Berufsunfähigkeit: Auf die staatliche Rente allein ist kein Verlass

Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel

Jedes Jahr scheiden rund 200.000 Arbeitnehmer aus dem Erwerbsleben aus, weil sie invalide oder zu krank zum Arbeiten sind. Grundsätzlich haben Beschäftigte einen Anspruch auf eine staatliche Erwerbsminderungsrente. Doch deren Höhe ist sehr gering. Und sie kommt nur unter bestimmten Bedingungen zur Auszahlung. Wer seinen Lebensstandard zumindest annähernd halten will, kommt um eine private Berufsunfähigkeitsversicherung nicht herum.

Wie sinnvoll die Vorsorge für den Fall der Berufsunfähigkeit sein kann, veranschaulicht eine Zahl des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft: Laut GDV beträgt die Erwerbsminderungsrente für einen Durchschnittsverdiener nur etwa 650 Euro. Das reicht nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Experten empfehlen daher Berufsunfähigkeitspolicen mit Leistungsgarantien von achtzig bis hundert Prozent des aktuellen Nettoeinkommens.

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Verbraucherschützer empfehlen Vertragsabschluss so früh wie möglich

Nur rund die Hälfte der deutschen Beschäftigten hat bislang eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen. Viele halten die Police für zu teuer, wie Umfragen der Versicherungswirtschaft zeigen. Dabei empfehlen Verbraucherschützer regelmäßig den Abschluss eines Vertrags so früh wie möglich. Zum Einen sind die Tarife dann günstiger. Zum Anderen haben junge Leute bessere Chancen, die Gesundheitsprüfungen der Versicherer zu bestehen und überhaupt einen Versicherungsschutz zu erhalten.

Für Berufsanfänger gibt es einen weiteren Grund zum Handeln: Erst nach fünf Berufsjahren gibt es einen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente. Für die Jahrgänge ab 1961 gibt es diese staatliche Leistung seit der Rentenreform des Jahres 2001 allerdings nur mit Einschränkungen: Der Staat zahlt noch maximal dreißig Prozent des letzten Bruttogehalts. Auch die Zumutbarkeitsgrenzen hat der Gesetzgeber neu definiert.

Vertragskonditionen prüfen ist Pflicht

Wer beim Vertragsabschluss nicht aufpasst, muss damit rechnen, in einen anderen als den erlernten Beruf verwiesen zu werden. Dieses so genannte Verweisungsrecht behalten sich einzelne Versicherer immer noch vor. Verbraucher sollten sich damit jedoch nicht zufrieden geben. Ebenso sollte man darauf achten, dass die vereinbarte Leistung ohne Wartezeit zur Auszahlung kommt.

Auch der Prognosezeitraum für die eingetretene Berufsunfähigkeit ist zu beachten: Hier sollte eine Frist von höchstens sechs Monaten gelten. Weiterhin wichtig: Die vereinbarte Rentenzahlung sollte im Zeitverlauf ohne neuerliche Gesundheitsprüfung an ein steigendes Einkommen angepasst werden können. (Artikel aktualisiert am 26.10.2011, alv)

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