GKV gegen PKV: Studie mit überraschenden Ergebnissen

Ob GKV oder PKV – immer teurer werden sie alle

Die PremiumCircle GmbH hat eine detaillierte Studie zum deutschen Gesundheitssystem erstellt. Im Mittelpunkt stand ein Vergleich von GKV (gesetzliche Krankenversicherung) und PKV (private Krankenversicherung). Die Analyse brachte einige interessante Ergebnisse. So zahlt statistisch nur einer von 40 privat versicherten Senioren einen Monatsbeitrag von mindestens 700 Euro. Wohlgemerkt: Die Befragten waren alle über 50 Jahre alt!

Die PremiumCircle Deutschland GmbH analysiert Standards im Gesundheitswesen. Darüber hinaus berät die Frankfurter Gesellschaft Unternehmen und Vermittler, die in dieser Branche tätig sind. Die Studie „Faktencheck Gesundheits- und Versicherungssystem in Deutschland“ wurde im Februar 2014 vorgestellt.

Sie vergleicht die PKV und die GKV miteinander. Rund 60 Mitarbeiter durchleuchteten ein Jahr lang die beiden konkurrierenden Systeme. Die Studie richtet sich insbesondere an Gesundheitsexperten und Entscheidungsträger. Aus den Ergebnissen will PremiumCircle demnächst eine Reformagenda entwickeln.

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Nur jeder sechste Ältere zahlt über 500 Euro

Die Analysten setzten einen Schwerpunkt auf das Thema „Beitragssteigerungen“, das regelmäßig das Interesse der Öffentlichkeit erregt. Presseberichte sprechen immer wieder von horrend hohen Tarifen speziell bei älteren PKV-Kunden – trotz erfolgender Alterungsrückstellungen.

Das Analyse- und Beratungshaus befragte deshalb sechs große deutsche Privatversicherer, darunter die Debeka, Barmenia und Central. Die sechs Unternehmen decken zusammen etwa ein Viertel des deutschen PKV-Marktes ab. Dabei ging es nur um die über 50-jährigen Kunden. Die Frage war: Wie hoch ist die Beitragslast für ältere Privatversicherte wirklich?

Das Ergebnis überraschte. Nur 16,7 Prozent der Befragten müssen mehr als 500 Euro monatlich bezahlen. Schlüsselt man die 16,7 Prozent auf, ergeben sich folgende Werte:

  • 8,9 Prozent zahlen 500 – 599 Euro,
  • 5,2 Prozent zahlen 600 – 699 Euro und
  • 2,6 Prozent zahlen mindestens 700 Euro.
Folglich relativieren sich Meldungen wie „PKV kostet im Alter über 1.000 Euro!“.

GKV wird jährlich fast 6 Prozent teurer

Wie sieht es nun bei der Konkurrenz aus? Laut Studie beträgt die durchschnittliche Beitragssteigerung der GKV seit 1970 jährlich 5,9 Prozent. Der Höchstbeitrag stieg von 50,31 Euro (1970) auf 627,44 Euro (2014). Die Steuerzuschüsse des Bundes legten ebenfalls deutlich zu. Allein von 2005 bis 2012 schwoll der Bundeszuschuss von 2,5 Milliarden auf 14 Milliarden Euro an.

Die Analysten stellten bei der GKV besonders verworrene Finanzströme fest. Ein Problem sei aber auch der weitgehend fehlende Wettbewerb innerhalb des GKV-Systems. Immerhin: Die GKV sichere der Bevölkerung landesweit eine ambulante und stationäre Versorgung.

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Sieg nach Punkten für die PKV?

Fazit: Die PKV ist möglicherweise besser als ihr Ruf, extrem hohe Beiträge im Alter sind offenbar die absolute Ausnahme. Außerdem darf nicht vergessen werden, dass die Leistungen der PKV generell höherwertig sind. Darüber hinaus sind sie vertraglich garantiert und dürfen nicht reduziert werden.

Die GKV schränkt ihre Leistungen dagegen regelmäßig ein. Kassenpatienten mussten das in den letzten Jahren zum Beispiel bei Brillen oder Zahnersatz beklagen. Zusätzlich kamen weitere Belastungen auf die Patienten zu, zum Beispiel Zuzahlung bei Medikamenten. Diese versteckten Preiserhöhungen finden in Berichten und Analysen häufig keinen Niederschlag.

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