Berufsunfähigkeitsversicherung: Prüfung der Bedingungen unentbehrlich

Bei Berufsunfähigkeitsversicherungen sind gute Bedingungen wichtiger als der Preis

Die Bedingungen von Berufsunfähigkeitsversicherungen sind oft alles andere als kundenfreundlich. Nicht selten wimmeln sie von unverständlichen Formulierungen, die die meisten Verbraucher überfordern. Eine gute Beratung zählt deshalb zu den wichtigsten Voraussetzungen, um eine leistungsstarke BU-Versicherung zu finden.

In einer Untersuchung prüfte die Zeitschrift „Öko-Test“ Bedingungen und Preisniveau von Berufsunfähigkeitsversicherungen. Fast zu erwarten: Die Note „sehr gut“ war nicht vertreten. Gleichwohl gab es ordentliche Policen, die nicht nur preislich gut abschnitten, sondern auch faire, durchschaubare Bedingungen boten. Die besten Anbieter:

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Ungünstige Bedingungen bei Berufsunfähigkeitsversicherungen

Immer wieder findet man in manchen Verträgen Klauseln, die sich bei Eintritt einer Berufsunfähigkeit als nachteilig herausstellen. Verbraucher sollten daher schon beim Abschluss sicherstellen, dass solche Passagen nicht auftauchen. Einige Beispiele:

  • Kurze Meldefristen: Berufsunfähigkeit entsteht zumeist nicht von heute auf morgen. Oft wird sie sogar erst nach langer Zeit erkannt. Bei kurzen Meldefristen zahlt die Versicherung oft nicht rückwirkend. Damit geht dem Versicherten viel Geld verloren.
  • Karenzzeit: Ähnlich problematisch ist die Bedingung, dass der Versicherer generell erst nach einer Karenzzeit von 6 Monaten zahlt. Kundenfreundlich bedeutet dagegen: Auszahlung der BU-Rente sofort ab Eintritt der Berufsunfähigkeit.
  • Zahlung nur bei dauerhafter BU: In vielen Verträgen tauchen Klauseln auf, dass der Versicherer nur bei einer voraussichtlich dauerhaften Berufsunfähigkeit zahlen muss. In der Regel werden darunter 3 Jahre verstanden. Richtig gute Versicherungen zahlen schon, wenn die Berufsunfähigkeit voraussichtlich 6 Monate dauert.

Flexibilität nicht inbegriffen

Manche Verträge beinhalten besonders unflexible Bedingungen. So fehlt mitunter eine Nachversicherungsgarantie, mit der man den Versicherungsschutz problemlos erhöhen könnte, wenn sich die Lebensumstände ändern. Das kann beispielsweise bei Heirat, Geburt eines Kindes oder auch beim Bau eines Hauses der Fall sein. Eine solche Garantie sollte keine erneute Gesundheitsprüfung einfordern.

Manchmal kann einem das nötige Kleingeld ausgehen, um die Versicherungspolicen pünktlich zu bezahlen. Vorteilhaft ist es dann, wenn die Bedingungen eine Stundung der Beiträge vorsehen. Eine solche Beitragsaussetzung sollte auch möglich sein, wenn ein Leistungsantrag gestellt wird. Die Bearbeitung solcher Anträge zieht sich mitunter über Monate, sogar Jahre hin.

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Wanted: unabhängige Beratung

Für Laien ist es kaum möglich, sämtliche Versicherungsbedingungen auf ihre Tauglichkeit im Leistungsfall hin abzuklopfen. Viele wünschen sich Hilfe in Form einer soliden Beratung. Auf dem Beratungsmarkt tummeln sich allerdings zahlreiche Gesellen, die lieber verkaufen als ernsthaft zu beraten. Wie trennt man da die Spreu vom Weizen?

Es gibt – grob gesagt – drei Beratertypen:

  • Vertreter: Sie vertreten in der Regel nur einen einzigen Versicherer – und wollen natürlich dessen Produkte an den Mann bringen. Ob diese immer das Beste für den Kunden sind, ist eine andere Frage.
  • Versicherungsmakler: Sie sind nicht vertraglich mit einem Unternehmen verbunden. Das gibt ihnen größeren Handlungsspielraum. Allerdings leben sie überwiegend – genau wie die Vertreter – von den Provisionen für Vertragsabschlüsse.
  • Versicherungsberater: Sie berechnen ihren Kunden ein Honorar für ihre Tätigkeit. Die Abrechnung erfolgt nach der Rechtsanwalts-Vergütungsverordnung. Versicherungsberater – übrigens ein geschützter Begriff – erhalten von Versicherern keine Provision.

Versicherungsberater sind die beste Wahl

Wer als Kunde sichergehen will, dass die Bedingungen einer Berufsunfähigkeitsversicherung fair sind, sollte das Geld für einen Versicherungsberater investieren. Denn nur er muss nicht (zumindest mit einem Auge) auf die Provisionen schielen. Nur hier können sich Verbraucher also wirklich sicher sein, dass der Berater die Vertragsbedingungen ausschließlich im Kundeninteresse prüft.

Versicherungsberater sind allerdings rar. Am besten findet man sie über den Bundesverband der Versicherungsberater e.V. (BVVB).