Test: Gute Riester-Rentenversicherungen sind rar

Finanztest ermittelt fünf gute Riester-Rentenversicherungen

Finanztest hat aktuelle Angebote zur Riester-Rentenversicherung unter die Lupe genommen. Das Ergebnis war enttäuschend. Nur fünf Angebote verdienten sich das Prädikat „Gut“. Sie kommen von Huk24, Alte Leipziger, Hannoversche und HanseMerkur.

42 klassische Riester-Rentenversicherungen hat die Zeitschrift Finanztest untersucht. Der Begriff „klassisch“ bedeutet hierbei: Die Beiträge werden – nach Abzug der Kosten – mit einem Garantiezins von 1,75 Prozent verzinst. Um den Zinssatz dauerhaft zu garantieren, investieren die Versicherer größtenteils in sichere Kapitalanlagen.

Darüber hinaus sagen sie dem Kunden eine feste Mindestrente zu. Diese Zusicherung ist ein Plus für die Altersvorsorge, aber gleichzeitig ein Sorgenkind. Seit Einführung der Riester-Rentenversicherung befindet sich die Mindestrente im Sinkflug. Schuld daran ist nicht nur die Senkung des Mindestzinses von 3,25 Prozent (2002) auf 1,75 Prozent (2013). Auch neue Sterbetafeln der Versicherer sowie die Einführung der Unisex-Tarife bremsen die Rentabilität vieler Neuverträge aus.

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Modellkunde erhält volle Förderung

Als Modellkunden wählte Finanztest eine ledige, kinderlose Person im Alter von 37 Jahren. Bis zur Rente zahlt dieser Modellkunde 30 Jahre lang jedes Jahr 1.046 Euro ein. Dazu kommen 154 Euro Grundzulage. Die Summe von 1.200 Euro entspricht genau vier Prozent des angenommenen Bruttoeinkommens (30.000 Euro). Damit ist die Voraussetzung erfüllt, um die Riester-Zulagen in voller Höhe zu erhalten.

Die Rentengarantiezeit beträgt im Modellfall zehn Jahre. Stirbt der Kunde während des Rentenbezugs innerhalb dieses Zeitraums, erhalten Hinterbliebene die garantierte Rente bis zum Ablauf des zehnten Jahres.

Diese Kriterien waren für den Test relevant

Für ein aussagekräftiges Urteil zog Finanztest mehrere Kriterien heran. Mit 40 Prozent gingen Rentenzusage und Kosten in die Bewertung ein. Als Vergleichswert ergab sich dementsprechend die von den Anbietern jeweils garantierte Rente (ohne Überschüsse).

Ebenfalls mit 40 Prozent schlug der Anlageerfolg zu Buche. Im Mittelpunkt des Interesses: Wie hoch waren die Erträge, die den Versicherten in den letzten drei Jahren gutgeschrieben wurden?

Der Faktor „Transparenz“ wurde mit 10 Prozent gewichtet. Typische Fragen hierfür lauten: Nennt der Anbieter Leistungen für verschiedene Zinsszenarien? Nennt der Versicherer die genaue Höhe der Kosten und gibt an, wie groß ihr Anteil am eingezahlten Kapital ist? Was bedeutet es für den Kunden, ob er seine Beiträge monatlich oder jährlich zahlt?

Fragen zur Flexibilität (ebenfalls 10 Prozent Gewichtung) beziehen sich beispielsweise auf den Zeitpunkt des Rentenbeginns oder auf das Procedere nach Beitragsunterbrechungen.

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Gute Riester-Rentenversicherungen von vier Anbietern

Die besten fünf Riester-Rentenversicherungen kommen von vier verschiedenen Anbietern:

  • Huk24 (Tarif RZU24),
  • Alte Leipziger (Tarif RV 50),
  • Hannoversche (Tarife KAV1 sowie AV1) und
  • HanseMerkur (Tarif RA 2013 S).
Ein Schwachpunkt fast aller Tarife ist die mäßige Rendite. Von den oben genannten Gesamtsiegern konnte nur einer – nämlich die Alte Leipziger – einen „guten“ Anlageerfolg vorweisen. Die anderen verdienten sich ihre Lorbeeren vor allem durch überdurchschnittliche Ergebnisse in dem Teilbereich „Rentenzusage und Kosten“.

Vor allem für beständige und sicherheitsorientierte Sparer

Für bequeme, auf Sicherheit bedachte Anleger sind Riester-Rentenversicherungen durchaus zur Altersvorsorge geeignet: Sowohl während der Sparphase als auch zu Beginn der Auszahlung muss man sich um nichts kümmern.

Die hohen Abschlusskosten können allerdings nachteilig sein: Wer seinen Vertrag frühzeitig aufgibt, behält zwar die eingezahlten Beiträge. Er verliert allerdings bisher erhaltene Zulagen und Steuervorteile, falls er nicht direkt einen neuen Riester-Vertrag abschließt.

Wer sich für eine Riester-Rentenversicherung interessiert, sollte mehrere Angebote miteinander vergleichen und sich an einen erfahrenen Fachmann wenden, der auf die persönlichen Anforderungen eingeht.