BU-Versicherung: Leistungs- und Versicherungszeiten genau beachten

Nicht jeder BU-Versicherte erhält die Versicherungszeit, die er sich wünscht

Wer berufsunfähig wird und Leistungen beanspruchen will, stolpert manchmal über Kleinigkeiten. Eine davon kann der Unterschied zwischen „Versicherungszeit“ und „Leistungszeit“ sein. Beide Begriffe meinen etwas Unterschiedliches. Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen möchte, sollte genau auf die Definitionen achten.

Unter Versicherungszeit versteht man den Zeitraum, in dem man gegen das Risiko einer eintretenden Berufsunfähigkeit versichert ist. Die Versicherung zahlt eine BU-Rente immer nur höchstens für die vereinbarte Leistungszeit. Wer also eine Versicherungszeit bis zum 55. Lebensjahr und eine Leistungszeit bis zum 60. Lebensjahr vereinbart hat, erhält bei Eintritt der Berufsunfähigkeit bis zum 55. Lebensjahr eine BU-Rente bis zum 60. Lebensjahr; danach bekommt er nichts mehr. Völlig leer geht er aus, wenn die Berufsunfähigkeit erst nach Vollendung des 55. Lebensjahrs eintritt.

Kürzere Versicherungszeiten bei Risikoberufen

Eines ist klar: Je länger die Leistungs- und Versicherungszeit, desto besser für den Versicherten. Optimal ist eine Vereinbarung bis zum 65. oder sogar 67. Lebensjahr. Vor allem bei der Versicherungszeit klappt das in vielen Berufen nicht: Das Risiko ist den Anbietern zu groß. Bergbauarbeiter, Kriminalbeamte, sogar Lehrer können häufig nur eine Versicherungszeit bis zum 55. Lebensjahr wählen. In anderen Berufen lassen sich oft Versicherungszeiten zumindest bis zum 60. Lebensjahr vereinbaren. Hierzu zählen zum Beispiel:

  • Dachdecker,
  • Elektriker,
  • Altenpfleger,
  • Fahrlehrer,
  • Friseur,
  • Rettungssanitäter oder
  • Versicherungsvermittler.
In jedem Fall sollten Antragsteller versuchen, zumindest die Leistungszeit bis zum 65. Geburtstag zu vereinbaren. Wenn sie bereits etliche Jahre vor der Altersrente mit leeren Händen dastehen, nützt ihnen auch die schönste Berufsunfähigkeitsversicherung nur wenig.

Beamte und Selbstständige benötigen verschiedene Versicherungszeiten

Beamte erhalten bei Dienstunfähigkeit ein Ruhegehalt, das sie vor den ärgsten Sorgen bewahrt. Ein Grundanspruch besteht schon nach fünf Jahren; erst nach 20 oder 25 Jahren erreicht die Versorgung allerdings eine akzeptable Höhe. Immerhin ist für viele Beamte eine Versicherungszeit von 25 Jahren ausreichend.

Bei Selbstständigen ist die Sachlage anders. Sie erhalten im Normalfall keine Altersrente; für sie ist deshalb, soweit bezahlbar, die Vereinbarung einer lebenslangen BU-Rente die beste Option. Diese Sonderform ist allerdings meist nur in jungen Jahren abschließbar – später wird sie einfach zu teuer.

Erfahrene Fachleute beraten jeden Interessenten ausführlich und unabhängig zu diesem komplexen Thema. Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen möchte, sollte ihre Tipps beherzigen. Die Experten kennen alle Fußangeln, die in Vertragswerken versteckt sein können.

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