Gesundheitsprämie: Kritik von Verbraucherzentrale und Krankenkassen

Verbraucherzentrale und Krankenkassen kritisieren Gesundheitsprämie

Der „Verbraucherzentrale Bundesverband“ (vzbv) hat sich kritisch zu den Unions-Plänen einer Gesundheitsprämie geäußert. In den am Montag veröffentlichten Wahlprüfsteinen wird vor „unabsehbaren Folgekosten“ gewarnt.

In seinen so genannten Wahlprüfsteinen hat der Verbraucherzentrale Bundesverband im Vorfeld der Bundestagswahl zu verschiedenen politischen Themen Stellung bezogen – so auch zum Gesundheitsbereich. Edda Müller, Vorstand des vzbv, hat dabei insbesondere auf unabsehbare Folgekosten der Gesundheitsprämie verwiesen. Problem des CDU-Modells sei, dass es auf milliardenschwere Zuschüsse aus Steuermitteln angewiesen ist. Als Negativ-Beispiel wurde die Schweiz aufgeführt. Dort sei bei einem ähnlichen, vor einigen Jahren realisierten Modell bereits jeder dritte Bürger auf staatliche Unterstützung angewiesen.

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Gesundheitsprämie: Kinder bleiben mitversichert, Ehepartner nicht

Das CDU/CSU-Konzept sieht eine persönliche Gesundheitsprämie von max. 109 Euro pro Person vor. Das wird ergänzt von einem festgeschriebenen Arbeitgeberbeitrag von 6,5 Prozent sowie einer kostenlosen Mitversicherung der Krankheitskosten von Kindern, finanziert über Steuern. Allerdings müssten auch heute mitversicherte Ehepartner eine Prämie zahlen. Leistungen für Zahnersatz, Krankengeld und weitere Satzungsleistungen würden ausgeklammert. Diese Lücke könnte die private Krankenversicherung füllen. Experten bezweifeln, dass das Modell – abgesehen von der Finanzierung der Kinder-Krankheitskosten – ohne weitere Steuergelder auskommt.

Kritik von Verbraucherzentrale und Krankenkassen

Auch die Ersatzkassenverbände haben sich kürzlich kritisch zur Gesundheitsprämie geäußert. Familien und Bezieher niedriger Einkommen würden nach dem „Kopfprämienmodell“ der Unionsparteien stärker belastet als im heutigen System, Singles würden dagegen entlastet. Darauf wies Dr. Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende der Ersatzkassenverbände VdAK/AEV nach Bekanntwerden des CDU/CSU-Wahlprogramms hin. Es kristallisiert sich langsam heraus, dass Kritiker der Gesundheitsprämie vor allem auf Defizite bei der Finanzierbarkeit hinweisen sowie auf den Aspekte der sozialen Ausgewogenheit. Befürworter stellen dagegen vor allem die Demographietauglichkeit des Systems heraus.

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