Berufsunfähigkeit absichern hat hohe Priorität

Risiko Berufsunfähigkeit oft unterschätzt - rechtzeitig absichern

Berufsunfähigkeit betrifft – statistisch gesehen – mittlerweile jeden vierten Berufstätigen. Das Risiko wird von vielen unterschätzt. Häufigster Grund für Berufsunfähigkeit sind psychische Probleme. Wer sich gegen BU-Risiken absichern möchte, sollte sich vorab gründlich informieren.

Vom Staat ist wenig Hilfe zu erwarten. Wer nach 1961 geboren ist und weniger als drei Stunden pro Tag arbeitsfähig ist, erhält die Erwerbsminderungsrente; sie macht aber lediglich 38 Prozent des letzten Bruttoeinkommens aus. Der Satz halbiert sich für alle, die täglich drei bis sechs Stunden arbeiten können. Berufsanfänger gehen sogar völlig leer aus, solange sie weniger als fünf Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben. Wer auf das Absichern des Risikos verzichtet hat, muss also häufig mit Hartz IV über die Runden kommen.

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Nur eine Berufsunfähigkeitsversicherung bietet echten Schutz

Eine BU-Versicherung ersetzt – ganz oder teilweise – den Verdienstausfall, der bei Eintritt des Versicherungsfalls entsteht. Der Staat zahlt – wenn überhaupt – die Erwerbsminderungsrente nur dann, wenn der Betroffene überhaupt keine Tätigkeit mehr ausüben kann. Die BU-Versicherung springt in der Regel bereits dann ein, wenn der Versicherte nicht mehr in seinem erlernten Beruf arbeiten kann. Die Berufsunfähigkeit muss in der Regel mindestens 50 Prozent betragen.

Psychische Erkrankungen sowie Skelettprobleme führen besonders häufig zur Berufsunfähigkeit. Keineswegs sind also – wie oft angenommen – Unfälle die Hauptursache für den BU-Eintritt. Sie machen nur etwa zehn Prozent der Fälle aus. Eine Unfallversicherung alleine bietet also keine ausreichende Vorsorge, um das BU-Risiko abzusichern.

Berufsunfähigkeit absichern ist gar nicht so leicht

Nicht immer ist der Abschluss einer BU-Versicherung ein Spaziergang. Chronisch Kranke haben es besonders schwer, die begehrte Police zu erhalten. Vor der Aufnahme wird eine Gesundheitsprüfung per Fragebogen durchgeführt. Wer bereits etliche Vorerkrankungen aufweist, hat wenig Chancen, einen günstigen Vertrag zu bekommen. Oft muss er sogar froh sein, wenn er sich überhaupt gegen das BU-Risiko absichern kann.

Nach einer Faustregel steigt etwa ab einem Lebensalter von 40 Jahren das Risiko einer Ablehnung deutlich an. Wer sich gegen Risiken einer Berufsunfähigkeit absichern möchte, sollte also bereits in jungen Jahren beginnen. Dann stimmt meist auch die Höhe der Prämie; im höheren Lebensalter kann eine BU-Versicherung ansonsten richtig teuer werden.

Wer in einem Risikoberuf arbeitet, muss ohnehin mit einem Aufschlag rechnen. Die Versicherer haben so genannte Berufsgruppen eingeführt; einige Anbieter überarbeiten zurzeit diese Eingruppierungen – meist zugunsten der Versicherten.

Beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist genaues Hinsehen wichtig. Die so genannte „abstrakte Verweisung“ sollte in dem Vertrag ausdrücklich ausgeschlossen sein. Nur dann kann der Kunde sicher sein, dass er eine Leistung erhält, wenn er im erlernten Beruf berufsunfähig wird. Anderenfalls kann die Versicherung ihn auf eine andere Tätigkeit „verweisen“.

Auch der so genannte Prognosezeitraum spielt eine wichtige Rolle. Manche Versicherer fordern, dass der Arzt mindestens für ein bis drei Jahre eine voraussichtlich dauernde Berufsunfähigkeit attestiert. Das ist für Ärzte oft schwierig. Wesentlich kundenfreundlicher sind Regelungen, die einen Prognose-Zeitraum von sechs Monaten vorsehen.

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Darauf sollte man achten

Wer sich optimal gegen das Risiko einer Berufsunfähigkeit absichern will, sollte einige weitere Tipps beherzigen.

  • Die BU-Rente sollte zwischen 70 und 100 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens ausmachen. Dabei muss natürlich jeder seinen persönlichen Bedarf abschätzen.
  • Der Vertrag sollte eine volle Auszahlung vorsehen, sobald eine Berufsunfähigkeit von 50 Prozent vorliegt.
  • Vorsicht vor Koppelungen vom BU-Schutz mit Kapitallebens- oder Rentenversicherungen! Wer eventuell seine Altersvorsorge kündigt, verliert dann auch seinen Risikoschutz.
  • Gute Verträge ermöglichen Änderungen, zum Beispiel einen Wechsel in die Selbständigkeit
  • Achten Sie darauf, dass der komplette Zeitraum bis zum Renteneintritt abgedeckt ist. Bei Anhebungen der Altersgrenze können sonst Deckungslücken entstehen.
  • Jüngere sind gut beraten, wenn sie sich eine Nachversicherungsgarantie geben lassen. So können sie sich später auch mit einer höheren BU-Rente absichern, ohne erneut eine Gesundheitsprüfung machen zu müssen.

Bei Gesundheitsfragen nicht schludern

Der wichtigste Rat kommt zum Schluss: Bei der Antragstellung sind korrekte Angaben zwingend notwendig. Wer Vorerkrankungen vergisst – egal ob aus bloßer Unkenntnis, Vergesslichkeit oder anderen Gründen – , kann später Schwierigkeiten bekommen. Möchte er eine Leistung beanspruchen, prüfen die Versicherer sehr genau seine Krankengeschichte. Dabei werden auch Erkundigungen bei Ärzten eingeholt. Gibt es hier Differenzen zwischen den nachträglichen Recherchen und den früheren Aussagen bei Vertragsschluss, ist der Ärger vorprogrammiert: Viele Fälle landen dann sogar vor Gericht.

Wer sich wirksam gegen die Risiken von Berufsunfähigkeit absichern möchte, muss sich den Anbieter sorgfältig aussuchen. Dazu sollte man den Rat unabhängiger Berater wahrnehmen, denn nur sie weisen im persönlichen Gespräch auf die Tücken in den Vertragsbedingungen hin.