Dread-Disease-Police – Berufsunfähigkeitsversicherung light

Dread-Disease-Police – Berufsunfähigkeitsversicherung light

Die gesetzliche Berufsunfähigkeitsversicherung ist praktisch nicht mehr vorhanden und für eine private Police haben sich noch immer viel zu wenige Arbeitnehmer und Selbstständige entschieden. Das ist für die Versicherungskonzerne Anlass genug, mit Alternativ-Produkten zu werben.

Dread-Disease-Policen heißt das Stichwort – auf Deutsch: „Schlimme-Krankheiten-Versicherungen“. Was hat es damit auf sich? Der Kunde versichert sich nur gegen Krankheiten, die zuvor genau festgelegt werden. Wird später eine dieser Krankheiten tatsächlich diagnostiziert, wird eine fixe Summe ausgezahlt, die natürlich auch genau dem Vertrag zu entnehmen ist. Ganz einfach also - und es spielt keine Rolle, ob der Versicherte weiterarbeitet oder nicht. Gerade für Berufe mit hohem Gefahrenpotenzial, wie für den Dachdecker, können Dread-Disease-Versicherungen eine lohnende Alternative sein.

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Lotterie: Gegen bestimmte Krankheiten versichert, gegen andere nicht

Allerdings hat auch diese Alternative ihren Preis. Das Handelsblatt hat aktuell folgendes Beispiel veröffentlicht: Ein Dreißigjähriger, der sich für 35 Jahre gegen 32 Krankheiten versichern will, zahlt bei Vereinbarung einer Versicherungsleistung von 250.000 Euro als Kunde der Skandia-Versicherung 151 Euro im Monat. Allerdings umfasst dieses Paket weitere Leistungen, wie zum Beispiel eine Risikolebensversicherung. Für eine Frau liegt der Beitrag bei 160 Euro, für Raucher werden Aufschläge genommen. Deutlich günstiger sind abgespeckte Versionen der Dread-Disease-Policen wie eine Absicherung gegen weniger als zehn Krankheiten. Allerdings wird der Abschluss hier zum echten Lotteriespiel, da die eigenen Krankheiten nicht vorausgesagt werden können.

Verbraucherschützer: Dread-Disease-Policen bieten nur punktuellen Schutz

Experten sehen diese Entwicklung kritisch. "Schon eine umfassendere Dread-Disease-Versicherung deckt zu wenige und zu seltene Krankheiten ab und kann eine Berufsunfähigkeitsversicherung nicht ersetzen", sagte beispielsweise Lilo Blunck, Vorsitzende des „Bund der Versicherten“ gegenüber dem Handelsblatt. Ähnliche Bewertungen kommen aus dem Umfeld der Verbraucherschützer. Nur einen "absolut punktuellen Schutz" sieht Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale NRW in den neuen Policen. Aber sie haben einen echten Vorteil: Wenn die Krankheit eintritt und diagnostiziert wird, wird gezahlt. Die Faktenlage lässt keinen anderen Schluss zu und Rechtsstreitigkeiten über den Grad der Erwerbsminderung sind ausgeschlossen.

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