BU-Policen: Dynamik schützt vor Armut nicht

Dynamik-Klauseln bei BU-Policen sind eine gute Idee, aber in der Praxis oft unbefriedigend

Wer eine BU-Police abschließt, kann oft eine Dynamik-Option nutzen. Damit lassen sich später die BU-Rentenzusagen anpassen. Diese im Grunde gute Einrichtung führt in der Praxis aber dennoch häufig zu Unmut unter den Versicherten. Oft bauen die Anbieter nämlich Bremsen in das System ein.

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist grundsätzlich für jeden Arbeitnehmer und Selbständigen sinnvoll. Er kann sich damit für den Fall absichern, dass er aufgrund von Krankheit oder Unfall nicht mehr seinen Beruf ausüben kann. Eine Dynamikklausel in der Police kann eine zusätzliche Sicherheit schaffen: Sie soll dafür sorgen, dass bei höherem Einkommen auch die Rente entsprechend höher ausfällt. Dementsprechend erhöhen sich auch die Beiträge regelmäßig.

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Dynamikklauseln verhindern hohe Anfangsbeiträge

Dynamikklauseln machen vor allem für Berufsanfänger Sinn, die noch über wenig Einkommen verfügen. Junge Leute sind oft froh, wenn die Police zunächst einmal überhaupt bezahlbar ist. Stehen sie fest im Beruf, können sie sich durch höhere Beiträge auch eine höhere BU-Rente sichern, falls eine Berufsunfähigkeit eintritt. Sie benötigen bei Anpassungen auch keine erneute Gesundheitsprüfung.

Wer zunächst auf die Option „Dynamik“ verzichtet, kann zwar später auch noch höhere Rente gegen höheren Beitrag beantragen; dann steht allerdings eine erneute Gesundheitsprüfung ins Haus, die mit fortschreitendem Alter problematisch sein kann. Rückenleiden, Psychotherapie oder ähnliche Eintragungen in der Krankenakte machen eine höherwertige Police entweder unmöglich oder sehr teuer.

Dynamik hat auch ihre Tücken

Von der Theorie her sind Dynamikklauseln also eine gute Sache. In der Praxis allerdings verbreiten sie bei vielen Beteiligten Unmut. Das beginnt damit, dass die Leistungen häufig nicht im Gleichmarsch mit den höheren Beiträgen steigen. Wer fünf Prozent mehr Beitrag für seine Police bezahlt, erhält damit nicht zwingend auch fünf Prozent mehr Leistung. Der Grund: Die Versicherer kalkulieren dynamische Verträge jedes Jahr neu. Dabei spielt insbesondere das Lebensalter eine große Rolle.

Höhere Beiträge bringen im höheren Alter immer weniger Zugewinn bei der Versicherungssumme. Etwa ab dem 50. Lebensjahr wird die Dynamik dann eine sehr teure Angelegenheit. Immerhin: Einer Steigerung lässt sich regelmäßig widersprechen. Passiert das mehrmals hintereinander, kann allerdings das Recht auf Dynamik ganz entfallen.

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BU-Rente ist häufig begrenzt

Leider bremsen viele Versicherer dynamikliebende Kunden zusätzlich aus. So deckeln manche BU-Anbieter den Maximalbetrag der monatlichen Rente. Solche Grenzen können beispielsweise bei 2.000 bis 2.500 Euro liegen. Dadurch wollen Versicherer verhindern, dass Kunden schnell ihre Police erhöhen, wenn sie mit einer eintretenden Berufsunfähigkeit rechnen.

Für Gutverdiener ist das allerdings ein Problem. Sie haben kaum die Chance, sich umfangreich gegen Berufsunfähigkeit abzusichern. Da nützt dann auch der Abschluss weiterer Berufsunfähigkeitsleistungen bei anderen Anbietern nicht immer etwas: Die Alte Leipziger beispielsweise prüft im Leistungsfall, ob die Renten insgesamt 70 Prozent des letzten Bruttoverdienstes übersteigen. Ist das der Fall, so streicht der Anbieter dem Kunden teilweise die Erhöhungen – ein Vorgehen, das bei vielen Betroffenen auf größtes Unverständnis stößt.

Dynamisierung geht auch anders

Grundsätzlich bleibt den Kunden also nichts anderes übrig als sich ihren BU-Anbieter sehr sorgfältig auszusuchen. Dabei sollte er alle Angebote auch auf weitere Möglichkeiten hin abklopfen, eine eventuelle spätere BU-Rente zu erhöhen.

So geben viele Anbieter ihren Kunden eine Nachversicherungsgarantie. Jeder Kunde hat dann einmal (manchmal auch mehrmalig) die Möglichkeit, die Versicherungssumme ohne eine erneute Gesundheitsprüfung aufzustocken. Anlass dafür sind in der Regel bestimmte Ereignisse, zum Beispiel Heirat oder Geburt eines Kindes.

Manche Gesellschaften bieten außerdem die Möglichkeit einer Rentendynamik an. In diesem Falle steigt eine fällig werdende BU-Rente jedes Jahr um einen vereinbarten Prozentsatz. Natürlich verteuert sich dementsprechend auch der Prämiensatz für die Police.

Um die individuell beste Lösung bei der BU-Absicherung zu finden, sollte jeder Kunde den Rat von Experten in Anspruch nehmen. Ein unabhängiger Fachmann kennt die Versicherungsfallen und weist auf die Punkte hin, die bei Vertragsschluss besonders beachtet werden müssen.

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