Finanztest: Betriebliche Altersvorsorge lohnt sich

Betriebliche Altersvorsorge im Test: Jeder hat Anspruch auf Direktversicherung

Das ist eine gute Sache: Wer von seinem Bruttolohn einen Teil in die betriebliche Altersvorsorge steckt (Entgeltumwandlung), erhält später eine sichere Rente – oft sogar zu guten Konditionen, wie die Zeitschrift Finanztest ermittelte. Hat der Arbeitnehmer Glück, trägt der Chef auch noch sein Scherflein zur Steigerung der Rendite bei.

Mittlerweile hat jeder Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch auf betriebliche Altersvorsorge. Der Chef entscheidet über die Art und Weise, das heißt er bestimmt den so genannten „Durchführungsweg“. Weist ein Betrieb bislang noch keinerlei betriebliche Altersvorsorge auf, so kann der Arbeitnehmer vom Arbeitgeber eine „Direktversicherung“ verlangen: Der Chef zahlt die Beiträge direkt an einen Lebensversicherer, der die weitere Abwicklung übernimmt. Die fälligen Beträge werden entweder vom Arbeitnehmer alleine oder von Chef und Arbeitnehmer zusammen aufgebracht; in wenigen Fällen übernimmt der Chef selbst alle Zahlungen.

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Betriebliche Altersvorsorge geht fünf verschiedene Wege

Außer der Direktversicherung stehen dem Chef vier weitere Durchführungswege offen:

  • Pensionskasse: Die Offerten ähneln Direktversicherungs-Angeboten; es handelt sich um Lebensversicherer, die sich ausschließlich mit betrieblicher Altersversorgung befassen.
  • Pensionsfonds: Die Sparbeiträge werden nicht – wie bei Direktversicherung und Pensionskasse – überwiegend in festverzinsliche Kapitalanlagen investiert, sondern zu wesentlichen Anteilen in Aktien.
  • Unterstützungskasse: Älteste Form der betrieblichen Altersvorsorge. Träger sind Arbeitgeber selbst.
  • Pensionszusage (auch: Direktzusage): Der Arbeitgeber richtet Pensionsrückstellungen ein und löst diese im Alter auf.
Beim Test im Sommer 2012 beschränkte sich die Zeitschrift Finanztest auf die Untersuchung von Direktversicherungs-Angeboten; sie können von Arbeitnehmern als Mindestangebot eines Betriebs eingefordert werden. Im Test standen Rentenversicherungstarife ohne Fondsbindung von 33 verschiedenen Anbietern (Finanztest 8/2012, S. 36 ff.). Die Angebote unterschieden sich in Leistung und Qualität recht deutlich voneinander. Als Arbeitnehmer lohnt sich die Beschäftigung mit der Materie, da man dann seinem Chef passende Vorschläge für die betriebliche Altersvorsorge machen kann.

Betriebliche Altersvorsorge spart Steuern

Zurzeit dürfen Arbeitnehmer maximal 2.688 Euro jährlich steuer- und sozialversicherungsfrei in die betriebliche Altersvorsorge investieren. Messlatte ist die Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung: Vier Prozent von diesem Wert entsprechen der steuerlich begünstigten Höchstgrenze für Einzahlungen in die Betriebsrente. Es können noch einmal 1.800 Euro zugefügt werden, wenn der Vertrag ab 2005 abgeschlossen wurde; für ältere Verträge sind die zusätzlichen 1.800 Euro nur steuerfrei, nicht aber sozialabgabenfrei.

Wer gesetzlich krankenversichert ist, muss allerdings den vollen Kranken- und Pflegeversicherungsbeitrag auf die Betriebsrente zahlen – sogar dann, wenn der gesamte Sparbeitrag aus dem Bruttogehalt kommt. Oft lohnt sich der Abschluss aber dennoch: Laut Finanztest sind die Konditionen durch spezielle Gruppentarife oft recht günstig.

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Gute Angebote: Innerhalb von 20 Jahren 4.000 Euro mehr Rente

Bei den Leistungen unterscheiden sich die untersuchten Policen teilweise erheblich voneinander. Beispiel: Ein gutes Angebot sollte dem Kunden die Entscheidung überlassen, ob das Todesfallrisiko mit abgesichert werden soll. Für kinderlose Singles ist die Option im Allgemeinen überflüssig. So bleibt dem Rentner selbst ein höherer Ertrag im Alter.

Arbeitnehmer können ihrem Chef einige besonders geeignete Policen vorschlagen. Laut Finanztest sind Direktversicherungen von Europa, Interrisk, Hannoversche und WGV besonders empfehlenswert: Sie bieten die höchsten garantierten Renten für Einzelverträge. Daneben existieren Gruppenangebote, bei denen der Chef mit den Versicherern um gute Leistungen zum günstigen Preis feilschen muss. Legt sich der Chef richtig ins Zeug, kann er für seine Arbeitgeber noch einiges herausholen. Finanztest ermittelte Rentenunterschiede von bis zu 4.000 Euro schon bei einem zwanzigjährigen Rentenbezug!

Viele Tipps gibt es auch von unabhängigen Beratern; sie kennen sich im gesamten Bereich der Altersvorsorge aus und können individuelle Empfehlungen geben. So können sie auch günstige Angebote zu weiteren Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge machen.

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