Berufsunfähigkeitsversicherung contra Versorgungswerk für Ärzte

Versorgungswerk für Ärzte deckt Bedarf nur teilweise ab – Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll

Pflichtversicherte Ärzte können in bestimmten Fällen aus dem ärztlichen Versorgungswerk eine Berufsunfähigkeitsrente beziehen. Ob diese angesichts des gehobenen Lebensstandards vieler Mediziner im Ernstfall ausreicht, ist allerdings genauestens zu prüfen. Häufig empfiehlt es sich, die drohende Versorgungslücke durch eine zusätzliche Berufsunfähigkeitsversicherung auszugleichen.

Niedergelassene Ärzte sind automatisch mit ihrer Zulassung, wie andere Freiberufler auch, Zwangsmitglied in einem Versorgungswerk. Mit den Beiträgen in ihr Versorgungswerk erwerben sie Ansprüche auf Altersrente, Hinterbliebenenvorsorge sowie einen Berufsunfähigkeitsschutz. Laut aktueller Zahlen aus 2007 liegt die durchschnittliche Berufsunfähigkeitsrente bei 2.434 Euro pro Monat. Über die tatsächliche Höhe der möglichen eigenen Berufsunfähigkeitsrente informieren jährliche Kontoinformationen.

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Berufsunfähigkeitsversicherung versus Versorgungswerk

Dr. Gerhard Rosler von der Ärzteversorgung Nordrhein sieht drei wesentliche Vorteile des Versorgungswerks der Ärzte im Bereich der Berufsunfähigkeitsabsicherung. Abschlussprovisionen fallen keine an. Die Verwaltungskosten sind niedrig. Und auch von den Renditen zeigt er sich begeistert: „Wir rechnen hoch, was der Arzt bekommen würde, wenn er bis zum 60. Lebensjahr Beiträge gezahlt hätte.“ Aber auch wenn die durchschnittliche Berufsunfähigkeitsrente bei gut 2.400 Euro pro Monat liegt, müssen alle Ärzte ihren konkreten Bedarf kennen. Wem dieser Betrag oder die individuell mitgeteilte geringere Berufsunfähigkeitsrente nicht genügt, sollte über eine Berufsunfähigkeitsversicherung nachdenken. Den wesentlichen Nachteil des Versorgungswerkes benennt Rosler auch.

Das Versorgungswerk für Ärzte hat einen enormen Nachteil

„Es wird genau hingesehen, ob jemand wirklich arbeitsunfähig ist.“, so Dr. Rosler. Kann etwa ein Psychiater seine Tätigkeit auch noch im Rollstuhl ausüben? Ist ein Chirurg wirklich nicht mehr fähig, als Arzt zu arbeiten, nachdem er mehrere Bandscheibenvorfälle hatte? Eine Berufsunfähigkeitsrente aus dem Versorgungswerk gibt es nur, wenn Ärzte überhaupt nicht mehr im medizinischen Bereich arbeiten können. Selbst eine Tätigkeit in der Verwaltung oder als Gutachter muss ausgeschlossen sein. Das Versorgungswerk zahlt auch nicht, wenn die gesundheitliche Beeinträchtigung nur vorübergehend ist. Hier hilft nur eine zusätzliche Berufsunfähigkeitsversicherung.

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Berufsunfähigkeitsversicherung mindert finanzielles Risiko

Eine zusätzliche Berufsunfähigkeitsversicherung ist auch für Ärzte von großem Vorteil. Denn was Berufsunfähigkeit ist, wird nach den jeweiligen Bedingungen der einzelnen Versicherer anders geprüft als beim Versorgungswerk. Hier sind die Anforderungen weniger streng. Bei vielen Versicherern beträgt der Prognosezeitraum nur sechs Monate. Berufsunfähig ist der Arzt somit dann, wenn er seine Tätigkeit für die voraussichtliche Dauer von mindestens sechs Monaten zu fünfzig Prozent nicht mehr leisten kann. Auch wenn der Betroffene nach einer gewissen Zeit wieder gesund ist, erhält er für die Dauer seiner Erkrankung eine Rentenzahlung aus der Berufsunfähigkeitsversicherung.

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