Altersvorsorge: Finanztest empfiehlt Riester-Rentenversicherungen

Finanztest: Nur eine gute Riester-Rentenversicherung lohnt sich wirklich

Die Verbraucherzeitschrift Finanztest stellt klipp und klar fest: „Eine Riester-Rente ist erste Wahl für eine private Altersvorsorge“ (Finanztest 10/2012). Das gilt unter zwei Voraussetzungen: Der Kunde kann die Beiträge bis zum Rentenalter aufbringen, und er wählt ein gutes Produkt aus. Eine klassische Rentenversicherung gilt dabei als besonders bequem und sicher.

Riesterberechtigt sind grundsätzlich alle rentenversicherungspflichtigen Arbeitnehmer und Rentner. Sie profitieren von staatlichen Zulagen in Höhe von 154 Euro jährlich. Für Kinder werden 185 Euro (bzw. 300 Euro, wenn ab 2008 geboren) zusätzlich ausgeschüttet. Werden im Jahr vier Prozent des Bruttoeinkommens eingezahlt, gibt’s die vollen Zulagen; bis zu 2.100 Euro (abzüglich Zulagen) jährlich sind insgesamt förderfähig. Zusätzlich oder alternativ können Riester-Beiträge auch steuerlich abgesetzt werden – maximal 2.100 Euro minus Zulagen.

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Eine Riester-Rentenversicherung hat ihre gewissen Vor- und Nachteile

Jeder Vertrag für eine Riester-Rentenversicherung hat eine besondere Stärke: Er weist sofort ab Vertragsbeginn eine spätere Garantierente aus. Der Kunde weiß also genau, wo er später dran ist – ein wichtiger Faktor für die sichere Altersvorsorge. Er muss in den Folgejahren lediglich die festgelegten Beiträge leisten und erhält dann ab Rentenbeginn regelmäßige Zahlungen in vereinbarter Höhe – plus erwirtschafteten Überschüssen, die sich von Anbieter zu Anbieter erheblich unterscheiden können. Kleines Manko: Die spätere Rente ist zwar garantiert, aber zurzeit bei Neuabschlüssen relativ niedrig. Der Garantiezins liegt aktuell (2012) bei 1,75 Prozent.

Nachteilig bei Riester-Rentenversicherungen sind auch relativ hohe Abschluss- und Verwaltungskosten. In einer aktuellen Untersuchung hat Finanztest deshalb besonders auf eine günstige Kostenstruktur sowie auf das Anlagegeschick der Anbieter geachtet – letzeres sorgt für schöne Überschüsse, die den Sparern bei der Rentenauszahlung zugute kommen.

Finanztest ermittelt Unterschiede von mehreren tausend Euro

Sicherheit ist bei Riester-Produkten von Haus aus gegeben. Finanztest kann sich deshalb bei Untersuchungen von Riester-Rentenversicherungen vor allem auf die Rendite-Erwartungen konzentrieren. Für den Kunden lohnt sich das Riestern dann, wenn er einen besonders günstigen Vertrag erwischt. Satte 40 Prozent des Gesamturteils macht deshalb allein die Rentenzusage des Versicherers aus. Zu Recht, denn: In einem Modellfall ermittelten die Tester einen Unterschied von insgesamt 4.140 Euro bei der ausgezahlten Garantierente innerhalb von 15 Jahren – je nach Anbieter.

Der Anlageerfolg des Versicherers ist Finanztest ebenfalls 40 Prozent wert. Werden die Kundengelder gut angelegt, gibt es satte (aber nicht garantierte) Überschusszahlungen. Im Alter kann das ein schönes Plus bedeuten.

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Transparenz ist für viele Versicherer noch ein Fremdwort

Verhältnismäßig zurückhaltend gibt sich Finanztest bei dem Thema „Transparenz“. Mit nur 10 Prozent schlägt die oft undurchsichtige Kostenstruktur der Verträge zu Buche. Obwohl die Versicherer seit 2008 gesetzlich verpflichtet sind, dem Kunden Abschluss- und Verwaltungskosten in Euro aufzulisten, halten sich keineswegs alle daran. Es ist für Kunden nach wie vor mühsam, sich einen klaren Überblick über die Kostenstruktur – und damit über die Rendite – zu verschaffen. So sollte er sich besser auf unabhängige Testergebnisse und/oder Berater verlassen.

Auch die „Flexibilität“ wird mit 10 Prozent relativ gering berücksichtigt. Im Einzelfall kann sie aber eine große Rolle spielen: Wer zum Beispiel mit der Zahlung für einige Zeit aussetzen muss oder möchte, darf dies nicht bei allen Anbietern; bei einigen kostet die Aussetzung Geld, bei anderen nicht. Die Unterschiede sind beträchtlich. Das betrifft auch Kunden, die vielleicht bereits früher in Rente gehen möchten: Sie sollten im Vertrag klar erkennen können, wie viel Geld ihnen jeweils zur Verfügung stehen wird.

Fünf Angebote sind „gut“

Finanztest ermittelte fünf „gute“ Riester-Rentenversicherungen. Sie sind eine klare Empfehlung für jeden, der günstig privat fürs Alter vorsorgen möchte. Durch eine besonders hohe Rentenzusage und niedrige Kosten zeichnen sich drei insgesamt „gute“ Produkte aus:

  • Huk24 mit Tarif „RZU24“,
  • Hannoversche mit „KAV1“ und
  • HanseMerkur mit „RA 2012“.
Der Tarif „F1 (01/12)“ von der Debeka punktet mit dem besten Anlageerfolg aller untersuchten Anbieter. Die Alte Leipziger (Tarif „RV50“) erreicht ihr gutes Gesamturteil durch ausgewogene Leistungen sowohl bei Rentenzusage als auch beim Anlageerfolg sowie mit sehr guten Ergebnissen bei Transparenz und Flexibilität.

Unabhängige Tests bieten einen guten Überblick. Bevor man sich allerdings für eine konkrete Riester-Rentenversicherung entscheidet, sollte man einen erfahrenen Berater hinzuziehen.