Gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente: Private Absicherung ist notwendig

Leistungen der gesetzlichen Berufsunfähigkeitsrente sind unzureichend

Mit der Rentenreform zum 1. Januar 2001 hat der Staat die Leistungen bei der gesetzlichen Berufsunfähigkeitsrente eingeschränkt. Um die Versorgungslücke zu schließen, hätten Erwerbstätige seither eigentlich vermehrt private Berufsunfähigkeitsversicherungen abschließen müssen. Doch der Markt stagniert. Noch immer hat nur knapp ein Viertel der Haushalte in Deutschland eine solche private Absicherung.

Besonders betroffen von den Leistungseinschränkungen bei der gesetzlichen Berufsunfähigkeitsrente sind die jüngeren Jahrgänge. Wer bei Inkrafttreten der Rentenform unter 40 Jahre alt war, muss im Fall von Berufsunfähigkeit (BU) nicht nur eine geringere Rentenhöhe in Kauf nehmen. Anders als ältere Erwerbstätige, die nur einen zumutbaren Berufswechsel akzeptieren müssen, genießen die ab 1961 Geborenen keinen Berufsschutz mehr. Das heißt im Alltag: Wer seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, muss gegebenenfalls für jede andere Art von Erwerbstätigkeit zur Verfügung stehen.

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Zwei Modelle für die private Berufsunfähigkeitsrente

Die Versicherungsunternehmen haben als Ergänzung zur gesetzlichen Berufsunfähigkeitsrente verschiedene Modelle erarbeitet. Eine private BU-Versicherung kann entweder als eigenständige Police abgeschlossen oder im Rahmen einer Lebensversicherung vereinbart werden. Die Art der Leistungen ist bei beiden Versicherungsarten gleich. Der Versicherte erhält eine Monatsrente, wenn er aus gesundheitlichen Gründen nur noch eingeschränkt arbeiten kann. Unterschiede gibt es allerdings hinsichtlich des Leistungsumfangs, der bei der Zusatzversicherung in der Regel geringer ist. Die Statistiken der Versicherungsunternehmen dokumentieren die Differenzen. Demnach haben Kunden mit einer separat abgeschlossenen Versicherung eine durchschnittliche Monatsrente von gut 900 Euro vereinbart. Bei der Zusatzversicherung beträgt der Wert gerade mal 500 Euro.

Gesetzliche Maßnahmen sollen Privatvorsorge fördern

Die gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente beträgt seit der Rentenreform jedoch nur noch 50 Prozent der regulären Altersbezüge. Fachleute wie der Versicherungsexperte Michael Franke halten die ermittelten Durchschnittswerte der privaten BU-Renten daher für zu niedrig. Damit lasse sich im Fall der Berufsunfähigkeit der gewohnte Lebensstandard nicht erhalten. Franke wirft der Branche mangelnde Beratung und fehlendes Interesse am Verkauf adäquater Policen vor.

Das größte Problem sieht Franke jedoch darin, dass private Berufsunfähigkeitsversicherungen für viele Erwerbstätige zu teuer sind. Angehörige von Berufsgruppen mit hohem Risiko zahlen nach Frankes Berechnungen heute bis zu vier Mal höhere Beiträge als vor einigen Jahren. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) verweist auf Risikoberechnungen. Zugleich sieht der GDV jedoch die Chance zur Prämiensenkung, wenn mehr Policen verkauft werden. Zur Förderung der Privatvorsorge wünscht sich der Verband Steueranreize für Verbraucher, die eine BU-Versicherung abschließen.

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