Duell wiedereröffnet: Bürgerversicherung contra Kopfpauschale

Duell wiedereröffnet: Bürgerversicherung contra Kopfpauschale

In welche Richtung sich das deutsche Gesundheitswesen mittelfristig bewegt, scheint unsicherer denn je. Die bereits auf den September avisierte Bundestagswahl lässt Prognosen in vielfältiger Weise zu und bringt zwei gute Bekannte wieder ins Spiel.

Bürgerversicherung und Kopfpauschale – diese beiden Konzepte einer umfassenden Gesundheitsreform liegen auf dem Tisch. Die im letzten Jahr von CDU und SPD geführte Diskussion um das bessere Konzept ist allerdings seit Monaten verebbt. Vielleicht hatte man einfach erkannt, dass man sich darin einig ist, dass die Gesundheitskosten von der Arbeitskraft abzukoppeln sind. Unabhängig davon dürfte die Diskussion in den nächsten Tagen und Wochen wieder neu entstehen, denn der Bundestagswahlkampf hat schneller als vorhersagbar bereits begonnen. In den Mittelpunkt werden dann die Unterschiede zwischen den Konzepten rücken.

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Private Krankenversicherung – kein Freund der Bürgerversicherung

Das von der SPD favorisierte Modell einer Bürgerversicherung sieht vor, die Rolle der privaten Krankenversicherung einem Konzept unterzuordnen, das das Solidarprinzip mehr in den Vordergrund rückt. „Private“ wären dann unter Umständen nicht mehr für eine grundlegende Krankenversicherung zuständig, sondern lediglich noch für Zusatzversicherungen, ein Modell, das bereits heute – allerdings auf freiwilliger Basis – weit verbreitet ist: Zahlreiche gesetzliche Kassen kooperieren mit der privaten Konkurrenz, um das eigene Angebot zu erweitern. Nicht mehr möglich wäre bei Durchsetzung dieses Konzeptes eine Krankenversicherung, die völlig privatwirtschaftliche funktioniert und einkommensunabhängig, aber dennoch differenziert – und zwar nach Risikopotenzial – Beiträge erhebt.

Sozialdemokratie – kein Freund der Gesundheitsprämie

Bessere Karten, zum Zuge zu kommen, hat seit letztem Sonntag die so genannte Gesundheitsprämie, ein Konzept von CDU und CSU. Auch sie koppelt den Beitrag teilweise vom Einkommen ab und verlangt von jedem Versicherten den gleichen Betrag, der bei Einkommensschwachen allerdings über einen Sozialausgleich bezuschusst wird. Auch der Arbeitgeber wird – wie auch der Staat – über ein recht schwer zu überschauenden Gesundheitsfonds an der Finanzierung beteiligt. Der jetzigen Regierung ist dieses Modell, das weiterhin ein nebeneinander von privater und gesetzlicher Versicherung zulässt, nicht nur zu unübersichtlich, sondern durch „Gleichbehandlung“ auch nicht gerecht genug. Daher hält sie an dem ursprünglichen Namen der Gesundheitsprämie fest: am Namen „Kopfpauschale“.

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