BU-Versicherungen: Immer Theater um die Vorerkrankungen

Urteil: BU-Versicherungen müssen beweisen, ob Vertreter korrekt nach Vorerkrankungen fragte

BU-Versicherungen neigen zur Gründlichkeit – vor allem wenn es um Vorerkrankungen geht. Im Leistungsfall pflegen sie zunächst die Krankengeschichte des Kunden eingehend unter die Lupe zu nehmen. Pech für die Versicherung, wenn ein Vermittler die Vorerkrankungen aufgenommen hat: Im Zweifelsfall hat die Versicherung dann nämlich die Beweispflicht für dessen Korrektheit.

Urteil: BU-Versicherungen müssen beweisen, ob Vertreter korrekt nach Vorerkrankungen fragteBU-Versicherungen: immer Theater um die Vorerkrankungen

In einem Gerichtsprozess standen sich ein BU-Versicherer und eine Kundin (als Klägerin) gegenüber. Aufgrund einer Krankheit forderte die Klägerin Leistungen von der Versicherung. Die stellte bei ihren Recherchen jedoch diverse „Vorerkrankungen“ fest, die im Antrag nicht angegeben worden seien. In der Tat waren da kleinere Bagatellerkrankungen, gab die Klägerin zu; das rechtfertige jedoch keinen vertraglichen Rücktritt der Versicherung. Das Gericht sah das genauso und stellte fest: BU-Versicherungen müssen nachweisen, dass vom Vermittler auch die richtigen Fragen gestellt wurden.

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Dreh- und Angelpunkt: die Vorerkrankungen

Als die 43-jährige Klägerin ihren BU-Antrag stellte, war sie kerngesund – wenigstens auf dem Papier. Sie hatte zwar zuvor unter einer depressiven Episode sowie unter Rückenbeschwerden und Migräne gelitten. Allerdings war sie jeweils nur einige Tage krankgeschrieben worden. Der Versicherungsvertreter habe bei Vertragsabschluss lediglich nach schwerwiegenden Vorerkrankungen gefragt, führte die Frau dann im Prozess aus; die drei genannten Erkrankungen seien aber nur von sehr kurzer Dauer gewesen. Deshalb habe sie diese Bagatellsachen nicht angegeben. Unterstützt wurde sie von ihrem Lebensgefährten, zufälligerweise zugleich Mediziner und ihr Hausarzt. Er gab ebenfalls zu Protokoll, dass der Vermittler lediglich nach länger andauernden Behandlungen gefragt habe. Nun war die Sache für das Gericht klar.

Urteil ist eine frohe Botschaft für Kunden von BU-Versicherungen

BU-Versicherungen müssen jederzeit nachweisen können, ob Vertreter sich stets korrekt nach Vorerkrankungen erkundigten. Die Richter stellten klar, dass in umstrittenen Fällen die BU-Versicherungen und nicht die Kunden beweispflichtig sind. Es nütze auch nichts, wenn ein Vertreter sich als sehr korrekt und gewissenhaft darstelle. Notfalls müsse der Kunde eigenhändig die Vorerkrankungen eintragen, meinten die Richter.

Für Kunden von BU-Versicherungen ist das Urteil sehr positiv. Hat ihr Versicherungsvertreter sie nicht umfassend und korrekt informiert bzw. befragt, so sind sie aus dem Schneider. Sie können dann die zugesagten Leistungen des BU-Versicherers beanspruchen. (Landgericht Karlsruhe, Az.: 6 O 375/10)

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