Test: Riester-Rente auf dem Finanztest-Prüfstand

Finanztest: Tipps zur Auswahl der passenden Riester-Rente

Schallende Ohrfeigen gibt es immer mal wieder für die Riester-Rente – auch zum 10. Geburtstag. Zu unflexibel, zu wenig Rendite, zu schwierig im Umgang. So lauten die Vorwürfe. Nicht ganz zu Recht, findet „Finanztest“: Laut den Experten der unabhängigen Stiftung lohnt sie sich – wenn man das richtige Produkt auswählt.

Immerhin hat aber auch Finanztest einiges zu bemängeln: Vor allem das komplizierte Zulagenverfahren stößt den Experten sauer auf. Außerdem kritisiert Finanztest solche Vermittler, die Interessenten unpassende Produkte verkaufen – wobei das allerdings weniger dem Produkt „Riester-Rente“ selbst angelastet werden darf. Umso wichtiger ist es für den Verbraucher, sich einen guten Überblick über die Angebotspalette zu verschaffen.

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Viele dürfen riestern

Grundsätzlich kann jeder riestern, der in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert ist. Es genügt aber, wenn diese Voraussetzung auf den Ehepartner zutrifft. Auch Beamte gehören zum berechtigen Personenkreis – obwohl sie nicht in der gesetzliche Rentenversicherung sind.

Finanztest weist darauf hin, dass Freiberufler den Umweg über den Ehepartner wählen können. Sie selbst sind dann „mittelbar“ Förderberechtigte. Ihren Anbieter können sie laut Finanztest frei wählen – sie sind also nicht an das Unternehmen des Ehepartners gebunden. Ab 2012 müssen sie – anders als bisher – mindestens 60 Euro jährlich einzahlen, um zulagenberechtigt zu sein. Im Übrigen besteht ein Abhängigkeitsverhältnis: Die vollen Zulagen gibt es nur, wenn der Ehepartner sein Soll erfüllt – sprich: mindestens vier Prozent vom Vorjahres-Bruttoeinkommen in seinen Vertrag einzahlt.

Finanztest empfiehlt besonders Banksparpläne

Finanztest hat nützliche Tipps parat, für wen welches Riester-Renten-Produkt sinnvoll ist. Wichtig ist unter anderem das Lebensalter bei Abschluss des Vertrages. Wer Mitte 40 oder älter ist, fährt im Allgemeinen mit einem Banksparplan am besten. Auch für sicherheitsorientierte Sparer sollte er an oberster Stelle stehen.

Beim Banksparplan gibt es einen variablen Zins. Der Zinssatz folgt also – mehr oder weniger rasch – den jeweils aktuellen Zinsen am Markt. Zusätzlich gibt es eine Zinszusage, die sich je nach Sparplan unterscheidet und nicht festgelegt ist. Die eingezahlten Beiträge und Zulagen sind fest garantiert.

Der besondere Vorteil von Banksparplänen liegt in ihren niedrigen Kosten. In der Regel werden keine Abschlussgebühren erhoben. Laufende Kosten werden durch einen Zinsabschlag gedeckt.

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Riester-Fondsparpläne: Mehr Risiko für Jüngere

Für junge Sparer, etwa bis Mitte 30, eignet sich ein Riester-Fondssparplan. Der Sparer zahlt mit seinen Beiträgen in Aktien- und Rentenfonds ein. Er profitiert von Zinsen, Dividenden und Kursgewinnen. Je nach Lebensalter kann mehr in Aktien oder mehr in sichere Rentenfonds investiert werden.

Wie bei allen Riester-Renten-Produkten sind eingezahlte Beiträge und Zulagen zum Rentenbeginn garantiert vorhanden. Darüber hinaus sind vor allem bei langfristigen Anlagen jederzeit Kursgewinne zu erwarten.

Kleiner Wermutstropfen: Die Kosten sind relativ hoch. Der Ausgabeaufschlag kann ohne Weiteres fünf Prozent betragen. Auch die Fondsverwaltung und das Management können jährlich fast zwei Prozent der Anlagesumme ausmachen.

Riester schüttet ein Füllhorn an Alternativen aus

Außer diesen besonders empfehlenswerten Formen hält Riester noch andere Möglichkeiten zur Altersvorsorge bereit.

  • Die Rentenversicherung ist eine Option für sicherheitsbewusste Sparer. Sie garantiert eine – wenn auch bescheidene – Mindestverzinsung sowie eine Überschussbeteiligung.
  • Fondspolicen sind „Finanztest“ dagegen keine Empfehlung wert. Zu teuer, zu unsicher – so lautet das Urteil der Experten.
  • Für Häuslebauer kann Riester-Bausparen oder ein Baudarlehen eine gute Wahl sein. Vorausgesetzt wird dabei, dass der Vertragsinhaber die Immobilie auch selbst bewohnt.
Die Beispiele zeigen: Die Riester-Rente ist kein einfaches Produkt. Sie erfordert eigene Vergleiche und zusätzlich den Rat von Experten. Nur so kann der Kunde sicher sein, mit seiner Entscheidung richtig zu liegen.