Dienstunfähigkeit: Vorsorge für Beamte und Lehrer beim Berufsstart

Eigenständige Dienstunfähigkeitsversicherung für junge Lehrer und Staatsdiener am preiswertesten

Staatsbedienstete sind zu Laufbahnbeginn durch ihren Dienstherrn nicht gegen die finanziellen Folgen einer Dienstunfähigkeit abgesichert. Versicherer bieten daher spezielle Berufsunfähigkeitsversicherungen (BU) für Beamte und Lehrer an. Am preiswertesten ist eine eigenständige BU-Police oder die BU als Ergänzung zur Risikolebensversicherung. Teurer sind Kombi-Produkte, die zur Versicherung eine Geldanlage bieten.

Die „Geld und Verbraucher Interessenvereinigung“ (GVI) hat unterschiedliche Modelle der Dienstunfähigkeitsversicherung einer Kosten-Nutzen-Analyse unterzogen. Ergebnis: Viele kombinierte Versicherungsprodukte sind ungeeignet, zum Beispiel Policen mit kombinierten Kapitallebens- oder Rentenversicherungen. „Trennen Sie Geldanlage und Versicherung“, empfiehlt Siegfried Karle von der Interessenvereinigung. Sein Argument: Angesichts doppelter Provisions- und Beitragskosten werde am Leistungsumfang der BU gespart. Gerade Berufsanfänger sind jedoch auf ausreichende Rentenhöhe und Leistungsdauer angewiesen.

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Ruhegeld bei Dienstunfähigkeit erst ab fünf Jahren im Beruf

Karle hat für die GVI Policen von jungen Beamten und Lehrern überprüft. Sein Fazit: „Beim Abschluss von Kombiprodukten werden viel zu niedrige Dienstunfähigkeitsrenten bzw. zu kurze Versicherungs- und Leistungsdauern vereinbart.“ Kombiprodukte nutzten daher eher den Versicherungsvertretern, die hohe Provisionen dafür kassierten, kritisiert Karle.

Für junge Lehrer und Staatsbedienstete, die zunächst Beamte auf Probe oder Widerruf sind, können schlechte BU-Konditionen fatale Folgen haben: Ihnen steht erst nach fünf Jahren im Beruf ein Ruhegehalt bei Dienstunfähigkeit zu. Nur bei einem Dienstunfall gilt die fünfjährige Wartezeit nicht.

BU oder Spezialpolice für Beamte und Lehrer zu Dienstbeginn

Ohne die Hilfe ihres Dienstherrn sind Berufsanfänger mit Beamtenstatus allein auf die BU-Rente oder ggf. auf eine Erwerbsminderungsrente angewiesen. Die GVI rät jungen Lehrern und anderen Staatsbediensteten deshalb zu einer eigenständigen BU mit

  • ausreichender Höhe der vereinbaren Dienstunfähigkeitsrente,
  • Leistungsdauer mindestens bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter,
  • Versicherungsdauer mindestens bis zum Ende der fünfjährigen Wartezeit sowie
  • Option zur Anpassung der Konditionen nach Ruhegeldanspruch.
Für geeignet hält die GVI außerdem Spezialpolicen, die manche Versicherer als Dienstunfähigkeitsversicherung für junge Beamte und Lehrer anbieten. Eine Alternative dazu kann die BU als Zusatz zur Risikolebensversicherung sein.

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Konditionen der Dienstunfähigkeitsversicherung anpassen

Nach Ablauf der fünfjährigen Wartezeit ändert sich für Lehrer und andere Staatsbedienstete die Situation, sobald sie Beamte auf Lebenszeit geworden sind: Im Falle der Dienstunfähigkeit haben sie nun Anspruch auf ein staatliches Ruhegeld. Mindestens 1.400 Euro zahlt ihnen der Dienstherr im Monat. Für Beamte mit einer Dienstunfähigkeitsversicherung bedeutet das: Die Versicherungskonditionen sollten der Versorgungsverbesserung angepasst und die BU bei Bedarf in ihrem Leistungsumfang reduziert werden.

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