Private Krankenversicherung: Finanztest gibt Tipps zum Wechsel

Finanztest: Wann der Wechsel in die private Krankenversicherung eine Option ist

Seit Beginn 2011 ist der Wechsel in eine private Krankenversicherung wieder einfacher. Es genügt, ein Jahr lang beim Einkommen über der so genannten Versicherungspflichtgrenze von derzeit 49.950 Euro brutto zu liegen (bisher drei Jahre). Die Zeitschrift Finanztest warnt allerdings vor übereilten Versicherungsabschlüssen.

Laut Finanztest gibt es vor allem einen Grund, sich vor der Entscheidung über einen Wechsel in die private Krankenversicherung gründlich Gedanken zu machen: Die Entwicklung der Kosten ist schwer abschätzbar. Gesundheitskosten steigen ebenso an wie die Lebenserwartung der Menschen. Finanztest kalkuliert deshalb mit einer ungefähren Verdreifachung der Beiträge innerhalb von dreißig Jahren. Solche Durchschnittsraten gab es in den zurückliegenden Jahrzehnten. Auch die gesetzliche Kasse wird natürlich teurer; ihre Beiträge orientieren sich aber immer am tatsächlichen Einkommen der Versicherten.

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Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV): kalkulierbare Preise und unkalkulierbare Leistungen

Wer die Wahl hat zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung, sollte die Vor- und Nachteile genau kennen. Die Besonderheiten der GKV sind unter anderem:

  • Beitrag: orientiert sich am Einkommen. Es gilt aber eine Höchstgrenze von derzeit 575 Euro (plus eventueller Zusatzbeitrag). Die ganze Familie ist mitversichert.
  • Leistungen: Die Leistungen können durch die Politik jederzeit gekürzt werden. Das geschah in der Vergangenheit öfters: So gibt es keine Erstattung mehr für Brillen oder rezeptfreie Medikamente; ferner wurden die Zuschüsse für Zahnersatz gekürzt und die Praxisgebühr wurde eingeführt.
  • Das Krankenhaus kann nicht frei gewählt werden; Behandlungen meist durch den Stationsarzt; Mehrbettzimmer.
  • Nur verschreibungspflichtige Medikamente werden bezahlt; dabei ist eine Zuzahlung zwischen fünf und zehn Euro notwendig.
  • Bei Zahnersatz werden nur 50 bis 65 Prozent der gesetzlichen Regelversorgung übernommen.

Die private Krankenversicherung: meist höhere Kosten, aber in der Regel bessere Leistungen

Die private Krankenversicherung punktet durch ein besseres Leistungsangebot, das sie sich dementsprechend auch bezahlen lässt. Finanztest weist besonders auf die so genannte Leistungsgarantie hin; sie kann ein guter Grund für einen Wechsel sein.

  • Beitrag: Wird von den Versicherungsgesellschaften individuell festgesetzt, einkommensunabhängig. Die Tarife variieren stark je nach Leistungsangebot. Für Familienmitglieder Extrabeiträge.
  • Leistungen: Es besteht eine Leistungsgarantie für die gesamte Vertragslaufzeit, das heißt zugesagte Leistungen dürfen von der Versicherung nicht zurückgenommen werden.
  • Es besteht eine freie Wahl unter allen Krankenhäusern (einschl. Privatkliniken). In den meisten Tarifen Ein- oder Mehrbettzimmer mit Chefarztbehandlung.
  • Auch rezeptfreie Medikamente werden erstattet, wenn sie verordnet wurden.
  • Bei Zahnersatz werden in der Regel 50 bis 90 Prozent der tatsächlichen Kosten übernommen.
  • Bei häuslicher Krankenpflege gibt es allerdings im Gegensatz zur gesetzlichen Versicherung keine Leistungen.

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Finanztest rät: Wechsel in die „Private“ sorgfältig überlegen

Bei Beamten ist die Sache oft klar: In der Regel ist für sie eine private Krankenversicherung günstig. Die Beihilfe übernimmt einen großen Anteil der Kosten; die private Versicherung für den Restteil ist relativ preisgünstig. Auch für Selbständige ist die PKV eine gute Option. Arbeitnehmern dagegen empfiehlt Finanztest, sich einen Wechsel genau zu überlegen. Oft locken niedrige Einstiegstarife; drastische Erhöhungen sind aber später unvermeidlich. Im Alter können die Beiträge weit höher liegen als bei der GKV. Finanztest gibt die Empfehlung, notfalls in einen preiswerten Tarif beim gleichen Anbieter zu wechseln; dann gehen zumindest die Rücklagen nicht verloren.

Fazit: Wer Wert auf gute und dauerhaft garantierte Leistungen legt, liegt mit einer Privatversicherung richtig. Da die Beitragsentwicklung aber schwer vorherzusehen ist, empfiehlt es sich, frühzeitig finanzielle Reserven anzulegen, damit auch im Alter eine optimale Krankheitsversorgung gewährleistet ist. Wer sich mit möglichen Leistungseinbußen gut arrangieren kann, wählt die gesetzliche Krankenversicherung.

 
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