Gesundheitsfragen der Berufsunfähigkeitsversicherung: ehrlich sein!

Gesundheitsfragen korrekt beantworten, sonst kann die Berufsunfähigkeitsversicherung kündigen

Bei der Beantragung einer Berufsunfähigkeitsversicherung gilt immer Alarmstufe eins. Wer bei der Beantwortung der Gesundheitsfragen schludert, tut sich selbst keinen Gefallen. Nur wenn er alle Beschwerden und Behandlungen angibt, kann er im Leistungsfall wirklich mit Zahlungen rechnen. Das musste beim Landgericht Coburg auch ein klagendes Ehepaar erfahren.

Gesundheitsfragen korrekt beantworten, sonst kann die Berufsunfähigkeitsversicherung kündigenUrteil: Versicherte müssen Gesundheitsfragen wahrheitsgemäß beantworten

Das Paar wollte vom Gericht bestätigt haben, dass seine Berufsunfähigkeitsversicherung trotz der Kündigung durch den Versicherer weiter bestehen sollte. Die Versicherung hatte den Vertrag angefochten, da die Ehefrau bei der Beantwortung der Gesundheitsfragen Erkrankungen verschwiegen habe. In der Tat attestierten die Richter, dass die Frau die Versicherung arglistig getäuscht habe. Deshalb durfte die Berufsunfähigkeitsversicherung zu Recht einseitig aufgelöst werden.

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Nach dem Antrag auf Berufsunfähigkeitsversicherung gleich in die Kur

Eigentlich begann alles so wie meistens, wenn eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen wird: Das Ehepaar und eine Mitarbeiterin der beauftragten Versicherungsagentur hatten sich zusammengesetzt¸ um in Ruhe den Antrag auszufüllen. Dabei kamen auch die unvermeidlichen „Gesundheitsfragen“ zur Sprache. Hierbei sollte das Ehepaar alle Beschwerden und Behandlungen der letzten zehn Jahre angeben. Die Vermittlerin trug beim Ehemann unter anderem Kniebeschwerden ein.

Die Frau gab hingegen keinerlei Behandlungen zu Protokoll. Im Prozess erwies sich das später als der entscheidende Stolperstein. Der Versicherer konnte nachweisen, dass sie wegen Rückenbeschwerden jahrelang in Behandlung war. Außerdem hatte sie einen Monat nach der Beantragung der Berufsunfähigkeitsversicherung eine Kur nachgefragt – unter anderem wegen ihrer Rückenbeschwerden.

Bei Gesundheitsfragen arglistig getäuscht?

Der GAU kam einige Jahre später. Die Frau erkrankte psychisch und wurde berufsunfähig. Statt einer Rente schickte ihr die Berufsunfähigkeitsversicherung eine Kündigung ins Haus. Zu Recht, befanden die Richter am Landgericht Coburg. Die Frau hätte die ihr bekannten Beschwerden angeben müssen. Das Gericht wertete das Verhalten der Klägerin sogar als arglistige Täuschung, da sie die Gesundheitsfragen bewusst falsch beantwortet habe. Auch ihr Einwand, dass die Vermittlerin die Angaben unrichtig übernommen habe, galt vor Gericht nicht: Schließlich seien die Kniebeschwerden des Ehemannes ja auch richtig notiert worden. Die Kündigung seitens der Berufsunfähigkeitsversicherung sei deshalb rechtens.

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Gute Beratung hilft bei kniffligen Anträgen

Das Oberlandesgericht Bamberg bestätigte dieses Urteil. Somit blieb auch das Berufungsverfahren des Ehepaares ergebnislos. Statt mit einer monatlichen Rente von 511 Euro stand die Klägerin plötzlich mit völlig leeren Händen da: Sie hatte umsonst die Beiträge bezahlt und besaß jetzt nicht einmal eine gültige Berufsunfähigkeitsversicherung.

Der Fall zeigt wieder, wie wichtig die korrekte Beantwortung aller Gesundheitsfragen ist. Gerade bei BU-Versicherungen legen die Versicherer großen Wert darauf, dass keine Vorbehandlungen unterschlagen werden. Nur so können sie eine faire und angemessene Police anbieten. Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen möchte, sollte den Rat von Experten in Anspruch nehmen. Unabhängige Berater helfen dabei, bei der kitzligen Antragstellung keine schwerwiegenden Fehler zu machen.