Finanztest findet beste private Krankenversicherung 2014

Finanztest prüft Preis-Leistungs-Verhältnis privater Krankenversicherungen

Die Stiftung Warentest hat erstmalig die neuen Unisextarife privater Krankenversicherer untersucht. Da es die Tarife erst seit kurzem gibt, wurde die Beitragsentwicklung nicht berücksichtigt. Stattdessen war das Preis-Leistungs-Verhältnis ausschlaggebend für das Gesamturteil. Fünfmal gab es ein „Sehr gut“.

Für den Test wurden Beitragshöhe und Leistungen miteinander in Relation gesetzt. Dabei unterschied Finanztest zwischen Tarifen für Angestellte, Selbstständige und Beamte. Insgesamt kamen 107 Tarife in die Wertung. Als Modellkunden wählte Finanztest einen 35-jährigen gesunden Mann. Seit Einführung der Unisextarife im Jahr 2013 spielt das Geschlecht bei der Tarifberechnung keine Rolle mehr.

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Wertvoller Test für Verbraucher

Die Idee von Finanztest, nur das Preis-Leistungs-Verhältnis zu berücksichtigen, wurde aus der Not geboren. Über die Entwicklung der Beiträge lassen sich naturgemäß keine Aussagen machen, wenn Tarife erst ein Jahr auf dem Markt sind. Wichtig ist natürlich, dass gleiche oder ähnliche Leistungen zugrundeliegen.

Finanztest hat deshalb Mindeststandards gesetzt, die jeder Testkandidat erfüllen muss. Alle Tarife bieten daher Leistungen, die deutlich über den Angeboten gesetzlicher Krankenkassen liegen. Unter anderem sind garantiert:

  • freie Arzt- und Krankenhauswahl,
  • Zweibettzimmer mit Chefarztbehandlung im Krankenhaus,
  • Arzt- und Zahnarzthonorare bis zum 3,5-fachen Satz,
  • Zahnbehandlungen zu 90 Prozent,
  • ambulante Psychotherapie für 50 Sitzungen pro Jahr (zu 70 Prozent, bei Ärzten und Psychotherapeuten) und
  • Krankentagegeld (Angestellte ab 43. Tag, Selbstständige ab 29. Tag der Arbeitsunfähigkeit).

Private Krankenversicherung für 200 Euro

Für Angestellte fanden die Tester zwei „sehr gute“ Angebote in der privaten Krankenversicherung. Die Tarife „Komfort2“ der Huk-Coburg (Note 1,4) sowie „VKA+u“ der Provinzial Hannover (Note 1,5) kosten jeweils rund 440 Euro monatlich. Davon trägt der Arbeitgeber die Hälfte. Ein Angestellter zahlt somit nur gut 200 Euro für eine private Krankenversicherung der Spitzenklasse inklusive Chefarztbehandlung – nicht schlecht.

Die günstigen Tarife beinhalten allerdings eine Selbstbeteiligung. Sie liegt bei 450 bis 600 Euro jährlich. Das Angebot der Provinzial Hannover ist nur für Bremen und Niedersachsen erhältlich. Deutschlandweit ist noch die „Nürnberger“ mit einem besonders guten Angebot dabei: dem Tarif „Top6“ (Note 1,8).

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Für Selbstständige lohnt sich Selbstbeteiligung am ehesten

Selbstständige müssen ihre Beiträge für die private Krankenversicherung komplett selbst finanzieren. Für sie ist deshalb ein Preis-Leistungs-Vergleich besonders wichtig. Eine Selbstbeteiligung vermindert die Beiträge spürbar. Die Entlastung kommt Selbstständigen vollständig zugute. Bei Arbeitnehmern profitiert hingegen der Arbeitgeber zur Hälfte von niedrigeren Beiträgen, die aufgrund einer Selbstbeteiligung entstehen.

Die einzige „sehr gute“ private Krankenversicherung erhalten Selbstständige von der Provinzial Hannover: Tarif VKSu (Note 1,5). Dahinter folgen die Bayerische Beamtenkrankenkasse mit dem Tarif GC900S (Note 1,7) sowie die Huk-Coburg mit „Komfort2“ (Note 1,8).

Private Krankenversicherung für Beamte besonders günstig

Beamte kommen bei der privaten Krankenversicherung besonders gut weg, da sie in der Regel einen Beihilfeanspruch haben. Die Beihilfe übernimmt bis zu 50 Prozent der Kosten. Beamte zahlen für „sehr gute“ Tarife nur rund 200 Euro monatlich. In den Vordergrund spielten sich zwei Anbieter: Für die Tarife „BV20“ und „BV30“ der Concordia vergaben die Tester die Traumnote 0,5. Dahinter platzierte sich die Huk-Coburg mit dem Tarif „B 501“ (Note 1,2). Gut im Rennen lag außerdem die Debeka mit den Tarifen „B 20K“ und „B 30“ (Note 1,8).

Preis-Leistungs-Vergleich offenbart riesiges Sparpotenzial

Der Test zeigt: Vergleichen lohnt sich. Ist ein guter Mindeststandard bei den Leistungen garantiert, geht es nur noch um den Preis. Und da sind die Unterschiede gewaltig: Ein Selbstständiger zahlt bei der Provinzial Hannover monatlich 395 Euro, bei der UKV 728 Euro – bei vergleichbaren Leistungen, wohlgemerkt. Das Sparpotenzial ist also enorm.

In gewissen Details unterscheiden sich die Tarife durchaus voneinander, beispielsweise bei Leistungen für Psychotherapie. Legen Sie Wert auf bestimmte Leistungen, sollten Sie sich an einen unabhängigen Berater wenden. Dort erhalten Sie passende Angebote für eine private Krankenversicherung, die Ihre individuellen Ansprüche abdeckt.

 
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