Checkliste zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Checkliste Berufsunfähigkeitsversicherung: Darauf sollten Sie achten

Jeder vierte bis fünfte Berufstätige muss aus gesundheitlichen Gründen seinen Job vorzeitig an den Nagel hängen. Nur eine Berufsunfähigkeitsversicherung schützt dann effektiv vor existenziellen Nöten. Die Vorsorge&Finanzen-Checklisten klären auf, worauf man beim Abschluss achten muss.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollte man möglichst früh abschließen. Dann sind die Konditionen häufig noch besser und die Tarife günstiger. Die BU-Police gehört zu den bedeutendsten Versicherungen überhaupt, da sie ein ganz wichtiges Kapital absichert: die Arbeitskraft. Wer aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kann, erhält vom Staat kaum Hilfe; meist bleibt nur die Grundabsicherung. Eigene Vorsorge tut also Not. Um dabei alles richtig zu machen, sollte jede einzelne Checkliste gründlich durchgearbeitet werden.

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Checkliste 1: Was bietet die Berufsunfähigkeitsversicherung?

  • Die Berufsunfähigkeitsversicherung tritt ein, wenn ein Versicherter durch Krankheit oder Unfall seinen Beruf längerfristig nicht mehr ausüben kann. Er erhält dann eine monatliche Rente, damit er seinen Lebensstandard aufrecht erhalten kann.
  • Für Schüler, Studenten, Auszubildende, Selbständige sowie Hausfrauen/-männer ist die Berufsunfähigkeitsversicherung besonders wichtig, denn sie haben bei Verlust der Arbeitskraft häufig keinen Leistungsanspruch an den Staat. Berufstätige erhalten generell nur geringe Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung. So erhalten nach 1961 Geborene im günstigsten Fall 32 Prozent des letzten Bruttoeinkommens als Erwerbsminderungsrente.
  • Auch für Beamte ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung nützlich. Sie sollten beim Vertrag darauf achten, dass eine eventuelle Dienstunfähigkeit gleichgesetzt wird mit Berufsunfähigkeit. Dann erhalten sie im BU-Falle ohne weitere Prüfungen Leistungen ihres Versicherers.

Checkliste 2: Wie hoch ist das persönliche Berufsunfähigkeitsrisiko?

  • Besonders gefährdete Berufe sind Dachdecker, Gerüstbauer, Bergleute usw.; weniger gefährdet: Physiker, Ingenieure, Rechtsanwälte, Notare usw.
  • Aber auch Angehöriger „ungefährlicher“ Berufe sollten eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Zum einen erhalten sie besonders günstige Tarife. Zum anderen sind keineswegs etwa Unfälle die Hauptursache für Berufsunfähigkeit:
  • Häufigste Gründe für Berufsunfähigkeit sind psychische Erkrankungen (38 Prozent), Erkrankungen des Bewegungsapparates (15 Prozent), Krebserkrankungen (15 Prozent), Herz-/Kreislauferkrankungen (10 Prozent).
  • Jeder ist vom Verlust seiner Arbeitskraft gleichermaßen betroffen; deshalb lohnt sich der Abschluss einer Police für jeden, ungeachtet des persönlichen Risikos. Bei guter Gesundheit und „ungefährlichem“ Beruf sind die Beiträge besonders niedrig.

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Checkliste 3: Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Es gibt etliche Alternativen zur „reinen“ Berufsunfähigkeitsversicherung, aber sie haben ihre Nachteile!

  • Eine BU als Zusatzbaustein zu einer kapitalbildenden Versicherung ist wenig empfehlenswert, da sie kaum Flexibilität bietet. Muss – zum Beispiel aufgrund wirtschaftlicher Probleme – die Kapitalversicherung stillgelegt werden, entfällt auch der wichtige BU-Schutz.
  • Das gilt sinngemäß auch für Riester-Koppelprodukte. Eine BU-Rente wird dann nämlich voll besteuert; bei einer separaten Versicherung hingegen wird nur der Ertragsanteil besteuert.
  • Unfallversicherung: Sie zahlt ausschließlich nach Unfällen. Sie macht allenfalls Sinn, um eine hohe Einmalzahlung zu erhalten. So kann beispielsweise das Haus behindertengerecht umgebaut werden.
  • Grundfähigkeitsversicherung: Sie leistet bei Verlust bestimmter Fähigkeiten, etwa Hören, Sehen oder Treppensteigen. Aufgrund des stark eingeschränkten Leistungsspektrums ist diese Versicherung nicht zu empfehlen.

Checkliste 4: Worauf muss man noch achten?

  • Höhe der Beiträge: Sie setzt sich aus unterschiedlichen Faktoren zusammen. Neben Alter, Beruf und Gesundheitszustand spielen Höhe der Rente und Höhe der Todesfallsumme eine Rolle.
  • Die Antragstellung: Bei der Antragstellung sollte man sehr gewissenhaft vorgehen. Alle Gesundheitsfragen müssen genau und ausführlich beantwortet werden. Aus falschen/unvollständigen Angaben kann der Versicherer dem Kunden später einen Strick drehen: Er kann sich dann seiner Leistungspflicht entziehen und der Kunde geht leer aus. Am besten fertigt man sich selbst eine laufende Checkliste an, in die man alle Arztbesuche und Diagnosen einträgt.
  • Die Crux mit den Gesundheitsfragen: Wer schon viele Vorerkrankungen hat, bekommt manchmal kein (akzeptables) Angebot für eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Er kann aber eine „anonyme Risikovoranfrage“ stellen. Das kann beispielsweise ein Versicherungsberater übernehmen. Durch die Vielzahl von Anfragen bei mehreren Anbietern steigt die Chance, eine passende Police zu bekommen.
  • Wichtige Vertragsklauseln: Der Vertrag sollte einige wichtige Merkmale aufweisen, zum Beispiel den Verzicht auf abstrakte Verweisung (der Versicherer kann den Kunden nicht auf eine andere vergleichbare Tätigkeit verweisen), einen möglichst kurzen Prognosezeitraum (z.B. sechs Monate) und eine Nachversicherungsgarantie (Erhöhung der Versicherungssumme bei bestimmten Ereignissen wie Heirat, Geburt usw.). Auf einer persönlichen Checkliste sollte man alle Features auflisten, die einem besonders wichtig sind. So kann man unterschiedliche Vertragsangebote schnell miteinander vergleichen.

Checkliste 5: Wenn alle Stricke reißen …

Wer mit seinem Vertrag unzufrieden ist, kann ihn normalerweise immer zum Ende eines Versicherungsjahres kündigen.

  • Meist muss das Kündigungsschreiben einen Monat vorher beim Anbieter eintreffen. Werden die Beiträge nicht jährlich gezahlt, kann jeweils zum Schluss eines Ratenzahlungsabschnitts gekündigt werden.
  • Die Kündigung sollte per Einschreiben und mit Rückschein erfolgen.
  • Ein Versicherungsvertrag sollte erst gekündigt werden, wenn die Zusage für einen neuen Vertrag vorliegt. Sonst kann man zwischendurch ohne Versicherungsschutz dastehen. Das Risiko, bei einem neuen Vertrag abgelehnt zu werden, steigt mit zunehmendem Lebensalter.
Nach der Abarbeitung der Checklisten sollte zusätzlich der Rat von Experten hinzugezogen werden. Das lohnt sich gerade bei einer so wichtigen Versicherung wie der Berufsunfähigkeitsversicherung. Fachleute können im Gespräch die persönliche Situation des Kunden analysieren und ein passendes Vertragsangebot vorbereiten. Das senkt die Gefahr, einen dauerhaft ungünstigen Vertrag abzuschließen.