Familienversicherung auf dem Prüfstand der Koalitionäre

Familienversicherung auf dem Prüfstand der Koalitionäre

Nach Informationen der Berliner Zeitung erwägen die Verhandlungspartner der Koalitionsgespräche eine Einschränkung der kostenlosen Familienversicherung. Betroffen davon wären Haushalte mit nur einem, dafür aber sehr hohem Einkommen.

Familienversicherung auf dem Prüfstand der KoalitionäreFamilienversicherung: kommt es zu Einschnitten?

Es ist seit Jahren so: Kinder und nicht arbeitende Ehepartner sind kostenlos in der gesetzlichen Krankenversicherung mitversichert. Die mitversicherten Ehepartner gut verdienender Personen sind nun in das Visier der Gesundheitsexperten in den Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD geraten. Dabei wird die Tatsache angeprangert, dass deutlich über der Beitragsbemessungsgrenze liegende Gehälter den Ehepartner mitversichern, der Beitrag aber trotzdem durch die Bemessungsgrenze beschnitten wird. Ehepaare mit zwei berufstätigen Partnern, die in der Summe genauso viel verdienen, aber als Einzelpersonen unter der Bemessungsgrenze liegen, zahlen dagegen beide.

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Gesundheitskassen würden fünf Milliarden Euro mehr einnehmen

Und genau hier wollen die Koalitionäre ansetzen: Es ist geplant, das eine Einkommen des allein verdienenden Ehepartners rein rechnerisch auf beide Partner zu verteilen. Ein Monatseinkommen von beispielsweise 8.000 Euro würde so auf zweimal 4.000 Euro verteilt werden. Dadurch entstehen zwei Gehälter, die beide bis zur Beitragsbemessungsgrenze (sie liegt in 2006 voraussichtlich bei 3.562,50 Euro im Monat) voll mit Krankenkassenbeiträgen belastet würden. Im Moment zahlt dieser Haushalt nur exakt die Hälfte davon in die Gesundheits- kassen ein. Die Einnahmen in der Krankenversicherung würden nach einer Studie des Instituts für Gesundheits- und Sozialforschung dadurch um fünf Mrd. Euro jährlich steigen.

Kostenlose Mitversicherung von Kindern unumstritten

Die kostenlose Mitversicherung von Familienmitgliedern in der gesetzlichen Krankenversicherung - die so genannte Familienversicherung - wird einer aktuellen Erhebung zufolge von der Bevölkerung nicht uneingeschränkt unterstützt. Das zeigt der "Gesundheitsmonitor" der Bertelsmann Stiftung. Laut Studie finden es nur 52 Prozent der Deutschen gerecht, wenn ein erwerbsloser Ehepartner, der keine Kinder betreut, über seinen Lebensgefährten beitragsfrei krankenversichert ist. Liegt allerdings ein Erziehungsauftrag vor, steigt die Zustimmung auf 91 Prozent. Die beitragsfreie Mitversicherung von Kindern ist in der Bevölkerung dagegen vollkommen unumstritten: 96 Prozent halten das für gerecht, berichtet der Informationsdienst Wissenschaft in einer aktuellen Mitteilung.

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