Billige BU-Policen bieten meist zu wenig

BU-Policen: Verbraucherschützer warnen vor Billiglösungen

Erwerbsunfähigkeitsversicherungen sind ein neuer Trend. Sie versprechen niedrige Tarife und eine Police ohne große Gesundheitsprüfung. Aber Vorsicht: Die echte Berufsunfähigkeitsversicherung können sie nicht ersetzen. Die BU-Police springt nämlich meist schon ein, wenn man seinen bisherigen Beruf nicht mehr ausüben kann.

Im Gegensatz zur BU-Police zahlt die Erwerbsunfähigkeitsversicherung nur dann, wenn der Kunde gar keine Arbeit mehr ausüben kann. Verbraucherschützer sehen das mit Skepsis. Bei einer solchen Regelung kann es lange dauern, bis die Versicherung wirklich zahlpflichtig wird. Experten raten deshalb grundsätzlich eher zu einer „echten“ BU-Police. Auch anderen Billigangeboten sollte man mit Skepsis begegnen.

Tarif-Check: Die besten BU-Tarife im Vergleich
Meine Vorgaben für den Anbieter-Tarif-Vergleich
Bitte Versicherung wählen …
Ich interessiere mich für …
Monatliche Rente bei Berufsunfähigkeit
Versicherungsdauer bis zum Alter …
Priorität (Mir ist wichtig …)
Stempel Info Service

Kaum Gesundheitsfragen

Billige BU-Policen in Form einer Erwerbsunfähigkeitsversicherung haben lediglich einen Vorteil: Antragsteller müssen nur wenige Fragen zu ihrer Gesundheit beantworten. Vor allem Kunden mit vielen Vorerkrankungen finden deshalb Angebote mit billigen BU-Policen attraktiv. Außerdem sind auch die Tarife wesentlich günstiger als bei einer „echten“ BU-Police. Oft reicht ein zweistelliger Betrag im Monat aus, während für eine umfassende Berufsunfähigkeitsversicherung schon mal einige Hundert Euro im Monat hingeblättert werden müssen – je nach Alter und Gesundheitszustand. Da erscheint es allerdings auch logisch, dass die Leistungen nicht dieselben sein können.

„Existenzschutzversicherung“ ist schwache Alternative zur BU-Police

Wer keine Berufsunfähigkeitsversicherung bekommt oder haben möchte, hat noch eine andere Alternative. Vereinzelt wird mittlerweile auch eine so genannte „Existenzschutzversicherung“ beworben. Sie tritt ein bei Unfällen und besonders schweren Krankheiten oder Beeinträchtigungen. Dazu zählen etwa Schädigungen von Gehirn, Herz oder Lunge. Ebenso kann der Verlust von Seh- oder Hörfähigkeit abgesichert werden.

Eine solche Versicherung kann natürlich in keinem Fall eine umfassende BU-Police ersetzen. Sie ist aber eine Alternative für alle, die – aufgrund finanzieller Not oder vieler Vorerkrankungen – keine Berufsunfähigkeitsversicherung erhalten. Der Kunde muss jedoch wissen, dass er mit einer Existenzschutzversicherung nur einen kleinen Teil einer kompletten BU-Police abdeckt.

Vorsorge-News jetzt auch bei
Facebook, Twitter & Google+
+++ Berufsunfähigkeit & Dienstunfähigkeit: Übersicht aller Beiträge – Seit +++ Altersvorsorge: Indexfonds schlagen Rentenversicherung & Co. +++ Berufsunfähigkeitsversicherung: sinnvolle Kriterien für die Auswahl +++

Berufsunfähigkeitsversicherung bleibt das Maß aller Dinge

Für ganz bestimmte Krankheiten lässt sich auch eine so genannte Dread-Disease-Versicherung abschließen. Sie leistet in vertraglich definierten Fällen, zum Beispiel bei Schlaganfall oder Krebs. Im Versicherungsfall leistet der Anbieter einen einmaligen Geldbetrag – auch dann, wenn der Kunde wieder vollständig gesund wird.

Grundsätzlich raten Experten aber eher zu einer echten Berufsunfähigkeitsversicherung. Wer gesundheitlich bereits einige Probleme hat, muss wahrscheinlich einige Ausschlüsse in Kauf nehmen. Dafür kann er aber sicher sein, das die BU-Police dann eintritt, wenn er wegen Unfall oder Krankheit dauerhaft berufsunfähig wird. Das ist wichtig, denn keiner kann abschätzen, ob er nicht vielleicht irgendwann erkrankt – zum Beispiel an einer psychischen Krankheit, mittlerweile dem häufigsten Grund für Berufsunfähigkeit!