Berufsunfähigkeitsversicherung: Bewegung bei den Berufsgruppen

Berufsgruppen werden umsortiert: Für Neukunden wird der Berufsunfähigkeits-Schutz oft billiger

Das wurde Zeit: Immer mehr Versicherungen passen ihre BU-Policen den sich ändernden Berufsbildern an. Vor allem Akademiker mit Personalverantwortung profitieren von Neueinstufungen vieler Berufsgruppen. Aber auch Angehörige anderer Berufe erhalten günstigere Tarife, wenn sie sich gegen Berufsunfähigkeit versichern möchten.

Schon lange schleppen Drucker keine schweren Druckplatten mehr durch die Gegend. Die Arbeit ist risikoärmer geworden: Meist werden nur noch Maschinen oder Computer bedient. Logisch, dass manch althergebrachte Einordnung in Berufsgruppen nicht mehr stimmt. Zahlreiche Anbieter von Berufsunfähigkeitsversicherungen haben ihre Konsequenzen gezogen. Sie nahmen jeden versicherten Beruf unter die Lupe und überprüften die Einordnung in bestimmte Berufsgruppen.

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Berufsgruppen entscheiden über Preis beim BU-Schutz

Traditionell sortieren Versicherer die Berufsgruppen in vier Kategorien. Je höher die Kategorie ist, desto höher schätzen sie das Risiko einer Berufsunfähigkeit ein. Dementsprechend erhöhen sich auch die Beiträge. Mittlerweile gehen immer mehr Versicherungen dazu über, Zwischengruppen einzurichten. Die einzelnen Berufsgruppen werden so immer feiner ausdifferenziert.

Ein weiterer Trend: Zunehmend werden einzelne Berufe zwischen den Berufsgruppen verschoben. So hat die Neue Bayerische Beamten Lebensversicherung rund 1.000 Berufe neu einsortiert. Die oben erwähnten Drucker kletterten beispielsweise von der Gruppe vier in Gruppe drei. Bei der Zurich Versicherung rutschten gleich 300 kaufmännische Berufe von Gruppe zwei in Gruppe eins. Angehörige entsprechender Berufsgruppen können sich freuen: Sie können sich nun zum günstigstmöglichen Tarif gegen Berufsunfähigkeit absichern.

Verbesserungen nur für Neukunden

Könnten sich die Versicherer ihren Wunschkunden zurechtmodellieren, so wäre er jung, gesund, ausgestattet mit Studium oder Berufsausbildung und würde überwiegend im Büro arbeiten. Am besten wäre er auch noch eine Führungspersönlichkeit, die unangenehme Aufgaben delegieren kann – das verringert den Stress. Natürlich entsprechen nicht alle Versicherten in der Berufsunfähigkeitsversicherung diesem Idealbild; zurzeit bemühen sich die Unternehmen aber verstärkt um solche (für sie) guten Neukunden. Wer also alle oder einen Großteil der genannten Kriterien erfüllt, kann mit besonders günstigen Tarifen rechnen. Nicht alle können sich aber darüber freuen: Bestandskunden werden im Allgemeinen nicht automatisch umgestuft. Und ob sich vielleicht eine erneute Gesundheitsprüfung lohnt, muss jeder Kunde im Einzelfall selbst entscheiden.

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Schutz gegen Berufsunfähigkeit nur für Privilegierte?

Eines muss den Anbietern von Berufsunfähigkeitsversicherungen allerdings deutlich ins Stammbuch geschrieben werden: Auf der Jagd nach ihren Traumkunden sollten sie ihre Hauptaufgabe nicht aus den Augen verlieren – nämlich jedem Interessierten einen bezahlbaren Schutz gegen Berufsunfähigkeit zu ermöglichen. Manche Kunden müssen von Pontius zu Pilatus eilen, um irgendwo vielleicht endlich eine BU-Police zu erwischen.

Vor allem körperlich schwer Arbeitende oder Personen mit Vorerkrankungen haben große Schwierigkeiten; die Eingruppierung in Berufsgruppen kann ihnen da schon fast egal sein, sie sind froh, wenn sie überhaupt versichert werden. Sogar Lehrer haben es mitunter schwer: Die starke psychische Belastung ihrer Tätigkeit hat sich mittlerweile auch bei den Berufsunfähigkeitsversicherungen herumgesprochen.