Berufsunfähigkeitsversicherung: Keine Police für psychisch Kranke?

Psychische Erkrankungen erschweren den Zugang zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Jeder Berufstätige sollte eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) haben. Denn für alle nach dem 1. Januar 1961 geborenen zahlt der Staat keine BU-Rente. Doch einigen Menschen wird der Zutritt zu dieser wichtigen Versicherung verwehrt. Wer zum Beispiel an einer psychischen Erkrankung leidet, hat es schwer, eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu bekommen.

Versicherungsunternehmen schränken ihre Angebote bei psychischen Erkrankungen beträchtlich ein. Dies zeigt eine Umfrage der Bundespychotherapeutenkammer (BPtK) bei 45 privaten Anbietern. Demnach lehnten drei Unternehmen eine Versicherung ab, 33 Versicherungsgesellschaften schränkten ihre Leistungen bei psychischen Problemen stark ein und neun Anbieter haben die Auskunft verweigert.

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Versicherer stellen hohe Hürden für psychisch Kranke auf

Personen, die an einer psychische Krankheit leiden, können oft keine BU abschließen oder müssen gravierende Einschränkungen hinnehmen. Nach einer psychologischen Behandlung müssen die Antragsteller Wartezeiten von bis zu fünf Jahren akzeptieren. Selbst dann sei ein Vertragsabschluss noch nicht sicher, so die Bundespsychotherapeutenkammer.

Manche Versicherungen knüpfen an den Abschluss einer BU einen Prämienaufschlag oder den Ausschluss einzelner Krankheiten. Ist das die Lösung? Die Berufsunfähigkeitsversicherung gehört ohnehin schon zu den teuersten Versicherungen. Wenn nun noch ein Aufschlag dazukommt, steigt die Prämie in Höhen, die viele Interessenten abschreckt. Auch ein Ausschluss spezieller Krankheiten ist oft nicht sinnvoll. Kommt es aufgrund der ausgeschlossenen Krankheit – zum Beispiel einer psychologischen Erkrankung - zur Berufsunfähigkeit ist der Versicherer fein raus: Er muss nicht zahlen.

Private Vorsorge sollte möglich sein

Gegen Berufsunfähigkeit können sich jüngere Erwerbstätige nur noch privat versichern. Denn der Staat hat die gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente für alle, die nach dem 1. Januar 1961 geboren sind, gestrichen. Stattdessen bekommen die Erwerbstätigen nur noch eine geringe Erwerbsminderungsrente. Dabei ist das Risiko, an einem psychischen Leiden zu erkranken, relativ hoch: Jede dritte staatliche Rente wegen verringerter Erwerbsfähigkeit wird infolge einer psychischen Erkrankung gezahlt. Was können die Betroffenen tun, um ihre Versorgungslücke zu schließen? BPtK-Präsident Rainer Richter sieht den Gesetzgeber in der Pflicht: Wenn von den Bürgern private Vorsorge verlangt werde, müsse es dem Einzelnen auch möglich sein, eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen.

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