Berufsunfähigkeitsversicherung: Stiftung Warentest wertet Umfrage aus

Stiftung Warentest: Nur jedem Vierten glückt ein glatter Antrag auf Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Berufsunfähigkeitsversicherung auf dem Prüfstand: Stiftung Warentest wollte es genau wissen und befragte ihre Leser. 274 Antworten wurden ausgewertet. Ein Viertel davon berichtete Positives: Diese Interessenten erhielten Verträge wie gewünscht. Der Rest versank in einem Dschungel von Ablehnungen oder schlechten Bedingungen. Rund ein Drittel der Antragsteller verzichtete am Ende selbst.

Stiftung Warentest: Nur jedem Vierten glückt ein glatter Antrag auf BerufsunfähigkeitsversicherungBerufsunfähigkeitsversicherung: Umfrage von Stiftung Warentest

Die meisten machten die Erfahrung, dass es keineswegs einfach ist, überhaupt eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu erhalten. Bei der Befragung durch die Stiftung Warentest gaben sie zu Protokoll, dass sie oft schon über die umfangreichen Fragen zur Gesundheitsprüfung stolperten. Wer sich durch die Formulare durchgekämpft hatte, musste manchmal monatelang auf eine Antwort warten – wenn die überhaupt kam.

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Probleme mit Wirbelsäule oder Psyche? Schlechte Karten bei Berufsunfähigkeitsversicherung

Manche Versicherungen scheinen sich nur mühsam zu einem Angebot durchzuringen. Vor allem Vorerkrankungen sind Stolpersteine. Laut Stiftung Warentest erfolgen am häufigsten Ablehnungen aufgrund von Problemen an Wirbelsäule oder am Bewegungsapparat. Psychische Probleme der Versicherten dämpfen fast ebenso häufig die Lust der Versicherer auf Vertragsabschluss. Auch Allergien oder Erkrankungen in den Bereichen Herz, Kreislauf oder Gefäße sind regelmäßige Ablehnungsgründe. Manche Berufe sind bei den Versicherern vorbelastet. Friseure leiden häufig an Allergien. Musiker werden fast automatisch abgelehnt: Den Versicherern ist das Risiko einer Berufsunfähigkeitsversicherung zu hoch, da Musiker sehr auf ihre körperliche Konstitution angewiesen sind. Am liebsten sind den Versicherern offenbar kerngesunde junge Leute, die Schutz maximal bis zum 55. Lebensjahr beantragen – und nicht etwa bis zum Beginn des Rentenalters.

Zwei Tipps von der Stiftung Warentest für den Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung

Für Versicherungswillige hat die Stiftung Warentest gute Tipps parat. Thema Vorerkrankungen: Interessenten für eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollten vor Abgabe des Antrags mit ihrem Arzt sprechen. Der kann am sichersten über die Erkrankungen Auskunft geben, die im gefragten Zeitraum anzugeben sind. Weder ein Zuviel noch ein Zuwenig an Angaben ist im Interesse des Versicherten. Und: Nach den Erfahrungen der Leser lohnen sich manchmal Verhandlungen mit der Versicherung. So kann sich zum Beispiel der Risikozuschlag für bestimmte Vorerkrankungen verringern.

Thema gute Versicherer: In einem Test aus 2009 verglich die Stiftung Warentest Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherungen kombiniert mit Risikolebensversicherungen. Die Traumnote 1+ erhielten die AachenMünchener, Generali, Hannoversche Leben, HUK-Coburg und Huk24. Berücksichtigt wurden vor allem die Bedingungen der Versicherungen sowie Probleme bei der Antragstellung.

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Die „Schwarze Liste“ der Versicherer: ein lang gehütetes Geheimnis

Wer sich fragt, warum er bei jedem angefragten Versicherer abgelehnt wird, könnte im HIS des GDV gelandet sein. Im Klartext: Das Hinweis- und Informationssystem (HIS) des GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft) hat ihn erfasst. Hier laufen alle Meldungen von Versicherern zusammen, wenn ihnen Kunden problematisch erscheinen. Das können – bezogen auf die Berufsunfähigkeitsversicherung – bestimmte Vorerkrankungen oder riskante Berufe sein. Auch andere Versicherungen melden hier ihre jeweiligen „schwarzen Schafe“: zum Beispiel einen Hausbesitzer, bei dem zum dritten Mal in einem Jahr eingebrochen wurde.

Tipp: Seit 2009 können Sie Auskunft verlangen, welcher Versicherer Daten über Sie gespeichert hat. Dieser ist verpflichtet, Ihnen die Inhalte der Einträge mitzuteilen. Richten Sie Ihre Anfrage an den GDV, Wilhelmstr. 43 G, 10117 Berlin (mit Kopie des Personalausweises).