Wohn-Riester: Immobilienförderung

So funktioniert die Wohn-Riester-Förderung

Seit dem Jahr 2008 gibt es eine spezielle Wohn-Riester-Förderung. Damit möchte der Staat den Erwerb von selbst genutztem Wohneigentum erleichtern. Eine eigene Immobilie kann ein wichtiger Bestandteil bei der privaten Altersvorsorge sein. Trotzdem sollte scharf gerechnet werden, ob es sich unterm Strich lohnt.

Die Förderung von Wohn-Riester-Verträgen hält einige Fußangeln bereitImmobilienerwerb: Förderung macht Wohn-Riester interessant

Immer mehr Menschen entscheiden sich für einen Wohn-Riester-Vertrag. Zuletzt wurden 300.000 Verträge im Jahr geschlossen. Wohn-Riester-Verträge haben den Vorteil, dass beim Immobilienerwerb oder -neubau das gesamte angesparte Guthaben zur Darlehenstilgung genutzt werden kann. Oft lohnt sich das: Stiftung Warentest rechnete einmal nach, dass eine 3-köpfige Familie mit einem Bruttoeinkommen von 70.000 Euro bereits nach 25 Jahren schuldenfrei ist, wenn sie einen Kredit über 200.000 Euro aufnimmt. Ohne staatliche Förderung stünde am Ende noch ein Schuldenberg von 57.000 Euro.

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Der Staat garantiert zwei Prozent Zinsen

Ganz ohne Aufwand geht es natürlich auch bei Wohn-Riester nicht ab. So muss zunächst ein Wohnförderkonto angelegt werden. Das ist eine Art Verwaltungskonto und funktioniert im Prinzip umgekehrt wie ein Darlehenskonto bei der Bank: Die Beträge auf dem Konto reduzieren sich nicht, sondern werden nach und nach erst aufgebaut. Jährliche Tilgungsleistungen und die staatliche Förderung summieren sich im Laufe der Jahre; hinzu kommt eine Verzinsung von (staatlich garantierten) zwei Prozent.

Steuerliche Vorteile

Bei den Einzahlungen kann der Sparer oft – wie bei allen Riester-Produkten – steuerlich profitieren; bei Rentenbeginn muss er dann – aufgrund der nachgelagerten Besteuerung – seinen Steuerobolus entrichten. Er kann sich einerseits dafür entscheiden, die Steuerschuld auf einen Schlag zu begleichen. In diesem Fall erhält er 30 Prozent Nachlass. Der Rest wird dann je nach individuellem Steuersatz berechnet.

Alternativ kann er aber auch eine fortlaufende jährliche Besteuerung wählen. Sie lässt sich auf maximal 17 Jahre verteilen, bis zum 85. Lebensjahr des Kunden. Da im Alter der Steuersatz oft günstiger ist als in jungen Jahren, ergeben sich unterm Strich meist steuerliche Vorteile bei der nachgelagerten Besteuerung.

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Die Steuern zum Rentenbeginn müssen einkalkuliert werden

Kunden sollten immer daran denken, dass Wohn-Riester-Verträge vor allem der Tilgung von Immobilienkrediten dienen. In der Regel wird also kein Kapital angespart. Das kann bei Rentenbeginn zu einem Problem werden: Dann werden Steuern fällig auf Gelder, die bereits zur Tilgung verwendet wurden. Jeder sollte sich deshalb genau vorher ausrechnen (lassen), was auf ihn zukommt.

Zudem sollte der Markt sehr genau durchleuchtet werden. Auch Angebote von Bausparkassen können in die Überlegungen mit einbezogen werden. Auf dem Markt sind unter anderem Riester-Kombikredite, die aus einem Bausparvertrag und einem gleichzeitig beginnenden (tilgungsfreien) Darlehen bestehen. Auch Banken dürfen Immobilienkredite mit staatlicher Wohn-Riester-Förderung anbieten.

Bedingungen für Wohn-Riester beachten

Allgemein gelten für Wohn-Riester-Produkte dieselben Bedingungen wie für andere Riester-Angebote. Zum Erhalt der vollen Förderung müssen mindestens vier Prozent des Vorjahres-Bruttoeinkommens in die Tilgung des Darlehens fließen. Maximal sind 2.100 Euro möglich. Dem Vertragsinhaber stehen dann die 154 Euro Grundzulage zu. Pro Kind kommen 185 Euro hinzu; ist das Kind ab 2008 geboren, beträgt die jährliche Förderung sogar 300 Euro. Änderungen in den persönlichen Voraussetzungen sollten – im eigenen Interesse – dem Anbieter sofort mitgeteilt werden. Das verhindert spätere Unannehmlichkeiten, wie sie in letzter Zeit häufiger in Zusammenhang mit Riester-Produkten vorkamen.

Einzelne Bedingungen speziell für die Wohn-Riester-Förderung sind wichtig und sollten unbedingt beachtet werden. So fördert der Staat nur den Bau oder Kauf einer selbst genutzten Immobilie. Außerdem muss sie nach 2007 gekauft oder fertiggestellt worden sein. Das Darlehen muss spätestens bis zum 68. Lebensjahr getilgt werden, sprich: das Wohnförderkonto muss dann aufgelöst werden.

Am besten zieht man einen unabhängigen Berater hinzu, bevor man sich für einen Wohn-Riester-Vertrag entscheidet. Er kann günstige Varianten errechnen und wertvolle Tipps liefern. Beispiel: Kunden laufen bei einem Umzug Gefahr, auf einen Schlag den Wert des Wohnförderkontos nachzahlen zu müssen. Ausweg: innerhalb von vier Jahren in eine neue, selbst genutzte Immobilie einziehen, dann bleibt die Förderung bestehen!

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