Azubis wichtig und sinnvoll:

  • Bei Invalidität haben diese Personengruppen keinen Anspruch auf eine staatliche Erwerbsminderungsrente.
  • Eine BU-Police tritt normalerweise schon dann ein, wenn jemand seinen Beruf zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben kann. In Frage kommende Versicherungen setzen „Beruf“ gleich mit „Ausbildung“ oder „Studium“. Der Versicherungsschutz besteht also auch dann, wenn durch gesundheitliche Gründe oder Unfall das Studium oder die Ausbildung nicht mehr fortgesetzt werden können.

Ein Rechenexempel

So verlockend die Angebote klingen, so genau sollte dennoch gerechnet werden. Die Tarife richten sich bei Berufseinsteiger-Policen nach dem Lebensalter. Das bedeutet, dass im Alter relativ hohe Beiträge fällig werden. Kunden müssen jedes Jahr mit einer Preissteigerung rechnen. Vom anfangs günstigen Berufseinsteiger-Tarif bleibt dann nicht mehr viel.

In manchen Tarifen rutschen die Berufseinsteiger nach einigen Jahren automatisch in den Normaltarif; andere Tarife überlassen dem Kunden die Entscheidung, ob und wann ein Wechsel erfolgt. In jedem Fall aber zahlt der Versicherte bei späterem Eintritt in den Normaltarif mehr als bei früherem Eintritt.

Wer also in jungen Jahren spart, zahlt später kräftig drauf. Ein Beispiel: Ein 18-jähriger Azubi zum Einzelhandelskaufmann zahlt bei der Barmenia durchgehend 49 Euro monatlich für eine BU-Police (1.000 Euro monatliche Rente, Laufzeit bis 67. Geburtstag). Für eine entsprechende Starterpolice zahlt er anfangs nur 14 Euro monatlich, aber mit 56 Jahren bereits 208 Euro im Monat.

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Besser als nichts

Behält ein Kunde also einen Tarif, der sich nur am Lebensalter ausrichtet, so zahlt er am Ende häufig drauf. Sollten später ungünstige Ereignisse wie Jobverlust oder Scheidung eintreten, kann er möglicherweise den hohen Beitrag nicht mehr aufbringen: Notfalls müsste er gerade dann auf den wichtigen BU-Schutz verzichten, wenn er ihn am nötigsten hätte.

Fazit: Eine BU-Police sollte schon während des Studiums oder der Ausbildung abgeschlossen werden. Wer sehr wenig Geld zur Verfügung hat, kann zu einem speziellen Tarif für Berufseinsteiger greifen. Unterm Strich ist diese Variante besser als gar kein Schutz.

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