Krankentagegeld: Vergleich zeigt die besten Versicherer

Finanztest-Vergleich:
Gute Krankentagegeld-Versicherung für kleines Geld

Nicht für jeden ist eine private Krankentagegeld-Versicherung notwendig. Oft ist sie aber sinnvoll. Wer beispielsweise gut verdient und krank wird, kann damit die Lücke zwischen dem gewohnten Einkommen und dem gesetzlichen Krankengeld schließen. Die Zeitschrift Finanztest hat aktuelle Angebote einem Vergleich unterzogen.

Viele Arbeitnehmer müssen sich finanziell zunächst wenig Sorgen machen, wenn sie krank werden: Während der ersten 42 Tage haben sie Anspruch auf Lohnfortzahlung durch ihren Arbeitgeber. Danach schließt sich das gesetzliche Krankengeld ihrer Kasse an. Dieses ist allerdings begrenzt: Zurzeit beträgt das Krankengeld maximal 2.756,25 Euro monatlich.

Beiträge zur gesetzlichen Pflege-, Renten und Arbeitslosenversicherung werden noch abgezogen, so dass am Ende nur etwa 2.426 Euro übrig bleiben. Eine private Krankentagegeld-Versicherung kann helfen, entstehende Lücken zu schließen.

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Lücke zwischen Krankengeld und Verdienstausfall schließen

Etwa jeder zweite Arbeitsunfähigkeitstag ist durch lange Krankheiten bedingt. Das sagt die Statistik. Für Arbeitnehmer und Selbstständige bedeutet das: Sie sollten sich vergewissern, dass für diesen Fall vorgesorgt ist. Vor allem Gutverdiener mit einem Bruttoeinkommen von mehr als 4.000 Euro im Monat sollten Sorge tragen, die entstehende Lücke zwischen gesetzlichem Krankengeld und Verdienstausfall aufzufüllen – am besten bis zum Nettoeinkommen.

Dann geraten sie nicht in finanzielle Schieflage, wenn sie einmal lange Zeit krank werden. Das Thema betrifft vor allem Berufstätige, die hohe regelmäßige Abzahlungen leisten, zum Beispiel für Immobilienkredite oder andere laufende Verpflichtungen.

Unbegrenzt ist allerdings auch die private Absicherung nicht: Die Versicherer erlauben den Ausgleich der Lücke maximal bis zum tatsächlichen Verdienstausfall. Ein höheres Krankentagegeld ist nicht versicherbar.

Selbstständige benötigen frühen Ersatz für Einkommensausfall

Für Selbstständige und Freiberufler existieren besondere Regelungen. Sind sie gesetzlich versichert, können sie beantragen, bereits ab dem 43. Krankheitstag gesetzliches Krankengeld zu erhalten. Für diese Option zahlen sie 15,5 Prozent statt der sonst üblichen 14,9 Prozent Krankenkassenbeitrag. Obere Grenze ist die Beitragsbemessungsgrenze, so dass monatlich maximal 23,63 Euro zu zahlen sind.

Problematisch ist die Zeit bis zum 43. Krankheitstag, da es keinen zahlenden Arbeitgeber gibt. Private Krankentagegeld-Versicherungen springen ein, zum Beispiel ab dem 7., 15. oder 22. Krankheitstag. Alternativ können Selbstständige auf das gesetzliche Krankengeld verzichten und direkt einen kompletten privaten Schutz abschließen. So dürfen sie schon nach wenigen Krankheitswochen den vollen Verdienstausfall beanspruchen. Finanztest ermittelte beim Vergleich guter Tarife Monatsbeiträge zwischen 57 und 85 Euro.

Tipp: Selbstständige sollten beim Vertrag darauf achten, dass für die Berechnung des Nettoeinkommens nicht das Einkommen nach Steuern herangezogen wird. Denn Sonderausgaben können die Einkünfte stark schmälern. Besser sind Vereinbarungen, die das Nettoeinkommen als 70 oder 80 Prozent des Gewinns vor Steuern definieren.

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Finanztest-Vergleich: gute Krankentagegeld-Versicherung ab 8 Euro monatlich

Ein Vergleich der Zeitschrift Finanztest beweist: Gute Tarife müssen nicht teuer sein. Untersucht wurden drei Modellkunden (jeweils 32 Jahre alt), die freiwillig gesetzlich krankenversichert sind und ein privates Krankentagegeld wünschen. Alle genannten „guten“ Tarife kosten monatlich zwischen 8 und 10 Euro.

  • Kunde 1: Arbeitnehmer, verheiratet, 2 Kinder, Bruttoeinkommen 5.000 Euro monatlich, Anspruch auf gesetzliches Krankengeld. Beste Tarife:
  • Kunde 2: Freiberuflicher Ingenieur, verheiratet, 1 Kind, Einkommen vor Steuern 50.000 Euro jährlich, kein Anspruch auf gesetzliches Krankengeld vereinbart. Es wurden Tarife untersucht, die ab dem 22. Tag der Arbeitsunfähigkeit 130 Euro Krankentagegeld bieten. Die Testsieger:
    • Bayerische Beamtenkrankenkasse (Tarif TAF22/130, Monatsbeitrag 57 Euro, als einziger Tarif „sehr gut“),
    • HUK-Coburg (Tarif KT3/130, Monatsbeitrag 75 Euro),
    • Pax-Familienfürsorge (Tarif T22/130, Monatsbeitrag 80 Euro und
    • Alte Oldenburger (Tarif KTS3/130, Monatsbeitrag 85 Euro).
  • Kunde 3: Ingenieur (freiberuflich), verheiratet, 1 Kind, Einkommen vor Steuern 50.000 Euro jährlich, Anspruch auf gesetzliches Krankengeld vereinbart: Im Vergleich standen Tarife, die im Krankheitsfall 40 Euro ab dem 15. Tag bieten.
    • Das einzige „Sehr gut“ schaffte auch hier die Bayerische Beamtenkrankenkasse, mit den Tarif TAF15/40 (Monatsbeitrag 26 Euro).
      Vier Versicherer erzielten ein „Gut“:
    • Alte Oldenburger (Tarif KTS 2/40, Monatsbeitrag 35 Euro),
    • Provinzial Hannover (KTG-S 2/40, Monatsbeitrag 36 Euro),
    • HUK-Coburg (KT2/40, Monatsbeitrag 37 Euro) und
    • Pax-Familienfürsorge (T15/40, Monatsbeitrag 39 Euro).
Für Verbraucher stellen solche Testergebnisse wichtige Grundlagen für ihre Entscheidung dar. Zusätzlich sollten sie sich bei mehreren Versicherern individuelle Vergleichsangebote einholen und sich am besten von einem unabhängigen Experten beraten lassen.

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