Deckungslücke trotz Krankentagegeld- und Berufsunfähigkeitsabsicherung

Auch Doppelschutz durch Krankentagegeld- und Berufsunfähigkeitsversicherung schützt nicht immer

Wer sich für den Fall einer Krankheit materiell absichern will, kann sowohl eine Krankentagegeldversicherung als auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Ein solcher Schutz scheint perfekt zu sein. Aber Vorsicht: In manchen Fällen können Deckungslücken entstehen. Eine Gefahr, die man kennen sollte.

Das Problem besteht meist dann, wenn sich erwartete Zahlungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung verzögern. Das kommt häufig vor, da die Anbieter jeden BU-Fall erst einmal gründlich prüfen. Die dadurch entstehende Wartezeit ist schon so manchem zum Verhängnis geworden, der sich in trügerischer Sicherheit wähnte. Das musste auch ein selbständiger PR-Berater erfahren, der sich zu spät um die Dinge kümmerte.

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Depression? Ich doch nicht!

Der Mittvierziger hatte vom Arzt eine schwere Depression bescheinigt bekommen. Der Patient wollte allerdings die Krankheit nicht wahrhaben: Er unternahm nichts. Zunächst ging alles gut: Er erhielt Krankentagegeld. Dann flatterte aber eine Mitteilung ins Haus, dass die Zahlungen nach drei Monaten eingestellt würden. Grund: ein ärztliches Gutachten, das eine Berufsunfähigkeit bescheinigte. Bei einem nahtlosen Übergang wäre das für den PR-Berater alles kein Problem gewesen; die Berufsunfähigkeitsversicherung aber zahlte nicht sofort. So entstand eine Deckungslücke, an welcher der Selbständige kräftig zu knabbern hatte.

Vorsorglich Leistungen aus Berufsunfähigkeitsversicherung beantragen

Experten empfehlen deshalb: Wer sowohl Krankentagegeld- als auch BU-Versicherung besitzt, sollte bei drohender Berufsunfähigkeit vorsorglich BU-Leistungen beantragen. Sollte sich der Gesundheitszustand bessern, so kann der Antrag immer noch zurückgenommen werden. Der Vorteil: Der Kunde verliert keine Zeit, wenn tatsächlich Berufsunfähigkeit festgestellt wird. Der BU-Versicherer hat dann bereits seine Arbeit aufgenommen und beispielsweise einen Sachverständigen mit einem Gutachten beauftragt.

Auch der oft höhere Betrag aus der Krankentagegeldversicherung sollte keinen dazu verleiten, diese über Gebühr zu strapazieren. Sollte nachträglich eine Berufsunfähigkeit anerkannt werden, müssen eventuelle Doppelzahlungen zurückgezahlt werden. Das kann schwierig werden, wenn das Krankentagegeld bereits ausgegeben wurde.

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Krankentagegeldversicherung ist für viele vorteilhaft

Der Kunde sollte auch beachten, dass per definitionem eine Krankentagegeldversicherung einspringt, wenn aufgrund von Krankheit eine vorübergehende Unfähigkeit zur Berufsausübung vorliegt. Bei dauerhafter Berufsunfähigkeit leistet dann die BU-Versicherung. Diese sollte bei jedem Berufstätigen ohnehin im Bestand sein. Krankentagegeldpolicen werden dagegen vor allem für Selbständige und Freiberufler empfohlen.

Allerdings kann eine solche Police auch für gut verdienende Angestellte interessant sein, die privat krankenversichert sind. Sie erhalten in der Regel kein Krankengeld, wenn die sechswöchige Lohnfortzahlung vom Arbeitgeber wegfällt. In diesem Fall ist eine Krankentagegeldversicherung also eine sinnvolle Ergänzung.

Ob BU oder Krankentagegeld: In jedem Fall ist vor einem Vertragsabschluss die Beratung durch unabhängige Experten sinnvoll. Wer zunächst Angebote vergleicht und dann den Rat von Fachleuten hinzuzieht, steht auf der sicheren Seite.