BU-Versicherung: Nicht jeder Beruf ist willkommen

BU-Versicherungen lehnen Angehörige von Risikoberufen ab

Für den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung gilt: Früh, aber nicht übereilt handeln. Je früher der BU-Vertrag unter Dach und Fach ist, desto günstiger ist in der Regel der Tarif. Genügend Zeit zum sorgfältigen Vergleich sollte aber stets vorhanden sein. Einen Haken allerdings kann es immer geben: Der Beruf des Kunden kann einen dicken Strich durch jede Rechnung machen.

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Der Beruf des Antragstellers spielt gleich ein doppelter Weise eine Rolle: Zum einen kann bei bestimmten Berufen der Beitrag deftig hoch ausfallen; zum anderen kann es bei besonderen Risikojobs sogar soweit kommen, dass der Versicherer den Antrag strikt ablehnt. In diesem Fall hat der Kunde häufig auch bei anderen Anbietern das Nachsehen: Die Kommunikation zwischen den Anbietern klappt nämlich in diesem Bereich sehr gut.

BU-Versicherung ist wichtig

Im Grundsatz ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung für jeden Arbeitnehmer, aber auch für Studenten und Auszubildende sinnvoll und erforderlich. Etwa jeder vierte Arbeitnehmer scheidet vorzeitig aus seinem Job aus; ohne private Absicherung kann in der Regel danach der Lebensstandard nicht mehr aufrecht erhalten werden. Der Staat hat seine Leistungen in solchen Fällen bereits stark heruntergefahren; die meisten Betroffenen können lediglich mit einer (mageren) Erwerbsminderungsrente rechnen. Umso schlimmer ist es für viele Menschen, wenn sie von der privaten BU-Versicherung gänzlich ausgeschlossen werden. Die Anbieter sind da allerdings unerbittlich.

Knackpunkt: das Berufsrisiko

Viele Versicherer teilen die Kunden in mehrere Berufsgruppen ein. Je nach den entsprechenden statistischen Zahlen zu vorzeitigen BU-Fällen zahlt man in risikoarmen Berufen dann weniger als in risikoreichen. Als besonders risikoarm gelten Akademiker mit einem Schreibtischjob: Sie haben die besten Karten auf der Jagd nach einem günstigen BU-Tarif.

Im mittleren Bereich liegen Ärzte, Rechtsanwälte oder Verwaltungs- und kaufmännische Berufe; meist zählen auch Menschen mit handwerklichen oder leichten körperlichen Tätigkeiten noch zum Mittelfeld, etwa Verkäufer oder Mechaniker. In diesen Tätigkeitsfeldern können manchmal bereits Risikozuschläge fällig werden, aber in der Regel erhält jeder Antragsteller eine Police..

Das ändert sich aber schlagartig bei so genannten Risikoberufen mit intensiver körperlicher Tätigkeit oder hohem Erkrankungspotenzial.

Blacklist: BU-Anbieter behandeln diese Berufe wie Aussätzige

Wer einen der folgenden Jobs ausübt, hat so gut wie keine Chance auf eine private BU-Versicherung:

  • Berufssportler
  • Flugbegleiter
  • Musiker
  • Schriftsteller
  • Reporter
  • Bodyguard
  • Kunstmaler
  • Schausteller
  • Tänzer
  • Fotomodell
  • Artist
Je nach Anbieter lässt sich diese Liste sogar noch fortsetzen. Beim Artisten mag das hohe Risiko unmittelbar einleuchten; bei Schriftstellern oder Musikern allerdings überrascht die negative Einstufung. Die Versicherungen gehen aber stur nach den BU-Fallzahlen vor und beharren vielfach auf ihren Risikogruppen.

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Aufschlag gefällig?

Neben regelrecht unerwünschten Jobs existieren andere, die zwar einen BU-Schutz ermöglichen, allerdings einen Aufpreis erfordern. Mit einem hohen Aufschlag müssen beispielsweise Bergbauarbeiter, Holzfäller, Gastwirte oder Kellner rechnen; aber auch Reinigungspersonal wird häufig in eine solche Risikogruppe eingestuft.

Mit geringeren Aufschlägen dürfen zum Beispiel Bäcker, Busfahrer, Altenpfleger, Köche, Elektriker, Maurer, Rettungssanitäter, Friseure oder Tankwarte kalkulieren. Als einzige Akademikergruppe müssen Lehrer mit Aufschlägen rechnen. Sie scheiden insbesondere aufgrund psychischer Überlastung häufig vorzeitig aus dem Dienst aus.

Suchtipps für die passende Berufsunfähigkeitsversicherung:

  • Angehörige eines Risikoberufes sollten sich gleichzeitig bei mehreren Versicherern um eine Police bemühen. Das verbessert die Chancen. Die Versicherer informieren sich nämlich gegenseitig über eine Ablehnung, was die späteren Chancen auf eine Police verringert.
  • Akademiker sowie allgemein alle „Schreibtischtäter“ wählen am besten einen Anbieter mit differenzierter Berufsgruppeneinteilung; meist erhalten sie dann einen besonders günstigen Tarif. Bei Risikojobs sind Anbieter mit weniger Differenzierungen empfehlenswert – das erhöht die Chancen auf einen noch tragbaren Tarif.
  • Beamte sollten darauf achten, dass der Versicherer auf die „Dienstunfähigkeitsklausel“ verzichtet.
  • Wer überhaupt keinen Schutz erhält, sollte sich um Alternativen bemühen. In Frage kommen zum Beispiel Erwerbsunfähigkeitsversicherungen oder Dread-Disease-Policen.
  • BU-Policen unterscheiden sich deutlich in Preisen und Leistungen voneinander. Es lohnt sich, bei der Auswahl den Rat von unabhängigen Experten zu beanspruchen. Fachleute können den einzelnen Fall am besten beurteilen und wertvolle Hinweise geben.